Müller trifft doppelt

Von wegen Abstiegskandidat: 1. FC Garmisch-Partenkirchen siegt 4:2 in Neuburg

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Nicht zu halten: Stürmer Moritz Müller (hier eine Aufnahme aus dem Spiel gegen Memmingen) trifft beim 4:2-Auswärtssieg des 1. FC Garmisch-Partenkirchen beim VfR Neuburg zweimal.

Nach dem ersten Saisonsieg ist der 1.FC Garmisch-Partenkirchen nicht nur im vorderen Mittelfeld der Landesliga Südwest verortet. Er ist auch einer von inzwischen nur noch drei ungeschlagenen Vertretern dieser Staffel.

Neuburg – Besser als mit einem Auswärtsdreier bei einem der vermeintlichen Titelfavoriten lässt sich die Stimmung kaum befeuern. Emotionale Bilder aus der Kabine machten über die sozialen Netzwerke die Runde, eine von Ausgelassenheit geprägte Heimreise endete für einen Teil der Kicker des 1. FC Garmisch-Partenkirchen im frisch eröffneten Bierzelt der Garmischer Festwoche. Die Werdenfelser ließen sich dort für ihre bisher gezeigten Leistungen feiern.

Nach dem 4:2-Erfolg über den VfR Neuburg sind die Bedenken ob der Konkurrenzfähigkeit des 1. FC ohne Maximilian Berwein und Franz Fischer endgültig obsolet. Mehr noch: Seit dem Abgang der beiden vormaligen Top-Stürmer wirkt das Team gefestigter. Die Verantwortung lastet nicht auf den Schultern zweier Einzelkönner, sie wird von jedem Spieler zu gleichen Teilen getragen. „Alle spielen befreit auf“, betont Kapitän Stefan Durr. Auch der Zusammenhalt sei groß. „Wir stehen eng zusammen.“

Kapitän Stefan Durr macht den Anfang

Ein aktueller Querverweis: Berwein kassierte am Wochenende mit dem VfR Garching eine 0:5-Abreibung in Eichstätt, Fischer stand mit Kreuzbandriss und Krücken auf der Tartanbahn des Wolfratshauser Isar-Loisach-Stadions, wo seine Penzberger zum Derby gegen den BCF antraten. Der 1. FC hingegen schickt sich an, mit seiner homogenen, erfolgshungrigen Mannschaft für Furore zu sorgen. Insgesamt 75 Minuten gaben die Gäste in Neuburg den Ton an. Lediglich in der Viertelstunde vor der Pause drohte zwischenzeitlich Ungemach beim Blick auf das Ergebnis. Durr selbst war es, der zu Beginn mit seinem Elfmetertor dem 1. FC die nötige Sicherheit gab. Zuvor schickte er mit einem vertikalen Zuspiel Stefan Lorenz auf die Reise, der dann nahe des Sechzehner-Ecks regelwidrig zu Fall gebracht wurde. Durr sah sein Team vom Anstoß weg „sehr präsent“ agieren. Zum Leidwesen des Mitaufsteigers aus dem Vorsommer. „Neuburg fand kaum Mittel gegen uns.“

Selbstkritik ist den Spielern bei aller Euphorie aber nicht fremd. Durr zielt auf die neuerlich unnötigen Gegentore. „Wir lassen kaum etwas zu, dennoch bekommen wir zwei Tore im Schnitt.“ Waren es beispielsweise in Mering Sonntagsschüsse, führten am Samstag Glücksmomente der Platzherren zu den Treffern. Beim 1:1-Ausgleich wähnte die FC-Hintermannschaft den ankommenden Standard als bereits geklärt. Doch bekam Niko Schröttle irgendwie die Fußspitze an den Ball und diesen somit über die Torlinie. Keeper Andreas von Mücke wäre „zu überrascht“ gewesen, um Gegenwehr zu leisten, urteilt Durr. Nicht minder machtlos war der junge Schlussmann beim Eigentor von Florian Scheck. Der Leitwolf der FC-Innenverteidigung hielt seinen Fuß in einen an sich harmlosen Schuss aus zentraler Position, schickte von Mücke dadurch in die falsche Ecke. Durr sah seine Elf in Folge „etwas unsortiert“ agieren. Doch man habe das „Problem Rückstand“ nach der Pause gut gelöst.

Jonas Poniewaz mit „bestem Spiel, das er je gemacht hat“

Coach Christoph Saller mahnte zur Ruhe, verwies in seiner Ansprache auf die Chancen, die definitiv noch kommen würden. Was folgte, war eine „sehr ordentliche“ (Durr) zweite Halbzeit der Gäste. Mit zwei Toren von Moritz Müller, der mit einem präzisen Flachschuss in die kurze Ecke ausglich und mit dem Schlusspfiff noch ein Zuspiel von Michel Naber im Stile eines Eishockey-Penalties versenkte. Die Jugend war jetzt der große Trumpf des 1. FC. Mit Jonas Poniewaz traf ein weiterer Akteur aus dem Talentschuppen des Klubs. Mit dem Rücken zum Neuburger Tor stehend, versenkte der 21-Jährige den Ball aus der Drehung über den Innenpfosten zum 3:2. Die ultimative Belohnung für das laut Kapitän Durr „beste Spiel, das er je gemacht hat.“

Quelle: Merkur.de

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