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„Einmalige Chance“: VfL Denklingen empfängt SpVgg Haidhausen zum Topspiel um den Aufstieg

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Von: Christian Heinrich

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Mit aller Macht ins Zeug legen: Die Denklinger (in blauen Trikots, hier Tobias Schelkle im Kampf um den Ball im Heimspiel gegen Berg) können mit einem Sieg gegen Haidhausen zumindest Platz zwei absichern.
Mit aller Macht ins Zeug legen: Die Denklinger (in blauen Trikots, hier Tobias Schelkle im Kampf um den Ball im Heimspiel gegen Berg) können mit einem Sieg gegen Haidhausen zumindest Platz zwei absichern. © Roland Halmel

Am Samstag um 15 Uhr empfängt der VfL Denklingen die SpVgg Haidhausen. Im Topspiel geht es für beide Mannschaften um nicht weniger als den Aufstieg.

Denklingen – Andreas Braunegger ließ es sich nicht nehmen, beim Abschlusstraining der Denklinger Fußballer persönlich vorbeizuschauen. Nicht ohne Hintergedanken, wie er augenzwinkernd ausplauderte. „Ich habe gefragt, ob noch ein Platz für mich frei wäre.“ Das Ansinnen des Bürgermeisters, noch auf den letzten Drücker ins Aufgebot zu rutschen, war jedoch nicht ernst gemeint. Auch musste Braunegger dann zudem erkennen, dass er mit seinem Ansinnen etwas zu spät gekommen war. „Schaut schlecht aus“, räumte er nach der Unterredung mit Trainer Markus Ansorge scherzhaft ein.

Der Gemeindechef ist nicht der einzige, der am Samstag (15 Uhr) beim Spiel des Jahres so nah wie möglich mit von der Partie sein möchte. Die ganze 2500-Seelen-Gemeinde fiebert dem letzten Heimspiel in dieser Saison gegen die SpVgg Haidhausen entgegen, in dem der VfL den ersten von zwei entscheidenden Schritten in Richtung Aufstieg machen will. „Es wäre die einmalige Chance für Denklingen, zum ersten Mal in der Landesliga Fuß zu fassen“, spricht Braunegger von einer quasi historischen Stunde im direkten Duell mit dem Tabellendritten. Da mit dabei zu sein, will sich eigentlich niemand entgehen lassen. „Wir können mit einer größeren Besucherzahl rechnen“, freut sich der Bürgermeister darauf, dass die nagelneue Sportanlage am Buchweg zum ersten Mal richtig ausgelastet sein wird.

Dafür hat die gesamte Gemeinde so sehr geschuftet, als käme der FC Bayern München zum Pokalspiel um die Ecke. Seit einer guten Woche rührt Wolfgang Martin die Werbetrommel für das Verfolgerduell. „Für einen so kleinen Verein wie uns ist das eine ganz große Sache“, freut sich Martin, dass der VfL an diesem Wochenende in aller Munde ist. Der Vorsitzende des Gesamtvereins hat den Höhenflug der Fußballer in der Bezirksliga Süd mit besonderem Stolz verfolgt. Nicht nur der Ort steht Kopf. Bis aus Bernbeuren kommen inzwischen die Zuschauer, um die Burschen aus Denklingen kicken zu sehen. „Im Oberland ist das schon was Besonderes“, so Martin. Er hält sein Team inzwischen für eine ganz große Nummer. Welcher Verein schafft es auf dieser Ebene noch, nur mit Spielern aus dem eigenen Ort so großen Erfolg zu haben? „Es ist einfach die Kameradschaft bei uns“, verrät der Präsident die Erfolgsformel. „Das sind alles Jungs, die seit der F- oder E-Jugend zusammenspielen und auch sonst zusammen sind.“

Weil sich die Mannschaft mit dem Dorf identifiziert und umgekehrt, wollen gegen Haidhausen alle ihren Beitrag zum Erfolg leisten. Nicht alle hoffen dabei noch auf ein freies Plätzchen im Aufgebot wie der Herr Bürgermeister. Aber ganz nah dran am Geschehen soll der Musikverein Denklingen sein, wenn es nach seinem Wunsch geht. „Trommeln, Trompeten“, erhofft sich Braunegger die entsprechende akustische Unterstützung. Dass mit der tatkräftigen Hilfe von Fanfaren und Schlagzeug noch irgendetwas schief geht, erwartet er nicht. „Ich hoffe auf ein 3:1 für uns.“

Markus Ansorge würde diesen Tipp liebend gern unterschreiben. Aber der Coach hat momentan andere Sorgen. Sieben Spieler haben sich in der vergangenen Woche mit Corona infiziert. Seit Dienstag sind alle wieder negativ getestet. „Wir wollen damit sehr sensibel umgehen“, stellt er klar. Er überlässt es seinen Kickern selbst, über ihren Einsatz zu entscheiden. Immerhin konnten beim Abschlusstraining alle Spieler mitmachen und fühlten sich entsprechend gut. Trotzdem hat er eine Hiobsbotschaft zu vermelden. Manuel Waibl hat sich am vergangenen Dienstag im Training das Außenband gerissen und fällt für den Rest der Saison aus. Seine Position in der Innenverteidigung übernimmt Moritz Hemkendreis. „Er ist ein ähnlicher Spielertyp und kann das genauso gut“, betont Ansorge, dass es bei der Umbesetzung überhaupt keinen Zweifel gab. Da konnte Andreas Braunegger noch so sehr mit den Hufen scharren. Irgendwie muss es das Team jetzt auch selbst richten. (Christian Heinrich)

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