Fußball - Landesliga

VfB Hallbergmoos: So geht Rückrunde

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Da legst di nieder: Nach einer beispiellosen Siegesserie in der Rückrunde der Saison 2018/19 hatten Fabian Diranko (l.) und die Hallbergmooser am letzten Spieltag in Moosinning noch die Chance, auf den Aufstiegsrelegationsplatz zu springen. Doch der Deisenhofener Patzer blieb aus.

Und wieder Dritter: Die Landesliga-Fußballer des VfB Hallbergmoos haben ein bewegtes Jahr 2019 hinter sich. Das FT blickt auf zwölf spannende Monate zurück.

Hallbergmoos – Zum dritten Mal Dritter: Die Fußballer des VfB Hallbergmoos haben ein bewegtes Jahr 2019 hinter sich. Im ersten Halbjahr fehlte nur ein Sieg zur Aufstiegsrelegation in die Bayernliga – und am Ende einer wechselhaften ersten Saisonhälfte 2019/20 ist angesichts von Rang vier in einer diesmal ziemlich verrückten Landesliga Südost noch alles möglich. Das FT blickt noch einmal auf zwölf spannende Monate zurück.

Januar/Februar: Sugzda übernimmt

Der Rücktritt von Michael Schütz ist Schnee von gestern, und auch Interimstrainer Anselm Küchle kann sich wieder zurückziehen, da der Verein einen neuen Coach gefunden hat: Gedi Sugzda, der im Landkreis noch nicht bekannt ist. Er trainierte lange den TuS Holzkirchen und führte den Klub auch in die Bayernliga. Die Hallbergmooser Anfrage trifft den Ex-Profi in seinem Sabbatjahr, und das Projekt überzeugt ihn. Der VfB Hallbergmoos bekommt einen ruhigen Trainer mit viel Sachverstand. Die VfB-Kicker überwintern auf dem neunten Platz und haben nach vorne und hinten viel Luft. Trainer und Team können also ohne Druck zusammenfinden.

März: 4 Siege, 9:4 Tore

Das ist mal ein Top-Start – zumindest von den Ergebnissen her. Im ersten Spiel gibt es gegen den weit abgeschlagenen Letzten Neuried ein zähes und am Ende auch glückliches 1:0. In der Tabelle ist der VfB Hallbergmoos schon wieder seinem Stammplatz drei – den belegte man bereits 2014/15 und 2015/16 – nahe. Von Rang vier aus fehlen jedoch noch fünf Punkte zum Tabellendritten FC Deisenhofen und sechs zum Liga-Zweiten SE Freising. Gedi Sugzda bleibt die Ruhe in Person, verweist auf die Klasse der Mannschaften davor und sieht weiterhin (offiziell) keine Chance auf Platz zwei.

Der Architekt der Mega-Rückrunde: Coach Gedi Sugzda führte den VfB zu zwölf Siegen in 13 Spielen.

April: 5 Siege, eine Niederlage, 26:9 Tore

Der Monat beginnt mit einem dieser Tage, an denen man am besten gleich im Bett geblieben wäre. An einem tristen Mittwochabend wird zu Hause gegen Töging gekickt – und die Partie ist wie das Wetter. 0:1 heißt es am Ende. Zu dem Zeitpunkt ahnt niemand, wie weh diese einzige Rückrundenniederlage tun wird. Nach der Töging-Pleite gibt es ein Feuerwerk mit irrem Offensivfußball und fünf Siegen am Stück. Zu Hause werden Simbach (7:0) und Kastl (5:0) aus dem Stadion am Airport geschossen – und das 5:4 in Grünwald ist auch ein Spiel, wie man es nur alle paar Jahre mal sieht. Inklusive dem Erlbach-Nachholspiel (5:2) sowie dem 4:2 in Pfarrkirchen stehen satte fünf Dreier zu Buche, die eher Erdrutschsiege waren. Drei Spieltage vor dem Ende der Saison hat Hallberg den dritten Platz inne und den Fans Freude gemacht (Hallbergmoos vor Freising). Es gibt nur ein Problem – und zwar den ebenso konstanten FC Deisenhofen. Die Truppe aus dem Münchner Süden hat auf Aufstiegsrelegationsplatz zwei sechs Punkte Vorsprung. Der VfB muss für die Saisonverlängerung also Deisenhofen schlagen und noch auf einen Ausrutscher hoffen.

Mai: 3 Siege, 6:1 Tore

Zum Schluss gibt’s drei Siege – und was für welche. Das 2:0 gegen Deisenhofen mutet wie Bayernliga-Fußball an, der SEF wird mit 2:1 bezwungen, auch in Moosinning gewinnt der VfB mit 2:0 – und trotzdem reicht es nicht. Deisenhofen schafft’s in die Relegation und steigt ziemlich souverän auf. Drei Punkte fehlen am Ende – und nun erinnert man sich doch noch einmal an diesen tristen Mittwochabend Anfang April. 70 Punkte aus 34 Partien – das ist eigentlich die Bilanz eines Aufsteigers. Die 74:41 Tore sind der Beleg für viel Spektakel.

Mit Vorschusslorbeeren überhäuft wurde die VfB – hier Neuzugang Peter Beierkuhnlein (r.) – vor Beginn der Saison 2019/20. Am Jahresende ist das Team Vierter.

