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Andreas Voglsammer: „Am besten, du bist bei 120 Prozent“

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Von: Dieter Priglmeir

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Treffer in Dortmund: Erling Haaland kann nur zusehen, wie Andreas Voglsammer das Kopfballduell gegen Thomas Meunier gewinnt und den Anschlusstreffer erzielt. Am Ende verliert Union 2:4. 
Treffer in Dortmund: Erling Haaland kann nur zusehen, wie Andreas Voglsammer das Kopfballduell gegen Thomas Meunier gewinnt und den Anschlusstreffer erzielt. Am Ende verliert Union 2:4.  © Sven Simon via www.imago-images.de

Der Dorfener Fußballprofi Andreas Voglsammer spricht über seine Joker-Rolle bei Union Berlin und das abgelaufene und neue Bundesligajahr .


Dorfen/Bielefeld – Ja, is denn scho wieder Bundesliga? Am Samstag geht es für Andreas Voglsammer ins nächste Jahr in der höchsten deutschen Liga. 2020 war der Dorfener mit Arminia Bielefeld aufgestiegen, mit der er vergangene Saison den Klassenerhalt schaffte. Nach einer langwierigen Waden-Verletzung war er zum Saisonendspurt voll da, erzielte beim 1:1 in Mainz auch seinen ersten Bundesligatreffer. Im Sommer verließ Voglsammer nach fünf Jahren die Ostwestfalen und wechselte zu Union Berlin, wo er alle 17 Hinspiele bestritt. Allerdings stand er nur einmal – ausgerechnet gegen seinen Ex-Club Bielefeld – in der Startformation. Aber auch von der Bank war der Stürmer immer voll da, erzielte etwa in Dortmund den 2:3-Anschlusstreffer. Als Torschütze glänzte er auch in den anderen Wettbewerben: beim 3:1-Sieg im DFB-Pokal gegen Waldhof Mannheim und beim 3:0-Erfolg gegen Maccabi Haifa im Conference-Cup. Wie sah er das vergangene Jahr, und wie geht’s heuer weiter mit Union, die am Samstag beim nur um einen Punkt besseren Tabellenvierten Bayer Leverkusen antritt und mit einem Sieg selbst auf einem Champions-League-Platz stünde? Wir sprachen mit dem Dorfener, der am Sonntag seinen 30. Geburtstag feiert.

Herr Voglsammer, wie war der Kurzurlaub mit Weihnachten zuhause?

Sehr gut, sehr erholsam. Das war auch wirklich wichtig. Das vergangene Jahr mit den vielen Reisen war doch sehr kräftezehrend, das bin ich nicht so gewohnt. Aber jetzt geht es wieder los. Und das heißt: volle Konzentration auf die bevorstehenden Aufgaben. Und ich glaube, da haben wir alle die Zeit ganz gut genutzt.

Kurzer Rückblick auf 2021: Was war der schönste Moment des Jahres?

Oh, das ist echt schwer. Mein erstes Bundesligator war schon etwas Besonderes. Dass wir in Bielefeld die Klasse halten konnten, war auch ein besonderer Moment, weil da einfach keiner dran geglaubt hatte. Aber auch die internationalen Spiele mit Union in Finnland, Israel, Tschechien oder bei Feyenoord Rotterdam waren etwas Besonderes. Das war richtig cool. Die Atmosphäre dort war einfach beeindruckend. Sich da auf den schönste Moment festzulegen, ist da wirklich schwer, aber wahrscheinlich war es dann doch das erste Bundesliga-Tor.

Und woran erinnern Sie sich nicht so gern?

Die Anfangszeit in der Bundesliga mit meiner Wadenverletzung war natürlich nicht so einfach. Aber da bin ich gut rausgekommen. Seitdem bin ich Gott sei Dank von Verletzungen verschont geblieben.

Von Bielefeld nach Berlin – nach fünf Monaten kann man ja schon eine kleine Zwischenbilanz ziehen. Was ist wo besser?

Die Qualität ist hier in Berlin schon noch einen Tick höher. Und die Stadt selbst ist natürlich auch etwas ganz anderes.

In der Conference League bejubelt Voglsammer den Führungstreffer beim 3:0-Sieg gegen Maccabi Haifa. Union scheidet dennoch in der Gruppenphase aus, liegt aber in der Bundesliga nur einen Punkt hinter den Champions-League-Plätzen.
In der Conference League bejubelt Voglsammer den Führungstreffer beim 3:0-Sieg gegen Maccabi Haifa. Union scheidet dennoch in der Gruppenphase aus, liegt aber in der Bundesliga nur einen Punkt hinter den Champions-League-Plätzen. © Imago/Koch

Sie haben alle 17 Hinspiele bestritten, allerdings nur eins in der Startformation – fühlen Sie sich wohl in der Joker-Rolle?

Natürlich wünscht man sich als Leistungssportler und Profifußballer, dass man jedes Spiel von Anfang an bestreitet. Aber du musst auch immer sehen, wie die Konkurrenten auf deiner Position performen. Und die haben es top gemacht. Deswegen blieb mir im Großen und Ganzen nichts anderes übrig, als einfach immer Gas zu geben und zu versuchen, die Jungs auch von hinten zu pushen.

Was ist anders, wenn man ins Spiel kommt, während die anderen schon eine Stunde in den Knochen haben, man selbst aber sofort von 0 auf 100 kommen muss?

Du musst sofort funktionieren, weil die Mannschaften schon voll im Spiel drin sind. Die Viertelstunde Anlaufzeit und Abtasten, die die Spiele oftmals haben, haben die anderen schon längst hinter sich. Das gibt es also nicht, wenn du reinkommst. Da musst du sofort da sein. Am besten, du bist bei 120 Prozent. Insgesamt, glaube ich, habe ich die Rolle ganz gut ausgefüllt.

Neues Jahr, neues Glück – was haben Sie sich für 2022 vorgenommen?

Das Wichtigste bleibt in dieser schwierigen Zeit, dass man gesund bleibt. Ich hoffe, dass ich ohne Verletzungen durchkomme und dass wir möglichst viele Punkte holen. Ich will so viel Einsatzzeit wie möglich bekommen, um mich zu zeigen, damit es der Trainer schwer hat, mich nicht aufzustellen. Alles andere kommt von allein.

Wo wird die Union am Ende der Saison stehen?

Das ist nicht so einfach zu sagen, Die Liga ist doch noch relativ eng beisammen. Wir schauen von Spiel zu Spiel und versuchen jedes zu gewinnen. Dann können wir uns nach dem 34. Spieltag gern nochmal zusammensetzen, um zu schauen, was dabei rausgesprungen ist.

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