Unterm Strich zu wenig

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Michael Rödl (l.) und der BCF konnten die 60-minütige Überzahl nicht in einen Sieg umwandeln.

BCF Wolfratshausen - Vom Ergebnis her kann der BCF Wolfratshausen mit der torlosen Punkteteilung beim SV Raisting durchaus zufrieden sein. Jedoch stellten sich Farchets Kicker trotz 60-minütiger Überzahl in vielen Situationen wenig geschickt an.

Abteilungsleiter und Trainer. Sie arbeiten für die gleiche Sache, kommen aber hin und wieder zu höchst unterschiedlichen Schlussfolgerungen. Als Manfred Fleischer nach dem Schlusspfiff über den Platz schlenderte, war keinerlei Unzufriedenheit zu erkennen: „Unentschieden, genauso wie letztes Jahr“, erinnerte sich der BCF-Spartenchef an das 1:1 in der Vorsaison. Reiner Leitl dagegen war für dererlei oberflächliche Analysen überhaupt nicht zu begeistern. Nein, der Farcheter Cheftrainer rieb sich massiv an einem unsauberen, unrunden Vortrag seiner Eleven.

Eine Stunde lang stand der BCF nach einem Platzverweis gegen Raistings Florian Breitenmoser mit einem Mann mehr auf dem Platz. Davon zu spüren war mit Ausnahme von häufigerem Ballbesitz herzlich wenig. Auch die Hoheit der Farcheter im Mittelfeld passte nicht ansatzweise zum Abschluss. Seine Mannschaft habe oftmals „die falschen Entscheidungen“ getroffen, monierte Leitl. „Wir sind nicht zielgerichtet genug.“ Ein Beispiel war die Situation nach drei Minuten, als Enzo Potenza nach einem schönen Zuspiel von Jona Lehr zu kompliziert agierte und den Ball über den Torwinkel knallte. Vis á vis bewahrte Kevin Pradl Farchet durch zwei Klasse-Paraden vor einem möglichen Rückstand. Dann folgten die rote Karte für Breitenmoser nach Notbremse an Basti Pummer, und ein von Almir Dzaferovic präzise ausgeführter Freistoß, den SVR-Tormann Urban Schaidhauf aus der bedrohten Ecke fischte. Auch Mitch Rödl fand wenig später seinen Meister im Raistinger Keeper. Als sich die Hausherren das erste Mal nach diesen Rückschlägen schüttelten, landete ein Kopfball-Wischer von Robin Swoboda am Gestänge des BCF-Gehäuses.

Auch nach dem Seitenwechsel war zunächst Raisting gefährlich. Michael Stoßbergers Kopfball schrammte mehr als knapp an Pradls Arbeitsplatz vorbei. Danach schwanden bei den dezimierten Platzherren so allmählich die Kräfte, beim BCF hingegen die Ernsthaftigkeit. Chris Korkor fegte den Ball über die Querlatte, anstatt überlegt mit der Innenseite abzuschließen. Höhepunkt der Unzulänglichkeiten war Basti Pummers vergebener Strafstoß sechs Minuten vor dem Ende. Vorangegangen war eine fragwürdige Entscheidung des Tiroler Unparteiischen, denn der Schubser gegen Christian Duswald war nicht wirklich ahndungswürdig. Doch die Gerechtigkeit obsiegte, denn Pummer ballerte den Ball in Richtung Weilheim, obwohl Schaidhauf schon auf dem Weg in die Ecke war. „Der Elfer passte zum Spiel“, merkte Leit lakonisch an. Die Gesichtszüge des Ex-Profis blieben grimmig: „Das sind Punkte, die man unnötig herschenkt.“

Quelle: fussball-vorort.de

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