Früher bei Unterhaching und Heimstetten

Vorort-Interview: Was macht eigentlich Florian Rudy?

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Florian Rudy hat mit nur 26 Jahren die Fußballschuhe an den Nagel gehängt.

SpVgg Unterhaching - Wie so viele junge Talente hatte auch Florian Rudy einst den Traum, sein Geld als Fußballprofi zu verdienen. Die angestrebte Profi-Karriere hat der Bruder von Nationalspieler Sebastian ad acta gelegt. Er bleibt dem Fußball erhalten - allerdings in anderer Funktion.

Fussball Vorort hat sich mit dem groß gewachsenen, ehemaligen Mittelstürmer aus Villingen-Schwenningen unterhalten. Der Ex-Spieler von Haching und Heimstetten gibt Einblicke in sein Leben nach der Fußball-Karriere, spricht über die Zukunft und die Zusammenarbeit mit dem neuen Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann.

Flo, seit deinem Abschied vom SV Heimstetten im Juli 2014 bist du bei keinem Verein mehr aufgetaucht. Wie steht es um deine Karriere?

Um es kurz zu machen: Ich habe meine Fußballkarriere als Spieler beendet.

Dein Karriere-Ende kommt mit 26 Jahren doch sehr früh. Hattest du keine Angebote mehr vorliegen oder was war für dich der ausschlaggebende Punkt?

In der Tat ist es sehr früh und ich hatte auch noch Angebote, die mir ein Weitermachen ermöglicht hätten. Aber ich habe mir immer gesagt, alles zu geben bis ich 26 bin und wenn ich bis dahin nicht in der 1. oder 2. Bundesliga spiele, höre ich auf. Es gibt auch noch ein Leben nach dem Fußball.

Vor etwa einem Jahr hast du bei einigen Profi-Teams in den USA mittrainiert und warst kurz davor, nach Übersee zu gehen. Was ist daraus geworden?

Ja, das stimmt. Ich habe Tryouts (Anm. d. Red.: Ähnlich, wie ein Probetraining) bei einigen Profi Teams in der North American Soccer League (NASL) und der United Soccer League (USL) gemacht. Von New York bis Fort Lauderdale habe ich bei ungefähr fünf Teams mittrainiert und hätte auch die Möglichkeit gehabt, dort zu spielen. Aus privaten Gründen habe ich mich aber dagegen entschieden.

Wie gestaltest du inzwischen deinen Alltag? Hast du ein Studium oder ähnliches begonnen?

Genau, ich habe ein Studium für Sportbusiness-Management an der IST Hochschule in Düsseldorf begonnen. Dies absolviere ich aber als Fernstudium, weil ich einfach die Flexibilität brauche. Im Rahmen meines Studiums habe ich nun das letzte halbe Jahr bei der U19 in Hoffenheim unter Julian Nagelsmann hospitiert.

Wie sehen deine Aufgaben beim Klub deines Bruders Sebastian aus? 

Mein Tagesablauf sieht dort folgendermaßen aus: Morgens trainiere ich selbst und lerne fürs Studium. Von Mittag bis abends arbeite ich dann mit dem U19-Team und am Wochenende bin ich bei deren Spielen dabei.

Wie gefällt dir der Blickwinkel des Coaches?

Das ist sehr interessant. Man sieht vieles mit anderen Augen und es macht total Spaß mit den Jungs zu arbeiten.

Dein Chef bei der TSG war bis vor kurzem Julian Nagelsmann, der nun mit 28 Jahren jüngste Trainer im deutschen Profifußball. Wie war die Arbeit mit ihm? Was zeichnet ihn in deinen Augen aus?

Julian ist ein Supertyp! Er arbeitet sehr professionell und ist trotzdem auch immer für einen Spaß zu haben. Er ist zwar der jüngste Bundesliga-Trainer, aber das Alter spielt in meinen Augen keine Rolle. Das ist das Gleiche, wie bei den Spielern auf dem Platz. Da spielen auch nicht immer die Ältesten, sondern die Besten. Andererseits ist Julian fast schon ein alter Hase im Trainergeschäft, da er verletzungsbedingt sehr früh mit dem Kicken aufgehört und seine Trainerkarriere begonnen hat.

Siehst du Konfliktpotenzial in dem jungen Alter von Nagelsmann als Trainer einer Profi-Mannschaft?

Nein, er ist trotz seines Alters schon eine richtige Autoritätsperson. Ich bin mir sicher, dass er aus der Mannschaft wieder ein Gewinner-Team formt und den Klassenerhalt schafft.

Möchtest du den Weg als Trainer weiter verfolgen und wo siehst du dich langfristig mit der Pfeife an der Seitenlinie?

Mein Studium geht noch zweieinhalb Jahre und in dieser Zeit möchte ich weiter Erfahrung im Sportgeschäft sammeln. Vielleicht auch außerhalb des Fußballs und auch nicht zwingend in Deutschland. Was dann noch alles kommt, wird man sehen.

Wie fällt dein Fazit über deine Spieler-Karriere aus? Hättest du im Nachhinein etwas anders gemacht?

Klar, ein paar Kleinigkeiten würde man immer gerne anders gemacht haben. Aber im Großen und Ganzen würde ich nichts ändern wollen, da ich immer zu 100 Prozent mein Ziel verfolgt habe.

Kannst du dir vorstellen, nochmal außerhalb der großen Ligen, im unterklassigen Amateurbereich, für einen Verein aufzulaufen?

Auch wenn natürlich nach wie vor viele Anfragen da sind, kann ich es mir aktuell nicht vorstellen. Aber wer weiß schon, was noch kommt. 

Was ist aus deiner Zeit als Spieler hängen geblieben? Gibt es Momente, an die du dich besonders gerne erinnerst?

Ja, da gibt es einige Dinge. Zum Beispiel mein erstes Drittliga-Spiel mit der SpVgg Unterhaching in Chemnitz oder die vielen Freundschaftsspiele gegen Bundesligisten. Aber auch einige tolle Mannschaftskollegen, mit denen ich teilweise bis heute super Freundschaften aufgebaut habe, haben natürlich einen hohen Stellenwert.

Wie ist das Verhältnis zu deinem Bruder Sebastian? Zur Zeit dürftet ihr euch ja recht häufig über den Weg laufen, oder?

Wir haben innerhalb unserer Familie im Allgemeinen ein super Verhältnis zueinander. Deswegen natürlich auch zu Sebastian. Da wir beide nur fünf Minuten voneinander entfernt wohnen, sehen wir uns tatsächlich sehr oft und unternehmen, wenn es der Trainingsplan zulässt, auch einiges miteinander. 

Quelle: fussball-vorort.de

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