Fußball Kreisklasse 2

Weg mit den Mätzchen: Neue Regeln sorgen für Diskussionsstoff auf den Fußballplätzen

+
Die neuen Fußball-Regeln erklärte Dominik von Maffei (Lehrwart der Schiedsrichtergruppe) unter anderem den Teilnehmern der Schulung im Vereinsheim des TSV Weyarn.

Auch im Landkreis sind die neuen Regeln auf den Fußballplätzen angekommen. Wir haben uns umgehört, wie die Stimmung hierzu in den Vereinen ist.

Landkreis – Neue Regeln, neue Diskussionen: Bereits an den ersten beiden Spieltagen der Fußball-Bundesliga konnte man beobachten, wie viele strittige Entscheidungen durch die Regel-Änderungen getroffen werden. Beim Spiel zwischen Hoffenheim und Bremen sorgte ein aufgrund der neuen Regeln aberkanntes Tor für Furore, auch beim Match der Bayern wurden zwei mögliche Strafstöße nicht gegeben. Paderborns Trainer Steffen Baumgart bekam als erster Trainer der Bundesliga-Geschichte die gelbe Karte, weil er seine Kappe auf den Boden warf.

Auch auf den Fußballplätzen im Landkreis werden die neuen Regeln inzwischen umgesetzt und sorgen für viel Gesprächsstoff. Dominik von Maffei, Lehrwart der Schiedsrichtergruppe Bad Tölz, hat bereits Schiedsrichter-Schulungen in Darching, Miesbach und Weyarn durchgeführt. Die meisten Kicker aus dem Landkreis kennen die Änderungen mittlerweile, doch viele Zuschauer sind noch nicht mit den Neuerungen vertraut. Auch regeltechnische Grauzonen gibt es weiterhin. „Im Sinne der Disziplin verlief die bisherige Saison recht gut“, sagt von Maffei. „Obwohl bereits einige Trainer sanktioniert wurden.“

Das Wegschlagen des Balles habe bereits deutlich abgenommen, und auch bei den anderen Neuerungen gäbe es wenig Probleme, erklärt der Lehrwart. Von Maffei erhofft sich vor allem von ganz oben Klarheit. „In der Bundesliga könnte durchaus noch etwas strikter vorgegangen werden“, meint er. „Um so für unsere Klassen ein Vorbild zu sein.“

Sowohl DJK Darchings Coach Patrick Lachemeier, als auch Holger Fritz, Trainer vom FC Rottach-Egern, sehen weder eine Verbesserung, noch eine Verschlechterung durch die neuen Regularien. „Das Einzige, was ich bemängeln möchte, sind die Trainer-Karten“, sagt Lachemeier. „Aus meiner Sicht sollte der Trainer sowieso voraus gehen.“

Im Lager der Rottacher gab es keine Regelschulung, bei ihnen soll sich alles aus dem Spielbetrieb ergeben. „Fußball ist ein einfaches, leichtes und begeisterndes Spiel, und so sollte es auch bleiben“, meint Fritz. „Mit den vielen Änderungen geht ein Stück des natürlichen Spiels verloren.“

Das Team der SG Hausham wurde durch einen kurzen Lehrgang eines internen Schiedsrichters geschult. „Ich finde, die neue Abschlag-Regel ist eine deutliche Verbesserung“, sagt Haushams Zweiter Abteilungsleiter Florian Fink. „Denn so wird der gezielte Spielaufbau besser ermöglicht.“ Er wünscht sich von den Unparteiischen das eine oder andere Mal mehr Fingerspitzengefühl, denn die Kommunikation mit dem Referee könnte laut Fink in einigen Situationen unnötige Spannung abbauen.

