UMFRAGE: VAR „light“ notwendig und richtig?

Videobeweis für Amateure - VAR „light“ ist umstritten

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Kommt der VAR „light“?

Erstmals 2018 eingesetzt und seither  nicht mehr wegzudenken aus den Topligen ist der VAR. Nun will die FIFA den VAR „light“ einführen - negative Kritik als Reaktion.

Landkreis – Der Fußball-Weltverband FIFA hat die Amateur-Kicker in ganz Deutschland in helle Aufregung versetzt. Nach einer internen Videokonferenz verkündete der Verband, dass eine Light-Version des VAR (Video Assistant Referee) langsam Konturen annehme. Dieser Videobeweis soll nach Möglichkeit in allen Spielklassen eingesetzt werden, also von der Regionalliga bis runter in die Tiefen der C-Klasse. So soll auch den Schiedsrichtern im Amateur-Fußball das Leben erleichtert werden.

Die Arbeitsgruppe der FIFA hat in ihren Gesprächen vor allem die drei folgenden Fragen behandelt: Welche technischen Mindestanforderungen müsste ein solches System erfüllen? Wie kann der Videobeweis im Amateurbereich kosteneffizient und günstig gestaltet werden? Und wie groß wäre der Qualitätsabfall dieser günstigeren Variante im Vergleich zu jenem System, das bereits bei den Profi-Kickern zum Einsatz kommt?

Diese Fragen beschäftigen auch die Amateur-Kicker der Region. Ihr Fazit fällt eindeutig aus: Den Videobeweis wollen sie nicht (siehe Umfrage). Die FIFA treibt ihre Bestrebungen allerdings weiter voran. Die Vorschläge der Arbeitsgruppe sollen demnächst dem für Regeländerungen zuständigen Gremium vorgelegt werden.

Michael BalsFC Landsberied

Ein Videobeweis bis zur CKlasse ist übertrieben. In den Halbprofi-Ligen kann ich es mir vorstellen, aber nicht, wenn Landsberied II gegen Adelshofen II kickt. Es sind viele Fragen offen: Wer trägt die Kosten? Wie ist das technisch umsetzbar? Und neben Trainer, Kassier, Ordnungsdienst, BFV-Ticker wird ein weiterer Ehrenamtlicher benötigt. Ich finde es schon komisch, wenn immer wieder Spielunterbrechungen sind. Da verliert der Fußball seinen Charme. Strittige Szenen und Emotionen gehören dazu, Vor- und Nachteile gleichen

Reinhold MiefangerSC Olching

Ich habe das kurz überflogen, aber das nicht für ernst genommen. Im Amateurbereich damit anzufangen, halte ich für äußerst bedenklich. Meiner Meinung nach macht das mehr kaputt, als es dem Fußball gut tut. Dann dauert ein Spiel wesentlich länger als zweimal 45 Minuten. Wie soll das überhaupt funktionieren? Da kommt mir jeder Spaß eines Spiels abhanden. Bleiben wir doch lieber bei den Tatsachen-Entscheidungen der Schiris. Da ärgert man sich vielleicht mal kurz, dann aber ist das vorbei. Außerdem, wer bezahlt das alles? Die Vereine?

Mario KüpperVSST Günzlhofen

Der Fußball bei den Amateuren ist so gut, wie er ist. Er lebt von den Emotionen und so soll es auch bleiben. Vielleicht geht es mit Videobeweis ein bisschen gerechter zu, aber es würde auch ein Teil des Fußballs, so wie wir ihn kennen, sterben. Außerdem, so finde ich, verliert der Schiedsrichter an Autorität. Der geht am Ende frustriert vom Platz. Da werden sich noch weniger zum Schiri-Lehrgang melden. Ich glaube eher, das ist auf Jahre nichts für die Amateure. Und dann kommt noch die Kostenfrage: Wer soll das bezahlen? Und wie ist

Christian ErdleSchiedsrichterobmann

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass alles, was der Fairness im Fußball dient, gut ist. Allein die Umsetzung wird schwierig. Leider habe ich noch keine Vorschläge gelesen, wie diese Umsetzung stattfinden soll. Die Plätze müssten umgerüstet werden, für die Bedienung braucht es geschultes Personal. Die Zahl der Personen, die am Spiel beteiligt ist, erhöht sich, und es braucht die Bereitschaft der Vereine, sich auf diese Neuerung einzulassen. Das wird, glaube ich, ein sehr langer Weg. Eine bessere Einschätzung wäre nur mit ausgearbeiteten Plänen möglich.

Uli BergmannSC Oberweikertshofen

Sind denn die Verantwortlichen verrückt geworden? Zu viel Geld? VAR light! Viele Jahrzehnte hat es auch ohne Videobeweis gut funktioniert. Es soll im Amateursport auch so bleiben. Zumindest ab der Bayernliga abwärts. Über die Regionalliga kann man reden. Wir haben den Spielklassen entsprechend qualifizierte Schiedsrichter und deren Assistenten. Was kommt dann als nächstes? Der automatisierte Spieler? Es wird zu viel Fussball im Fernsehen geschaut, daher kommt wohl die Idee, dem Amateursport solch ein System anzubieten!

Bernd ReiserSpielleiter

Technisch sehe ich für die Einführung eines Videobeweis-Systems keine Probleme. Es sind ja jetzt schon bei den Spielen rundum Kameras bis zur Landesliga/Bezirksliga installiert. Trotzdem ist der Videobeweis meiner Meinung nach vielleicht bis zur Regionalliga oder Bayernliga gut, aber auch da habe ich meine Zweifel. Für die unteren Ligen halte ich nichts davon. Es stellt sich die Frage: Wer soll denn die strittigen Szenen überprüfen? Und den Torbeweis festzustellen, ist ja eh nicht möglich. Diese Technik wäre für den Amateursport viel zu teuer.

(Dieter Metzler)

Quelle: Merkur.de

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