VfR verliert Derby nach Geniestreich

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Nur nicht drängeln: Dominik Schmitt (Heimstetten; l.) Schulter an Schulter mit Daniel Steinacher.

VfR Garching - Im ersten Duell der beiden besten Amateurklubs im Münchner Raum hat der Platzhirsch dem Emporkömmling die Flügel gestutzt: Durch einen Kunstschuss von Sebastiano Nappo besiegt der SV Heimstetten den VfR Garching mit 1:0.

Bei diesen zwei Worten muss man Florian Willaredt zugutehalten, dass es seine Premiere als Stadionsprecher des SV Heimstetten ist. Der DJ, der sonst Tanzwütige statt Fußballfans bei Laune hält, macht seine Sache souverän, engagiert, unterhaltsam – und doch bleiben diese beiden Worte hängen.

So begrüßt Willaredt die lediglich 320 Zuschauer beim Derby zwischen dem SVH und dem VfR Garching zum „Regionalliga-Spitzenspiel“ – eine Formulierung, die für Erheiterung auf der Tribüne sorgt. Denn entweder hat der Stadionsprecher in all der Eile keine Zeit gehabt, auf die Tabelle zu blicken, oder er hat eine sehr eigene Interpretation vom Duell des Viertletzten gegen den Sechstletzten.

Oder aber der Wunsch ist Vater von Willaredts vollmundiger Ankündigung – was sich in den folgenden 90 Minuten jedoch nicht erfüllt. Denn dieses Landkreis-Derby ist arm an funkelnden Offensivaktionen, aber reich an Kampf und Krampf, Fouls und Fehlpässen, Angst und Abstiegskampf. So reicht Heimstetten ein Geniestreich von Sebastiano Nappo, um den Aufsteiger aus Garching mit 1:0 in die Schranken zu weisen.

Im ersten Aufeinandertreffen in der Regionalliga behält der etablierte Klub damit die Oberhand gegen die aufstrebenden Garchinger, die in den vergangenen Jahren von der Bezirksoberliga in die Regionalliga durchmarschiert sind. Viel wichtiger dürfte dem SVH freilich sein: Durch den dritten Sieg in Serie schließen sie in der Tabelle zum Nachbarclub auf und schaffen den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz – erstmals seit Anfang September. Der VfR indes kassiert die vierte Niederlage in Folge und rutscht dadurch tiefer in den Keller.

„Es war kein glänzendes Spiel von uns“, bilanziert SVH-Trainer Vitomir Moskovic. „Aber wir haben an uns geglaubt und geduldig auf unsere Chance gewartet.“ VfR-Trainer Daniel Weber sah eine „gute Spielanlage“ bei seiner Elf, „nach vorne jedoch kaum zwingende Aktionen“. Ihm sei von vornherein klar gewesen, dass dieses Derby durch Kleinigkeiten entschieden werde. Wobei die entscheidende Szene in Webers Worten nicht gerade wie eine Kleinigkeit klingt: „Da haben wir dem Gegner den Ball hingestoppt“, ärgert sich der Coach über den Gegentreffer. „Dieses Tor haben wir hergeschenkt.“

Tatsächlich könnten in jener 76. Spielminute sowohl Lukas Genkinger als auch Mike Niebauer die Kugel klären. Doch weil jeder dem anderen den Vortritt lassen will, landet der Ball bei Sebastiano Nappo, der aus 20 Metern Maß nimmt und das Spielgerät über Torwart Stefan Wachenheim hinweg in den Torwinkel setzt.

Der Rest ist schnell erzählt. Abgesehen vom Siegtor sehen die Fans noch vier Aktionen, die mit viel gutem Willen als Halbchancen durchgehen. Dabei scheitert SVH-Flitzer Daniel Steimel mit zwei Schüssen von der Strafraumgrenze (41./66.); beim VfR landet Dennis Vatanys Hoppelball knapp neben dem Tor (29.) und ein Freistoß von Dennis Niebauer in den Händen von Torwart Marijan Krasnic (54.). Selbst als Garching infolge des Rückstands aufmacht, kann Heimstetten diese Freiräume nicht nutzen.

So bleibt es beim 1:0 für die Platzherren, die den Sieg mit Jubeltänzen und Humba-Gesängen feiern. Zumindest sie werden Willaredts Wertung also zustimmen: Für den SVH war es ein spitzen Spiel.

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Quelle: fussball-vorort.de

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