Heimkrise oder nicht?

Verliert Leitl bald die Lust am BCF?

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Erst Torschütze, dann Rotsünder: Michael Marinkovic (Mitte) auf dem Weg zum Farcheter 1:0 gegen Kirchanschöring. Später ließ sich der Stürmer zu einer Tätlichkeit hinreißen.

BCF Wolfratshausen - Das karge 1:1 gegen den SV Kirchanschöring löst bei den Verantwortlichen des BCF unterschiedliche Reaktionen aus. Abteilungsleiter Fleischer will von einer Heimschwäche nichts wissen. Trainer Leitl aber thematisiert erstmals in seiner Amtszeit Abnutzungserscheinungen.

Eigentlich verlangt Manfred Fleischer nach den Pressekonferenzen nur bei bedeutungsvollen Anliegen nochmals nach dem Mikrofon. Am Samstag aber wollte er einfach nur beschwichtigen. Nein, man inszeniere keine Heimkrise. Und überhaupt: Der BCF stehe mit 21 Punkten ordentlich im Mittelfeld der Bayernliga. Andere wären froh darüber. Eine legitime Sichtweise. Fleischers Intervention allerdings erschloss sich den Wenigsten im Auditorium. Keines der im Trainergespräch abgehandelten Themen hatte in diese Richtung gezielt. Gleichwohl sprachen sämtliche Indizien gegen die von Fleischer aufgegriffene These. Selbst Moderator Erich Külker äußerte in seinen Schlussworten den Wunsch, künftig ausnahmslos Auswärtsspiele auszutragen.

Die Tatsachen: Im sechsten von bislang acht Versuchen vermochte der Ballclub keinen Dreier auf heimischem Geläuf zu landen. Heimstärke sieht anders aus. Einmal mehr zeigte sich auch das Manko der Leitl-Elf, gegen passiv agierende Kontrahenten keine erkennbaren Lösungsansätze zu haben. Nichtsdestotrotz hätten die Farcheter aus ihrer anfänglichen Dominanz weit mehr Kapital schlagen können, als nur den Führungstreffer – eine feine Einzelleistung von Michael Marinkovic mit tollem Abschluss. Zweimal Mitch Rödl und Werner Schuhmann hätten draufpacken und die Partie vorentscheiden müssen. 30 Minuten habe seine Equipe den Aufsteiger aus dem Rupertiwinkel „super im Griff gehabt“, bilanzierte Leitl. Plötzlich aber baute seine Equipe merklich ab. Die Mannschaft werde „irgendwann hektisch“, woraus eine Menge Abspielfehler resultierten.

Diese Verunsicherung wurde genährt durch den Ausgleich der Gäste nach einem Eckball. Gegentreffer nach Standards – ein massives Ärgernis zu Saisonbeginn – hatte Leitl eigentlich in der Ablage „Erledigt“ gewähnt. Noch ein Grund mehr für ihn, diesmal „richtiggehend sauer“ auf seine Kicker zu sein, weil sie seine Direktiven nicht umsetzen. Oftmals tragen sie Angriffe viel zu kompliziert nach vorne, treffen strategisch die falsche Entscheidung: „Wir spielen zu schwierig.“

Lernresistenz ist für den 55-Jährigen etwas Nervenaufreibendes. So nervig, dass die Gefahr besteht, dass „der Trainer die Lust verliert“. Ausgesprochen in der Gaststätte des Sportheims, adressiert an die Spieler im darunter liegenden Kabinentrakt. In der Tat herrschte lange Zeit Konfusion im BCF-Spiel. Thomas Edlböck musste gar einmal auf der Torlinie klären. Erst in Unterzahl besann sich die Mannschaft wieder aufs Wesentliche, hielt Schaden vom eigenen Kasten fern. Ein Solo von Christian Duswald hätte fast noch zum Siegtreffer geführt. Doch der Ball zischte am langen Torpfosten vorbei.

Quelle: fussball-vorort.de

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