Sepp Riedl, Trainer des SC Wörnsmühl, ist erfreut über die bessere Disziplin auf dem Feld. „Mätzchen, wie den Ball blockieren oder wegschlagen, aber auch das ständige Reklamieren, gehören für mich nicht auf den Fußballplatz“, sagt der Coach. „Der Fußball sollte sich an anderen Sportarten orientieren und auch disziplinierter zu Werke gehen.“ Der SC-Trainer legt sogar noch einen drauf: „Ich finde, ein Ersatztorwart sollte als vierter Spielerwechsel erlaubt sein.“ Auch einen Einwurf, der nicht immer ein Vorteil sei, würde er durch einen Einstoß ersetzen. „Eine zusätzliche Linie quer zum Platz könnte den Schiedsrichtern in den unteren Ligen bei der Abseitsentscheidung helfen“, meint Riedl.

Beim TSV Weyarn stellte man bislang fest, dass die Regel-Auslegung der Unparteiischen noch sehr unterschiedlich ist. „Die Schiedsrichter sollten versuchen, möglichst mit der gleichen klaren Linie zu bewerten“, fordert Abteilungsleiter Christian Wacker. „Wenn jedes Spiel anders gepfiffen wird, kommen zu viele Unklarheiten auf.“

Wie schnell sich eine Partie durch Ballwegschlagen drehen kann, zeigte die Kreisklassenbegegnung der Weyarner in Hausham. Sie endete nach einer Haushamer 2:0-Führung wegen eines Platzverweises kurz vor Schluss noch mit 2:2. Die neuen Regeln werden also weiterhin für Diskussionen auf den Sportplätzen sorgen – das erste Fazit ist aber weitgehend positiv.

Der Spieltag

SC Wörnsmühl - SC Gaißach: Der SC Wörnsmühl will sich nach der 1:7-Niederlage bei Olympic Geretsried am vergangenen Wochenende um Wiedergutmachung bemühen. Ziel ist es, die kampfstarken Gaißacher zu bändigen und den ersten Dreier der Saison einzufahren. Die Personalsituation ist beim SC aber weiterhin angespannt, so fehlt den Heimischen einiges an spielerischen Möglichkeiten. 

SV Bad Tölz - SG Hausham: Auf die Haushamer wartet beim Auswärtsspiel in Bad Tölz ein Gegner auf Augenhöhe. Der Kreisligaabsteiger will am vierten Spieltag endlich den ersten Dreier in der Kreisklasse 2 einfahren. Erstmals in dieser Spielzeit können die Gäste mit dem vollzähligen Kader anreisen. 

TSV Sauerlach - DJK Darching: Für die DJK Darching geht es zum Aufsteiger TSV Sauerlach, der gut in die Liga gestartet ist. Mit Marinus Epp, Simon Sitzberger, Vitus Jaschke, Markus Leitner, Markus Pallauf und Mathias Kolb fehlen allerdings wichtige Spieler. Trotzdem will die DJK nicht mit leeren Händen nach Hause fahren. 

SC RW Bad Tölz - TSV Weyarn: Der TSV Weyarn trifft nach dem spielfreien Wochenende mit dem SC RW Bad Tölz auf einen sehr starken Aufsteiger. Aus einer gesicherten Defensive und mit einem schnellen Umschaltspiel wollen die Weyarner drei Punkte einfahren, um den Anschluss nach oben nicht zu verlieren. 

FC Rottach-Egern - Olympic Geretsried: Mit Olympic Geretsried bekommt der FC Rottach-Egern einen selbsternannten Aufstiegsfavoriten zu Besuch. Dies spielt jedoch keine Rolle für den FC, zu Hause sind immer drei Punkte das Ziel. Ein Spaziergang wird das gegen die spielstarken Griechen allerdings nicht

ts

Quelle: Merkur.de

Auch interessant

Meistgelesen

Klaus Beckmann übernimmt FC Rottach-Egern
Klaus Beckmann übernimmt FC Rottach-Egern
Video-Workout: Fit bleiben mit Klopapier
Video-Workout: Fit bleiben mit Klopapier
Saller für Vollendung der Saison
Saller für Vollendung der Saison
Sportlerwahl in Freising: Tennisspieler Toni Stippler ist Sportler des Jahres 2019 
Sportlerwahl in Freising: Tennisspieler Toni Stippler ist Sportler des Jahres 2019 

Kommentare