Verein Schulschach Miesbach

„Wir setzen Corona Schachmatt“

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Hatten sich für die Bayerische Einzelmeisterschaft qualifiziert: (v.l.) Jannik Danninger, Akin Kocak, Ruben Andrade, Sabah Burdett, Luisa Manakov, Iva Cheredzhiyska und Tobias Dietlmeier. Das Turnier fiel allerdings Corona zum Opfer.

Das Online-Programm des Vereins Schulschach Miesbach ist in der Corona-Krise ein voller Erfolg. Über 200 Spieler trainieren täglich.

Landkreis – Welche Ersatzmaßnahmen sind möglich, wenn es per staatlichem Dekret verboten ist, sich an Sportstätten oder in Spiellokalen im sportlichen Wettstreit zu messen. Der Verein Schulschach im Landkreis Miesbach hat schnell reagiert und den rund 700 Kindern der Region, die sich ansonsten wöchentlich in den Bildungsstätten mit dem Königlichen Spiel beschäftigen, mit Lichess auf einen kostenfreien Schachserver aufmerksam gemacht. Über 200 Nachwuchsspieler des Landkreises machen hiervon regelmäßig Gebrauch. Der Großteil von ihnen sogar täglich.

Die Oberbayerische Einzelmeisterschaft konnte im Februar noch ausgetragen werden, als Corona zwar in aller Munde war, aber noch keine konkreten Verbote ausgesprochen waren. Die ersten Drei jeder Altersklasse qualifizierten sich für die Bayerische Meisterschaft in den Osterferien. Aber die Jugendherbergen in Bad Kissingen (Jungen) und auf der Burg Wernfels (Mädchen) blieben leer. Auf den ersten Blick sicher enttäuschend für die Titelträger Luisa Manakov (U10), Jannik Danninger (U16) und Iva Cheredzhiyska (U16), den Vizemeister Akin Kocak (U18) und die Dritten Ruben Andrade (U14), Sabah Burdett (U14) und Tobias Dietlmeier (U14).

Aber spätestens, als der Schulschach-Verein ein Alternativprogramm bekannt gegeben hatte, hellten sich deren etwas Mienen etwas auf. Täglicher Online-Unterricht durch die drei Schulschach-Lehrer des Vereins, Trainings-Videos, Übungsaufgaben und das Herausfordern von Gleichgesinnten waren eine wohlwollende Alternative zu den Turnieren und Meisterschaften an den Spielstätten. „Gerade Schach eignet sich hervorragend für PC und Laptop“, weiß Diana Steiner, die Geschäftsführerin des Schulschach-Vereins.

Jakob Greive nahm auch an der „Oberbayerischen“ in Wartaweil teil. Für eine Fahrkarte nach Bad Kissingen reichte es nicht, aber immerhin für Rang sieben in einem 19-köpfigen Feld. Als die Möglichkeiten bekannt waren, die Lichess bietet, war der Irschenberger sofort Feuer und Flamme. „Wir haben jede Woche einen vollen Terminplan mit Training und Turnieren. Und da wird nichts verpasst“, erklärt Papa Helge Greive „Schulschach hat in den Ferien keinen Tag Pause gemacht“. Mit „wir“ erläutert der Vater, dass neben dem achtjährigen Sohn auch die um zwei Jahre jüngere Tochter Greta vom Schachfieber infiziert ist. „Wir setzen Corona Schachmatt.“ Mit diesem Slogan verweist der Schulschach-Verein auf das emsige Online-Treiben seiner Schützlinge. Ein zweifelsfrei richtiger Weg.

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