Hilfe für die Schiris im Amateurfußball?

Videobeweis in der A-Klasse? Erding hält nichts davon

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Schiedsrichter Knut Friedrich wundert sich über die Initiative der Fifa.

Die Fifa bastelt an einem VAR light. Unsere Vereine und Schiris sind darüber verwundert.

Erding– „Ich halte das für einen verfrühten Aprilscherz“, sagt Knut Friedrich. So reagiert der Obmann der Schiedsrichter-Gruppe Erding auf die Idee, den Videobeweis im Amateurfußball einzuführen. Das könnte tatsächlich Realität werden.

Laut der Fifa habe eine Arbeitsgruppe Kostenfaktoren und Mindestanforderungen für einen Video-Assistant-Referee (VAR), in Deutschland bekannt als Videobeweis, diskutiert. Das Ziel: ein „VAR light“. Kostengünstigere Systeme sollen auch abseits des Profi-Geschäfts erwerblich sein. Gestützt auf Tests des asiatischen, französischen und europäischen Verbands will der FIFA eine Empfehlung für die nächsten Schritte zur Umsetzung des „VAR-light“-Konzepts vorlegen. Der Zeitpunkt ist noch unklar. Im Raum steht das Jahr 2022.

„Für mich ist das überhaupt nicht umsetzbar, vor allem finanziell“, meint Friedrich. Erdings Schiri-Boss will aber erstmal abwarten, „wie das im Detail überhaupt ausschauen soll“. Viel dringender sei für ihn, „endlich mal die Handspielregel unkomplizierter und für alle verständlich zu machen“.

Unverständnis kommt auch von Erdings Vereinen. „Ich persönlich halte davon gar nix“, sagt Eric Wenzel, 2. Vorsitzender des FC Langengeisling. „Wer soll denn das dann wieder alles bezahlen. Die Vereine selbst? Der Fußball lebt auch von den Fehlentscheidungen der Schiris und des Gespanns.“ Und da wäre noch das technische Problem: „Bei Stromausfall müsste das Spiel unterbrochen werden, weil der Schiri dann nicht mehr sachgemäß pfeifen kann. Man sieht doch in den höheren Ligen wie der Videoschiri den ganzen Spielfluss kaputt macht. Dan können wir gleich einen Virtuellen Schiri einführen“, so Wenzel.

Christoph Böning hält eine technische Ausrüstung „für unsere Ligen für unnötig“. Der Trainer des A-Klassisten Hörlkofener SV nimmt dafür gern auch mal Fehlentscheidungen in Kauf. „Über die können wir dann gern nach dem Spiel bei einem Bierchen diskutieren.“ pir

Quelle: Merkur.de

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