BIATHLON WM - Arnd Peiffer verpasst das Podest

Vanessa Hinz Vize-Weltmeisterin mit der Staffel: „Dieses Silber bedeutet verdammt viel“

Biathlon Silber Frauen Staffel Deutschland
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Wichtige Medaille für die deutschen Biathletinnen: Das Staffel-Team mit (v.l.) Vanessa Hinz, Janina Hettich, Denise Herrmann und Franziska Preuß jubelte im Ziel befreit über den zweiten Platz.

Landkreis/Pokljuka – Franziska Preuß liegt völlig entkräftet im Zielraum des Biathlon-Stadions auf der slowenischen Pokljuka. Um sie herum knien Vanessa Hinz, Denise Herrmann und Janina Hettich. Überglücklich klopfen die drei Teamkolleginnen ihrer Staffel-Schlussläuferin auf die Schultern. Silber für Deutschland.

Denn Preuß hat am Samstag eine sensationelle Leistung in die Loipe gelegt, nach einer spektakulären letzten Runde den Schlussspurt gegen die Ukrainerin Olena Pidhrushna für sich entschieden und der deutschen Staffel die Silbermedaille gesichert. Zuvor war die Ukrainerin auf der Schlussrunde an Preuß vorbeigezogen.

„Ich habe es auch nicht mehr geglaubt. Aber mein zweites Leben ist wiedergekommen“, sagte die Athletin vom SC Haag nach dem Rennen im ZDF. Den Grundstein für die zweite Staffel-Vizeweltmeisterschaft in Folge hatte Vanessa Hinz als Startläuferin gelegt. Sie sei gar nicht so nervös gewesen. Groß genug war ihr Selbstbewusstsein, das sie sich in der ersten WM-Woche erarbeitet hatte. „Ich habe am Morgen so ein gutes Gefühl gehabt“, erzählt die Biathletin vom SC Schliersee.

Das gute Gefühl bestätigte sie im Rennen. Bei beiden Schießeinheiten blieb Hinz konzentriert und fehlerfrei. Als Dritte übergab sie an Janina Hettich, die im Liegen zwei Nachlader und im Stehen keinen brauchte und als Sechste an Denise Herrmann übergab. Die entging im ersten Schießen einer Strafrunde nur knapp, holte aber dennoch ein wenig auf und schickte Preuß als Fünfte ins Rennen. Und die nutzte ihr zweites Leben für den erfolgreichen Kampf um die Silbermedaille.

„Die bedeutet verdammt viel“, sagt Hinz überglücklich. „Das war so ein spannendes Rennen. Da musste ich mir schon ein Tränchen verdrücken. Es war einfach Wahnsinn.“

Gutes Gefühl gehabt: Vanessa Hinz blieb als Startläuferin fehlerfrei und wurde Zehnte im Massenstart.

Auch im Massenstart am Sonntag durfte die 28-jährige Schlierseerin aufgrund ihrer guten Leistungen in Sprint und Verfolgung ins Rennen gehen. „Ich bin immer froh, wenn ich Wettkämpfe laufen darf“, sagt Hinz, nachdem sie auch im Finale ein gutes Rennen zeigte und Zehnte wurde. „Und im Massenstart zu den 30 Besten der Welt zu gehören, ist eine große Ehre.“

Lisa Theresa Hauser holte dabei als erste Österreicherin überhaupt eine WM-Goldmedaille. Hinz war von Beginn an in der Top-10-Gruppe dabei und musste nur wegen des ersten Schusses im Stehen, der ihr über das Ziel hinaus ging, einmal in die Strafrunde. „Mit 19 Treffern bin ich sehr zufrieden“, sagt sie nach dem Rennen.

Vor allem in der Loipe hatte Hinz zu kämpfen. „Mir ist es im Laufen verdammt schwergefallen“, erzählt sie. Ab Runde drei habe sie richtig zu kämpfen gehabt. Dennoch ist sie mit Platz zehn zum Abschluss der Weltmeisterschaft absolut zufrieden. „Für mich war das eine sehr gute WM.“

Im Auf und Ab der Gefühle: Arnd Peiffer, Vize-Weltmeister im Einzel, wurde mit der Staffel Siebter und belegte gestern im Massenstart Platz 12.

Für die Staffel der Männer hingegen lief es eher bescheiden. Das Team um den Wahl-Holzkirchner Arnd Peiffer verpasste die Verteidigung der Bronzemedaille von Antholz 2020 und wurde nur Siebter. Startläufer Erik Lesser ging auf der Strecke vollkommen blau und übergab als 20. an den zweiten deutschen Läufer Roman Rees. Er und Peiffer blieben beide fehlerfrei, machten zehn Plätze gut und schickten Benedikt Doll damit in die Loipe. Peiffer zeigte hinter Johannes Thingnes Boe die zweitstärkste Leistung der dritten Läufer.

„Ich habe versucht, einfach ein ordentliches Rennen zu machen“, sagt Peiffer nach dem Rennen. Auch wenn ihm schon klar gewesen sei, dass nach ganz vorne nicht mehr so viel gehen sollte, wollte er „den Anspruch hochhalten“.

Das gelang ihm auch im Massenstart am Sonntag, zumindest bis zum letzten Schießen. Beim Doppelsieg der Norweger Sturla Holm Laegreid und Johannes Dale wurde Peiffer Zwölfter, weil er nach der letzten Schießeinheit zweimal in die Runde musste.

„Das vierte Schießen hat richtig wehgetan“, beschreibt der 33-Jährige. „Das hat eine bessere Platzierung verbaut.“ Damit verpasste der Vizeweltmeister vom Einzel am Mittwoch eine weitere Medaille. Für Arnd Peiffer war die Weltmeisterschaft auf der Pokljuka damit ein „Auf und Ab“.

emi

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