Feucht-fröhliche Floßfahrt am Samstag

"Völlig wurscht, ob wir aufsteigen": Pullacher Meister-Sause

Im dritten Anlauf hat’s geklappt: Erstmals in der Vereinsgeschichte ist der SV Pullach Meister in der Bayernliga Süd geworden. F: Gasser

Bayernliga-Meister! Endlich! Nach zwei zweiten Plätzen in den Vorjahren hat sich der SV Pullach erstmals in der Vereinsgeschichte den Titel in der fünfthöchsten Spielklasse durch einen 1:0 (0:0)-Heimsieg über die SpVgg Hankofen-Hailing gesichert.

Als Schiedsrichter Tobias Schultes (Betzigau) nach vier Minuten Nachspielzeit die Saison für die Raben abpfiff, schäumte der Jubel über – im wahrsten Sinne des Wortes. Die üblichen Weißbierduschen ließen nämlich nicht lange auf sich warten. Erstes Opfer: Torschütze Tim Sulmer, der seine Stimmungslage in mehreren Etappen schildern musste. Einerseits, weil er mehrfach begossen wurde, andererseits, weil es ihm vorbehalten war, als Erster Trainer Frank Schmöller nass zu machen.

„Es ist unbeschreiblich“, schrie Sulmer also, zu diesem Zeitpunkt noch nur in Schweiß gebadet, seine Freude heraus. Wiederholte nach seiner ersten Dusche: „Unbeschreiblich!“ Und fügte dann, nachdem er den Coach verarztet hatte, hinzu: „Wir haben so eine Supertruppe!“

Eine Truppe, die im letzten Spiel kämpferisch und läuferisch noch einmal alles in die Waagschale warf, was gegen den wehrhaften Abstiegskandidaten aus Niederbayern auch nötig war: „Es war zäh, ging auf die Knochen, es wurde auch viel geredet, aber das haben wir vorher gewusst“, beschrieb Sulmer die aggressive Stimmung auf dem Rasen, die sich nach Spielende ziemlich schnell in Wohlgefallen auflöste, denn auch die Gäste durften feiern: Dank der übrigen Ergebnisse bleiben sie in der Bayernliga.

Die Pullacher aber unterstrichen mit dem engagierten Auftritt, wie wichtig ihnen dieser Titel war, auch ohne Aufstiegsmöglichkeit mangels Spielstätte, die die strengen Regionalliga-Kriterien des Bayerischen Fußball-Verbandes erfüllt (wir berichteten). Und auch die Feierstimmung, als der Triumph feststand, wirkte alles andere als pflichtschuldig. Ausgelassen wie kleine Kinder tobten die Raben über den Platz, zwischen den Jubelgesängen waren nur kurze Halbsätze zu erhaschen, wie etwa von Bernd Häfele, der mit dem FC Ismaning schon Ähnliches erlebt hat: „Mein zweiter Meistertitel, das ist geil. Völlig wurscht, ob wir aufsteigen.“ Oder von Torwart Michael Hofmann, dem 44-jährigen Ex-Profi, der seine lange Karriere mit diesem Titel beschließen durfte: „Wahrhaft verdient!“ Christoph Dinkelbach fand es „überragend“, und Daniel Leugner fasste noch einmal zusammen: „Was will man sagen? Meister! Auch wenn wir nicht aufsteigen können. Das ist jetzt ganz egal.“

In diesem Jubelsturm wirkte der Mann, der den Erfolg mit seinem langjährigen Einsatz auf allen Ebenen vor allem ermöglicht hat, fast wir ein Ruhepol: Pullachs Manager, Ex-Spieler, Ex-Trainer, Macher, Urgestein Theo Liedl. „Ich muss mich bei der Mannschaft und den Trainern bedanken, aber auch bei den Sponsoren und ehrenamtlichen Helfern“, lobte der 53-Jährige seine Mitstreiter. „Wir haben es verdient, auch im heutigen Spiel. Wir hatten zwar in der ersten Halbzeit keine Chancen, haben aber auch nichts zugelassen.“

Verdient haben sich alle Beteiligten beim SV Pullach auch den Feier-Marathon: Nach der Meister-Party am Samstag gab es am Sonntag eine feucht-fröhliche Isar-Floßfahrt obendrauf.

Quelle: fussball-vorort.de

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