Nach drei Gegentoren in Überzahl

"Vielleicht war es zu einfach": Schmöller lässt Milde walten

Pullacher Jubel nach dem 3:0: Danach wurde es aber nochmal eng. Foto: Robert Brouczek

Was für ein irres Isartal-Derby! Erst vergab Bayernliga-Spitzenreiter SV Pullach gegen Schlusslicht BCF Wolfratshausen in Überzahl eine 3:0-Führung, nach dem Ausgleich schlugen die Raben aber doch noch zweimal zu und siegten mit 5:3 (2:0).

Frank Schmöller hatte in den vergangenen Wochen schon öfter solche Spielverläufe mitgemacht: Klare Führung, Nachlässigkeit, Ausgleich des Gegners und am Ende durch späte Treffer ein Zittersieg. Bislang reagierte der SVP-Coach mit Unverständnis, diesmal aber ließ er Milde walten: „Heute wird man von mir kein negatives Wort hören. Wir haben unser siebtes Heimspiel in Folge gewonnen, haben fünf Tore geschossen und sind weiterhin Tabellenführer. Von daher ist alles gut.“

Dabei hätte es ein wesentlich ruhigerer Nachmittag werden können. Im ersten Durchgang hatte der SVP Pech mit zwei Aluminiumtreffern nach einem Freistoß und einem Schuss von Andreas Roth (39., 40.), dann ging es doch noch mit einer 2:0-Führung in die Pause. Nach einer mit Rot geahndeten Notbremse von Mustafa Kantar gegen Max Zander verwandelte Lukas Dotzler den fälligen Elfmeter (44.), nachdem die Pullacher vom Anstoß weg den Ball zurückerobert hatten, legte er nur eine Minute später aus 16 Metern den zweiten Treffer nach (45.). „Wir haben uns für die zweite Halbzeit vorgenommen, kein bisschen nachzulassen“, verriet Schmöller. Prompt erhöhte Michael Hutterer unmittelbar nach dem Wechsel auf 3:0 (47.). „Traumhaft herausgespielt“, lobte Schmöller, „aber vielleicht ging es auch zu einfach.“

Denn nun passierte das Unfassbare: Statt den Sieg souverän nach Hause zu schaukeln, mussten die Pullacher gegen zehn Farcheter drei Tore durch Marian Knecht (52.), Angelo Hauk per Kopf nach einer Ecke (58.) und Jona Lehr (73.) hinnehmen. „Dass die zu einfach fielen und man bei drei Gegentoren in Überzahl nicht konsequent genug verteidigt hat, ist klar“, ließ sich Schmöller wenigstens einen Anflug von Kritik entlocken, aber nach den späten Treffern von Daniel Leugner per 20-Meter-Flachschuss (86.) und Almir Hasanovic, der einen Konter vollendete (90.+1), war er völlig versöhnt: „Andere Mannschaften brechen nach dem Ausgleich zusammen. Wir waren dagegen wieder in der Lage, das Spiel zu drehen.“

Besonders freute sich Schmöller über Leugners ersten Einsatz nach dessen Gehirnerschütterung. „Er hat mir im Training signalisiert, dass er auf die Bank will. Also war er für den Notfall dabei“, schilderte Schmöller die Ausgangslage vor dem überraschenden Comeback. „Beim 3:1 hatte ich dann schon so ein Gefühl, dass wir ihn brauchen und habe ihn gebracht, damit wir uns stabilisieren. Dass er dann vorne hilft und dieses Tor macht, ist natürlich auch schön.“

Quelle: fussball-vorort.de

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