Unterhachings ausgelagertes Sprungbrett

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Die SpVgg Unterhaching bildet die jungen Talente zukünftig in Bad Aibling aus.

Bad Aibling/Unterhaching - Im Deutschen Fußball-Internat (DFI) in Bad Aibling sollen die künftigen Profis der SpVgg Unterhaching heranwachsen.

Auf dem Gelände des Deutschen Fußball-Internats (DFI) in Bad Aibling, das ab kommender Saison die Ausbildung des Unterhachinger Fußballnachwuchses übernimmt, herrscht kunterbuntes Treiben. Hip Hop-Musik schallt aus einem Fenster. In den Zimmern hören Kinder Musik, sitzen vor Schreibblöcken und Schulbüchern oder spielen Fußball auf einer Spielkonsole. Auf dem ein paar hundert Meter entfernten Kunstrasenplatz des riesigen Areals spielen zehn Nachwuchskicker der SpVgg Unterhaching Fußball. Unter der Anleitung von Percy van Lierop, Sportlicher Leiter und Trainer des DFI, wird vor einer malerischen Alpenkulisse fleißig trainiert.

Im DFI, das ab dieser Saison die komplette Betreuung der U?23 der SpVgg in der Bayernliga übernimmt, soll in den nächsten Jahren eine Unterhachinger Kaderschmiede der besonderen Art entstehen. Der Nachwuchs der SpVgg kann künftig das Sport- und Ausbildungskonzept des DFI inklusive der angeschlossenen Deutschen Sport Privatschule nutzen. „Das ist ein Idealfall für uns. Es liegt in der Region, wo wir uns ausbreiten wollen“, sagt Präsident Manfred Schwabl zu der im Mai besiegelten Kooperation. 16 hauptamtliche Trainer kümmern sich in Bad Aibling um die Betreuung der sieben im Spielbetrieb gemeldeten Mannschaften. Vormittags gibt es neben dem Schulunterricht ein Individualtraining mit vielen Ballkontakten. Nachmittags werden die Talente mit dem Shuttlebus in den über 50 Kilometer entfernten Hachinger Sportpark zum Teamtraining gefahren. Die SpVgg verspricht sich eine verbesserte Ausbildung zusätzlich zur Ausbildung im eigenen Verein mit angeschlossenem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ).

„Bei uns hat es sich gezeigt, dass ein berufstätiger Familienvater das komplette Training nicht alleine stemmen kann“, sagt Claus Schromm, Sportlicher Leiter des Hachinger NLZ. Die Kooperation entlastet die SpVgg nicht nur finanziell stark, sondern soll zukünftig auch einen Mehrwert für die Drittliga-Profis schaffen. „Wir wollen diesen Spielern eine Möglichkeit für einen Sprung nach oben geben“, sagt Profitrainer Christian Ziege. Zudem kann den Hachinger Kindern neben dem Training an der angeschlossenen Deutschen Sport Privatschule auch eine schulische Ausbildung mit Abitur als Abschluss angeboten werden. Für 400 Euro im Monat (750 Euro für Kinder, die nicht zur SpVgg gehören), kann man in Bad Aibling die Schulbank drücken und trainieren. „Die Schule ist wichtig. Oft bleibt sie ja auf der Strecke“, sagt Schwabl.

Inwieweit das 2011 in Bad Aibling gegründete DFI, dessen Internatskinder knapp 24?000 Euro pro Jahr berappen müssen, zukünftige Profis produziert, bleibt offen. Bisher gibt es noch keinen Spieler in der Bundesliga. Laut DFI-Geschäftsführer Thomas Eglinski könne man das junge Projekt in „fünf bis sechs Jahren“ bewerten. Jan Lahr, der aktuell für die Hachinger U?23 spielt und im Internat wohnt, sieht eine Chance, den Sprung in die Drittligamannschaft der Rot-Blauen zu kommen. „Mein Traum ist es, in den Profibereich zu kommen“, sagt der 20-Jährige. Den Hachingern macht Eglinski selbstsicher eine große Versprechung. „In drei bis fünf Jahren steht dieser Verein besser dar, als es jetzt der Fall ist“, so Eglinski, der nach drei Jahren in Marl 2011 mit dem DFI nach Bad Aibling umzog.

Quelle: fussball-vorort.de

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