Dafür wurde er jetzt geehrt

Volleyballer mit Herz: Ex-SCF-Spieler kämpft gegen Plastik in den Weltmeeren

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Begegnung mit dem Mantarochen: Tim Noack setzt sich für die Tiere und den Umweltschutz ein. 

In seiner Freizeit kämpft Tim Noack, der für den Sportclub Freising gespielt hat, gegen Plastikmüll in den Weltmeeren. Sein großes Engagement wurde unlängst im Rahmen des DVV-Pokalfinales in Mannheim gewürdigt.

Grafing/München – „Dein Einfluss zählt!“ Davon ist Tim Noack, Volleyballer des Zweitligisten TSV Grafing, im Zusammenhang mit den Millionen Tonnen an Plastikmüll, der die Ozeane und seine Bewohner überschwemmt, überzeugt. Die internationale Natur- und Umweltschutzorganisation WWF schätzt, dass jedes Jahr 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastik in die Meere gelangen und „zehntausende Tiere das Leben“ kosten. Für Tim Noack sind das höchst alarmierende Zahlen, die jedoch auch fernab der Meeresküsten von jedem Menschen positiv beeinflusst werden können.

Freisingern noch gut als SCF-Spieler bekannt

Den Freisinger Volleyballfans ist der 27 Jahre alte und 1,96 Meter große Blondschopf noch gut als SCF-Spieler und großes Beachvolleyballtalent bekannt. Während seines Wirtschaftsstudiums hat der Münchner auf einer längeren Reise durch Südostasien seine zweite große Leidenschaft entdeckt: „Bei meiner Ausbildung zum Divemaster in Komodo, Indonesien, haben es mir irgendwie die Mantarochen angetan. Ich habe mich viel mit der Spezies beschäftigt, und sie sind mir sehr ans Herz gewachsen.“

Ausgezeichnet vom Verband für sein soziales Engagement und die „Volleyballstory des Jahres“: Tim Noack.

Eine seiner vielen Unterwasserbegegnungen mit den bis zu fünf Meter großen und etwa 1,3 Tonnen schweren Riff-Mantas ist dem Tauchguide nachhaltig in Erinnerung geblieben. „Bei diesem speziellen Tauchgang hatte ich viele Mantarochen um mich, aber auch keinen Meter Wasser ohne Plastikteilchen“, erklärt Noack. „Die Mantas gleiten mit weit aufgerissenem Maul durch das Wasser, um Plankton herauszufiltern. In dieser Plastikbrühe dabei kein Plastik aufzunehmen, ist nahezu unmöglich.“

Schon über 10.000 Euro nach Indonesien geflossen

Zurück in Bayern gründete Tim Noack ein „soziales Mode-Startup“. Aus einem Wortspiel in der indonesischen Landessprache Bahasa Indonesia wurde aus dem „Sonnentag“ sozusagen der „Mantatag“ und damit „Mantahari Oceancare“. Erst später erfuhr Noack zufällig von der Namensverwandtschaft zur exotischen Nackttänzerin und deutschen Spionin Mata Hari.

Auf www.mantahari.com wird mit dem Verkauf von Freizeitmodeartikeln wie aus recycelten PET-Flaschen hergestellten Basecaps und T-Shirts, die Noack mit der Unterstützung von Freunden und Bekannten entwirft und produziert, die Marine Megafauna Foundation unterstützt. Eine unabhängige Forschungsorganisation in Komodo, die unter anderem auch Internship-Programme und spendenbasierte Patenschaften für Mantarochen organisiert. „Bisher sind so über 10.000 Euro nach Indonesien geflossen. Ein Betrag, der vor Ort eine Menge helfen kann.“ Außerdem betreibt der 27-Jährige in einem Blog Aufklärungsarbeit in Sachen Plastikmüll.

Für seinen ehrenamtlichen Kampf gegen Plastik in den Ozeanen wurde Tim Noack in der Kategorie „Volleyballstory des Jahres“ vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV) und der Volleyball-Bundesliga mit dem „Goldenen Händchen“ prämiert. Am Abend vor dem DVV-Pokalfinale wurde Noack in der Mannheimer SAP-Arena auf dem Spielfeld ausgezeichnet. „Das Wochenende war schon cool, weil in der Volleyballszene viele Leute bereit sind, sich mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen. Da bin ich viele Visitenkarten losgeworden.“ Und ein Hinweis von Tim Noack durfte bei diesem Austausch direkt oder indirekt nicht fehlen: „Dein Einfluss zählt!“

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Quelle: Merkur.de

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