Juni: Sommerpause

Die beste Halbserie der Vereinsgeschichte geht einher mit gesteigerten Ansprüchen. Die Fans träumen in der Sommerpause davon, dass das Team nach den Aufstiegen der beiden Überflieger Wasserburg und Deisenhofen richtig angreifen kann. Dazu macht es sich die Konkurrenz erst einmal einfach und ernennt den VfB zum Meisterschaftsfavoriten. Coach Gedi Sugzda wehrt sich zwar nach Kräften dagegen, „dass man uns auf dieses Schild hebt“. Die Konkurrenz bleibt aber bei ihrer Meinung – auch wegen der Neuzugänge wie dem Hallbergmooser Heimkehrer Christoph Mömkes und Peter Beierkuhnlein. Beide wechseln vom Regionalligisten SV Heimstetten in die Flughafengemeinde und sind Königstransfers. In der Sommerpause ahnen aber nur wenige, dass der vom FC Eitting geholte Daniel Bauer zum Shootingstar werden würde. Und die Vorbereitung? Die macht ergebnistechnisch mit den Siegen gegen Regionalligist Heimstetten und Bayernligist Pullach sowie dem Erfolg beim Pokal-Qualiturnier Appetit auf mehr.

Juli: 2 Siege, ein Unentschieden, 9:2 Tore

Der Saisonstart glückt mit zwei klaren Heimsiegen und einem 1:1-Remis in Freising – und auf den ersten Blick hat sich die Sommermeinung verfestigt. Drei Stürmer setzten Ausrufezeichen, denn Fabian Diranko sowie die beiden Neuen Daniel Bauer und Malcom Olwa-Luta markieren jeweils zwei Tore in drei Spielen.

August: 3 Siege, ein Remis, 2 Niederlagen, 13:12 Tore

Zu Hause hui, auswärts pfui. Mit dem 2:4 in Grünwald und dem 1:3 in Ampfing setzt es zwei Niederlagen in der Ferne. In Grünwald liegt der VfB nach indiskutablen 45 Minuten schon mit 0:4 hinten und kommt dann zu spät in Fahrt. Mit etwas Glück wäre in der zweiten Halbzeit sogar noch der Ausgleich drin gewesen. Zumindest die Reaktion des Teams stimmt, während man nach dem 1:3 beim Letzten Ampfing nichts Positives mitnehmen kann: Die Einstellung passte nicht, das war eine richtige Blamage. Dank sieben Punkten aus den drei Heimspielen bleibt die Mannschaft aber im oberen Tabellenbereich. Das 3:3 gegen den späteren Winter-Tabellenführer Karlsfeld gerät zu einem gigantischen Spektakel, das an den Kracher der Vorsaison gegen den FC Deisenhofen erinnert. Zum Ende des Monats gibt es dann das Tor des Jahrzehnts von Daniel Bauer: Er zimmert beim 2:1-Sieg in Holzkirchen einen Fallrückzieher ins Kreuzeck. Weil dort aber keine Kamera das Spiel aufgezeichnet hat, bleibt ihm die Nominierung für diverse Tor-Wahlen verwehrt.

September: 3 Siege, eine Niederlage, 9:2 Tore

Die Spitze ruft. Die Hallberger spielen einen richtig guten Monat und müssen lediglich einen Rückschlag mit dem Last-Minute-1:2 in Töging hinnehmen. Ausgerechnet „Relegationsverhinderer“ Töging stoppt den VfB einmal mehr auf dem Weg nach oben. Ende September stehen die VfB-Fußballer auf dem vierten Tabellenplatz, haben jedoch nur einen mickrigen Punkt Rückstand auf den Tabellenführer.

Oktober: Ein Sieg, 3 Niederlagen, 2:5 Tore

Goldener Oktober? Von wegen: 0:2 gegen Unterföhring, 0:1 beim Tabellenletzten Dachau und 1:2 gegen Erlbach – mit drei Niederlagen in Serie haben die Hallbergmooser ihre größte Krise 2019. Offensiv stockt es. Das liegt vor allem daran, dass die jungen Spieler einen Durchhänger haben – und an der Verletzung von Fabian Diranko. Erst am Monatsende bringt ein zäher Arbeitssieg in Waldkirchen die Wende. Immer wieder gab es die Chance, die Tabellenspitze zu übernehmen, aber nach diesem Krisenmonat ist dieses Thema erstmal durch. Von Tabellenrang vier aus fehlen fünf Punkte nach vorne. Bis zur Winterpause geht es darum, für eine gute Ausgangsposition zu sorgen.

November: 2 Siege, ein Remis, eine Niederlage, 5:4 Tore

Zwei knappe Siege, eine Nullrunde und ein tristes 0:0 im letzten Punktspiel gegen Grünwald zeigen, dass sich der VfB in die Winterpause retten will. Es ist alles recht zäh – und beim 2:1-Erfolg gegen den SE Freising hat Hallbergmoos sprichwörtlich den Papst in der Tasche. Irgendwie rundet es das Bild ab, dass der VfB wiederum als Verfolger in die Winterpause geht: Als Vierter hat die Elf zwei Punkte Rückstand auf den Zweiten Erlbach und acht Zähler auf den Ersten Karlsfeld, der jedoch ein Spiel mehr absolviert hat.

Dezember: Winterpause

Die Pause tut den Hallbergmooser Kickern richtig gut. Der neue Sportliche Leiter Anselm Küchle sucht aber nicht wirklich nach Neuzugängen – vielmehr wartet man auf die Rückkehr verletzter Spieler. Der VfB Hallbergmoos ist im Geschäft, aber nicht mehr der große Favorit, als der im Sommer galt. Fakt ist jedoch: Diesmal gibt es kein Wasserburg und kein Deisenhofen. Die ersten sieben Mannschaften liegen innerhalb von zehn Punkten beisammen, mit einer richtig guten zweiten Saisonhälfte kann jeder von ihnen Großes erreichen. Im ersten Halbjahr 2019 hat der VfB ja schon einmal gezeigt, wie Rückrunde geht. . .

Lesen Sie auch: „Alle richtig heiß“: Freisinger G-Judo-Gruppe fiebert Bayerischer Meisterschaft entgegen

Quelle: Merkur.de

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