Sportlicher Leiter des VfR Garching fordert finanzielle Unterstützung der Fußballvereine

Ludwig Trifellner: Wir kommen nicht allein durch die Krise

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„Unter diesen Voraussetzungen können wir nicht weiterarbeiten.“ Ludwig Trifellner erhofft sich auch Unterstützung vom Profifußball.

Ludwig Trifellner, Sportlicher Leiter beim VfR Garching glaubt, dass die Vereine die Corona-Zwangspause ohne fremde Hilfe nicht überstehen können. Aus eigener Kraft könne sich der VfR nicht durch die zeitlich nicht absehbare Krise manövrieren.

Garching – In der Corona-Krise liegen die Nerven blank bei vielen Fußballvereinen, egal ob diese in den Profiligen spielen oder darunter in der semiprofessionellen Regionalliga. Eine der ersten Reaktionen kam vom FC Memmingen, der im Fall eines Saisonabbruchs bis zu 280 000 Euro Verlust befürchtet und deshalb sämtliche Zahlungen an Spieler oder Trainer eingestellt hat. Ludwig Trifellner, Sportlicher Leiter beim VfR Garching, beobachtet das genau und macht deutlich, dass die Vereine ohne fremde Hilfe die kommenden Wochen und Monate nicht überstehen können. Aus eigener Kraft könne sich der VfR Garching nicht durch die zeitlich nicht absehbare Krise manövrieren.

Ludwig Trifellner hat in seiner Wahlheimat Kufstein dank des strikten Ausgangsverbots viel Zeit, um jeden Tag mit Trainer Benjamin Flicker, Präsident Uwe Cygan oder den Spielern zu kommunizieren. Die Aussage der Gespräche ist klar: „Unter diesen Voraussetzungen können wir nicht weiterarbeiten.“ Der VfR Garching gehört in der Regionalliga finanziell zu den kleinen Lichtern, aber auch hier wackelt das Gebilde schon jetzt bedrohlich.

Mit den Verordnungen zur Gastronomieschließung beispielsweise fallen Pachteinnahmen für das Vereinsheim weg. Auch Gelder für Übertragungen im Internet-Portal „Sporttotal“ gibt es derzeit nicht, während bei den Ausgaben die Grundgehälter der Spieler sowie die Sozialabgaben weiter normal zu zahlen sind. Wegfallende Punktprämien für Spieler fallen kaum ins Gewicht.

„Finanziell geht es um Details, die kurzfristig geklärt werden müssen“, sagt Trifellner und blickt auf zwei Lager. Einerseits müsse die Politik bei den Unterstützungen für Unternehmen oder Selbstständige auch den halbprofessionellen Fußball in den Blick nehmen: „Wir sind auch Künstler und halten das gesellschaftliche Leben am Laufen.“ Bei der Rückkehr zur Normalität nach der Corona-Krise spiele der deutsche Volkssport eine wichtige Rolle „und bis dahin müssen Sportvereine weitergeführt werden“.

Trifellner denkt aber auch an Spieler wie den Studenten Tom Zimmerschied: „Ohne Einnahmen vom Fußball kann das für Studenten schnell existenzgefährdend sein. Ein Dennis Niebauer als Lehrer dagegen ist vielleicht etwas entspannter.“

Trifellner erhofft sich aber auch Unterstützung vom Profifußball, wo beispielsweise diskutierte Gehaltsverzichte nach unten weitergegeben werden sollten, „weil wir Amateure die Profis von morgen herausbringen. Garchings Sportlicher Leiter hält bei einer Solidargemeinschaft „Fußballer helfen Fußballern“ eine Win-Win-Situation für möglich: „Die Kids in den Vereinen sagen dann, dass der Lewandowski oder der Neuer unsere Clubs am Leben gehalten haben. So kaufen die Leute auf lange Sicht vielleicht noch mehr Trikots von ihren Idolen.“

Quelle: Merkur.de

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