Ex-Löwe möchte von Garching den Schritt zurück in den Profifußball wagen

Engl: „Ich will nicht jahrelang diesem Traum hinterherjagen“

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Maximilian Engl spielte früher beim TSV 1860 München. Vergangenen Sommer wechselte der Torhüter aus der dritten in die Regionalliga zu Garching. Jetzt soll es wieder in den Profifußball gehen.

Maximilian Engel wird den VfR Garching zum Saisonende verlassen, um erneut den Profifußball ins Visier zu nehmen. Der Ex-Löwe wechselte erst im Sommer von der dritten Liga in die Regionalliga.

Nach nur einem halben Jahr beim VfR Garching verkündete Maximilian Engl, dass er den Verein zum Ende der Saison verlassen werde. Der Ex-Löwe möchte wieder den Profifußball ins Visier nehmen und verrät im Vorort-Interview seine Zukunftspläne und wieso er mit diesem Schritt nicht länger warten möchte.

Zu Saisonende wirst du den VfR Garching verlassen. Im Sommer soll es für dich wieder Richtung Profifußball gehen. Welcher Verein wird es werden?

Für mich ist es jetzt erst mal noch wichtig, dass wir mit Garching eine gute Runde spielen und den Klassenerhalt schaffen. Was dann im Sommer passieren wird, das entscheidet sich erst im April, Mai. Ich habe den Profifußball im Visier, aber jetzt liegt die Konzentration erstmal auf der laufenden Saison. 

Also hast du noch keine konkreten Pläne?

Nein. Der Profifußball ist zwar das Ziel, aber konkreter steht noch nichts fest. Es gab zwar schon Anfragen, aber damit beschäftige ich mich noch nicht.

Gehen wir nochmal zum Sommer zurück. Wie war es von der dritten Liga in die Regionalliga zu wechseln?

Schwierig. Die Situation war nach der Saison nicht gerade einfach. Dort konnte ich mich wenig zeigen und kaum Spielerfahrung sammeln. Da war es schwer für mich überhaupt einen neuen Verein zu finden. Ich habe dann mit meiner Familie überlegt, was der nächste sinnvolle Schritt sein könnte. Der Anruf von Daniel Weber, dass er einen neuen Torwart sucht, kam dann zu einem günstigen Zeitpunkt. Für mich war es passend, weil ich wieder in der näheren Umgebung Fußball spielen und Kraft bei meiner Familie und durch den Verein tanken konnte. Deswegen war die Lösung mit Garching für mich sehr positiv.

Kannst du jetzt schon sagen, dass es im Nachhinein der richtige Schritt war sich aus dem Profifußball zurückzuziehen?

Für mich persönlich würde ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war, erstmal einen Schritt zurück zu gehen, um dann wieder zwei oder drei Schritte nach vorne machen zu können.

Welcher Schritt ist der schwierigere? Den, den du vergangenen Sommer gewagt hast, oder der, der jetzt vor der liegt?

Der, der auf mich zukommt ist schwieriger. Nachdem ich jetzt ein Jahr Regionalliga gespielt habe, ist die dritte Liga nochmal ein komplett anderes Niveau. Der Schritt von der niedrigeren in die höhere Liga ist immer der kompliziertere: Es bedeutet ein höheres Niveau und höhere Anforderungen.

„Ich will nicht nur jahrelang diesem einen Traum hinterherjagen“

Inwiefern unterscheidet sich für dich das Spielniveau in der dritten Liga von dem in der Regionalliga?

Wie in jeder anderen Klasse auch: Umso höher die Liga, desto schneller wird das Spiel. In der dritten Liga hat man viel weniger Zeit, um Entscheidungen im Spiel zu treffen. Der Leistungsdruck ist auch viel, viel höher, weil es um mehr geht. Dann kommen noch die Zuschauer dazu. Da hat man dann noch den zusätzlichen Druck, dass nicht wie bei Garching vielleicht 100 bis 150 Leute da sind, sondern über Tausend. Es kommt einfach um einiges mehr auf einen zu und das ist dann schon ein großer Unterschied zur Regionalliga.

Hast du neben den Trainings mit Garching schon in der Hinrunde alleine an deiner Form gearbeitet, um im Sommer wieder bei den Profis angreifen zu können?

Mit meinem Coach Daniel habe ich immer Zusatztrainings gemacht. Er konnte mir damit eine höhere Professionalität bieten, denn bei Garching findet nur dreimal die Woche das Mannschaftstraining statt. Ein- bis zweimal die Woche haben wir uns deshalb zum Extra-Training getroffen, damit ich mich in meiner Leistung steigern und mich weiterentwickeln kann. Ich denke wir sind da auf einem guten Weg.

Wieso glaubst du, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für diesen Karriere-Schritt ist?

