3:0 verspielt: Irres Acht-Tore-Match in Heimstetten

Borislav Vujanovic war nach dem Match konstatiert. F: Leifer

SV Heimstetten – Den letzten Looping in dieser Achterbahn-Partie bekommen einige auf der Bank des SV Heimstetten gar nicht richtig mit. Denn dort sind Co-Trainer, Sportlicher Leiter und zwei Mitspieler vollauf damit beschäftigt, René Schäffer zu umsorgen. 

Der Verteidiger ist kurz zuvor mit einem Stürmer des BCF Wolfratshausen zusammengerasselt, viel Blut ist geflossen, und nun sitzt der 24-Jährige mit dick bandagiertem Kopf auf der Bank.

Derweil fahren die Gäste in der 90. Minute dieses Bayernligaduells noch einen Angriff gegen zehn Heimstettner, deren Wechselkontingent bereits erschöpft ist. Über rechts kommt die Kugel in die Mitte, wo Gilbert Diep aus kurzer Distanz einnetzt – zum 4:4. Ausgerechnet Diep, der einst beim SVH gespielt hat und dem dort kein einziges Tor gelungen ist, entreißt seinem Ex-Club in letzter Minute noch den sicher geglaubten Sieg

„Acht Tore – was will man mehr?“, ruft der Stadionsprecher, nachdem der Schlusspfiff verklungen ist. Doch wer diese Frage hernach Borislav Vujanovic stellt, der merkt sehr schnell, dass zumindest der SVH-Trainer keineswegs wunschlos glücklich ist. „Wir haben heute wieder die zwei Gesichter von Heimstetten gesehen“, konstatiert der Coach. „Wenn bei uns alles läuft, dann sind wir nicht zu halten. Aber wenn es nicht läuft, dann klappt gar nichts mehr.“ Wobei Vujanovic, dessen Elf sich vor einigen Wochen aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet hat, überzeugt ist: „Wenn es heute noch um was gegangen wäre, hätten wir den Sieg nach Hause gebracht.“

Dabei erwischt Heimstetten eine Anfangsphase, für die das Wort Traumstart sogar noch untertrieben wirkt. Als wären sie es, die noch um den Ligaverbleib ringen, und nicht etwa der hochgradig gefährdete BCF, jagen die SVH-Kicker wie Duracellhasen übers Feld und kombinieren sich ein ums andere Mal meisterhaft vors Tor. Der Lohn: Binnen zwölf Minuten treffen Hugo Lopes, Sebastiano Nappo und Manuel Duhnke zum 3:0. Erst danach zieht Gäste-Trainer Marco Stier die Notbremse (22.) und wechselt zweimal aus. In der Folge fängt sich seine Elf und kommt kurz vor der Pause zum Anschlusstor. Weil der SVH weiter nur halbherziges Larifari spielt, kommen die Gäste auf 3:3 heran. Orhan Akkurt, der erstmals in dieser Saison auf der Bank beginnt, besorgt zwei Minuten nach seiner Einwechslung das 4:3 (76.). Nun scheint der Heimsieg fix, doch dann liegt René Schäffer plötzlich blutend am Boden und wenig später der Ball im Netz. „Wenn wir in Gleichzahl sind, dann kassieren wir das Tor nicht“, sagt Vujanovic, der das aber nicht als Ausrede gelten lassen will: „Auch mit zehn Mann musst du den Sieg normalerweise nach Hause schaukeln.“ Patrik Stäbler

SV Heimstetten – BCF Wolfratshaus. 4:4 (3:1)

SVH: Riedmüller, Paul, Schäffer, Hintermaier, Thomik (46. Huber), D. Schmitt (74. Akkurt), Duhnke, Riglewski, Nappo (65. Steimel), Wellmann, Lopes. – Tore: 1:0 Lopes (3.), 2:0 Nappo (7.), 3:0 Duhnke (12.), 3:1 Hauk (44.), 3:2 Gregoire Diep (49.), 3:3 Lehr (62.), 4:3 Akkurt (76.), 4:4 Gilbert Diep (90.) – Schiedsrichter: Schieder (Weiden-Ost) – Zuschauer: 250.

Quelle: fussball-vorort.de

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