Pipinsried nähert sich der Abstiegszone

Weiß kritisiert nach 0:4 die Führungsspieler

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Die Vorentscheidung: Onur Misirlioglu trifft per Kopf zum 2:0.

BCF Wolfratshausen - Ordentlich begonnen, katastrophal abgeschlossen. Der FC Pipinsried nähert sich in der Fußball-Bayernliga nach der 0:4 (0:0)-Niederlage beim BCF Wolfratshausen allmählich bedrohlich dem Relegationsbereich. Die Gefahrenzone der Süd-Tabelle ist nur noch zwei Punkte entfernt.

Die Szene hatte Symbolcharakter. Als Bernd Weiß das Mikrofon zu Analysezwecken ergriff, kam erst mal nur ein Krächzen. Pipinsrieds leitender Angestellter hatte gesundheitsbedingt mit seiner Stimme zu kämpfen. Weiß war damit am Samstag ebenso angeschlagen wie seine urbrave Mannschaft, die sich dem Ernst der Lage ganz offensichtlich nicht stellen möchte oder kann.

Der Vorsprung auf die Ausscheidungsplätze für Landes- und Bayernliga ist fast aufgebraucht.

Besonders schlimm war die Art und Weise, wie der FCP beim nicht minder ersatzgeschwächten Ballclub aus der Flößerstadt die Segel strich. Der Auftritt in der letzten halben Stunde habe mit „Abstiegskampf in der Bayernliga nichts zu tun“, räumte Weiß ein.

Der Auftakt indes war relativ kritikfrei. Manuel Eisgruber duellierte sich gleich dreimal mit BCF-Schlussmann Kevin Pradl. Auf der Linie ist der 23-Jährige eine Festung. Das musste Eisgruber anerkenne, als Pradl seine Direktabnahme über die Latte wischte.

Weiß beschrieb seine Eleven als die „etwas bessere Mannschaft“, die „zwei oder drei gute Möglichkeiten“ hatte. Was der 56-Jährige gleichwohl nicht ergründen konnte war der rapide Leistungsabfall nach dem Seitenwechsel. „Nach der Halbzeit und dem Gegentor war es bei uns total vorbei“, musste der Fußball-Lehrer eingestehen.

Wolfratshausen ging unmittelbar nach Wiederbeginn in Führung, weil Christian Duswald aus der Distanz akrobatisch abzog, der Ball abgefälscht am Pfosten, und von dort vor der Beinen von Gilbert Diep landete. Der 20-Jährige war im Winter vom SV Heimstetten nach Farchet gewechselt, und jetzt markierte er schon sein erstes Pflichtspieltor für den BCF. Drei weitere Treffer seiner Mitspieler sollten als Dokument Pipinsrieder Angsthasen-Fußballs folgen.

Nach einer Stunde köpfte Onur Misirlioglu eine Duswald-Ecke freistehend aus 14 Meter unter die Latte – 2:0.

Im Anschluss an diesen zweiten Treffer verpassten die Pipinsrieder die Einfahrt zurück ins Spiel. Nickoy Ricter zwang Pradl mit der Fußspitze zum neuerlichen Reflex, und Markus Achatz setzte den Nachschuss flach rechts vorbei. „Gibt’s doch nicht“, seufzte Co-Trainer Robert Steurer. Gab es doch. Und damit nicht genug. Florian Scheck markierte zu Beginn der Endphase das 3:0, Vorbereiter Jona Lehr setzte alsbald selbst den vierten Treffer der Farcheter hinterher. Pipinsrieds Verteidigung hatte in diesen Situationen Mühe, ihrer Bestimmung halbwegs gerecht zu werden. Als Thomas Berger dann auch noch knapp vorbeizielte, war sogar der Ehrentreffer passé.

Doch Bernd Weiß rieb sich an etwas fundamentalerem: Dem nicht zu erkennenden Vorbild-Auftrag seiner wenigen verbliebenen Führungsspieler. „Enttäuschend, dass sie den Kopf nicht oben halten. Damit werden die jungen Spieler mit runter gezogen.“ Viel Arbeit also für Weiß und seinen FC Pipinsried vor dem wichtigen Heimspiel gegen Kellerkind SV Erlbach am Ostersamstag.

Quelle: fussball-vorort.de

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