Ich bin jetzt schon 21 und heutzutage merkt man, dass die Jugendausbildung in Deutschland sehr, sehr gut ist. Es kommen immer mehr junge Talente von unten nach und wenn man den Schritt in den Profifußball schaffen will, darf man deshalb nicht zu lange warten. Für einen Torwart bin ich zwar noch sehr jung, aber ich möchte auch noch etwas in meinem Leben erreichen. Ich will nicht nur jahrelang diesem einen Traum hinterherjagen, um mir dann mit 25, 26 eingestehen zu müssen, dass es nicht funktioniert hat. Dann steht man mit leeren Händen da. Deshalb habe ich den Ansporn den Sprung in den nächsten ein, zwei Jahren zu packen, sonst läuft mir da einfach die Zeit weg. 

War es von Anfang an der Plan nur diese eine Saison bei Garching zu spielen und danach sofort wieder zu den Profis zu gehen?

Genau. Der Plan war es Spielerfahrung zu sammeln, meine Leistung zu steigern und wieder auf das Level zu kommen, das ich noch hatte als ich bei Sechzig war. Aufmerksamkeit zu bekommen, um im Sommer dann den Profifußball wieder ins Visier nehmen zu können war immer mein Ziel. Ob es dann klappt oder nicht, ist eine andere Frage.

„Ich habe gelernt, wie das Business funktioniert“

Wie hast du dich das vergangene halbe Jahr in Garching weiterentwickeln können? 

Ich konnte auf jeden Fall viel dazulernen: Es war gut für mich, dass mal wieder ein paar Schüsse auf‘s Tor kamen und ich mich als Torwart auszeichnen konnte. Was mir in Garching sehr stark geholfen hat ist, wie ich im Verein aufgenommen wurde: Ich habe sofort wieder die Spielpraxis bekommen, die mir gefehlt hat und konnte mein Selbstvertrauen wieder zurückgewinnen. Mit Daniel habe ich einen super Trainer, der mich als Torwart stark weitergebracht hat

Hast du Angst, dass du es nicht schaffen könntest dich im Profifußball zu etablieren?

Angst habe ich nicht in dem Sinne, dass ich das Gefühl habe, Zeit vergeudet zu habe. Nach dem Jahr in Erfurt habe ich gelernt, wie das Business funktioniert und wie schnell man da von ganz oben nach ganz unten fallen kann. Ich habe gerade nebenbei ein Studium angefangen, dass mir Sicherheit gibt. Wenn es nicht klappen sollte, dann hat es einfach nicht sollen sein. Dann waren andere einfach besser als ich. Aber mit meinem Mathe- und Sport Lehramtsstudium habe ich ein zweites Standbein, auf das ich setzen kann.

Welche Ziele hast du für das kommende Jahr?

Mit Garching ist das klare Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen. Für mich persönlich möchte ich meine Leistungen vom letzten Jahr bestätigen und mich im nächsten halben Jahr noch weiter verbessern. Dann hoffe ich, dass mir im Sommer der Schritt nach oben nochmal gelingt.

„Ob ein Wechsel zu Sechzig in Frage kommt liegt erstmal nicht an mir“

Was müsst ihr in der Rückrunde verbessern, um den Klassenerhalt zu schaffen?

Wir haben in der Hinrunde schon viele gute Spiele gezeigt. Unser Problem war, dass das letzte Quäntchen zum Sieg gefehlt hat: Wir haben die Chancen vorm Tor nicht genutzt und hatten auch mal die eine oder andere Unkonzentriertheit in unserem Spiel. Diese Dinge müssen wir ändern und hinten so stabil stehen bleiben, wie wir es am Ende der Hinrunde gemacht haben. Wenn uns das gelingt, dürften wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

Wie sieht eure Vorbereitung aus?

Wir hatten über die Winterpause unsere Laufpläne, um fit zu bleiben. Am Mittwoch haben wir mit dem Training angefangen und treffen uns jetzt drei- bis viermal die Woche. Ende Februar geht es dann mit dem ersten Rück­run­den­spiel wieder los.

Stehst du noch im Kontakt mit Sechzig und hättest Interesse an einem Rückwechsel?

Ich habe noch zu ein paar ehemaligen Mannschaftskameraden Kontakt, die aber auch nicht mehr dort spielen. Zu den Trainern und Offiziellen habe ich eigentlich keinen Kontakt mehr. Und ob ein Wechsel zu Sechzig in Frage kommt, liegt erstmal nicht an mir.

Wenn ein Angebot kommen würde, würdest du es in Erwägung ziehen?

Das würde ich mir erst überlegen, wenn es so weit kommen würde. Sie haben im Moment sowieso zwei sehr gute Torhüter und ich denke deshalb nicht, dass sie zur Zeit überhaupt auf Keeper-Suche sind. Deswegen habe ich mir da überhaupt keine Gedanken gemacht.

Quelle: Merkur.de

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