Spektakulärer Transfercoup?

Die Welzmüllers: "Früher oder später spielen wir in Inning"

Josef Welzmüller (r.) will eines Tages wieder mit seinen Brüdern beim SV Inning kicken. F: Leifer

Irgendwann werden sie sicherlich wieder nach Hause zurückkehren. „Früher oder später spielen wir alle drei bei der ersten Mannschaft in Inning“, kündigt Josef Welzmüller voller Zuversicht an.

Die Gemeinde am Ammersee fiebert schon jetzt dem Comeback der mittlerweile 27 Jahre alten Drillinge entgegen, die einst als E-Jugendliche beim Merkur Cup für Furore gesorgt haben. Ihr Weg führte sie hinaus in die große Fußball-Welt. Lukas Welzmüller hütet beim Landesligisten SV Mering das Gehäuse, während Josef und Maximilian inzwischen in der 3.?Bundesliga angekommen sind. Am morgigen Samstag stehen sich die beiden Brüder im Stadion von Aalen zum ersten Mal in einem offiziellen Spiel gegenüber. Während Maximilian für den VfR aufläuft, trägt Josef das Trikot der SpVgg Unterhaching. „Ich freue mich mega, dass wir aufeinandertreffen“, sagt Josef. Der Hachinger fiebert dem Duell schon entgegen, seitdem sein Klub in diesem Jahr von der Regionalliga aufgestiegen ist. „Das wird wie damals im Garten“, kündigt Maximilian an.

Auch in Inning bewegt der Bruderkampf die Gemüter. 55 Fans fahren am Samstag mit dem Bus auf die Schwäbische Alb, um live dabei zu sein, wenn die Partie um 14?Uhr angepfiffen wird. „Maxi Welzmüller versus Seppi Welzmüller“, lautet das Motto der Reise, die Hans Dellinger organisiert hat. „Wir sind ihm unheimlich dankbar dafür“, sagt Maximilian. Er findet es großartig, was der ehemalige Abteilungsleiter des Sportvereins alles auf die Beine stellt.

Dass bei dem Spiel noch mindestens 20 andere Fußballer aus Aalen und Unterhaching mitwirken – geschenkt. Hier spielt Inning gegen Inning. In ihrer Kindheit kamen sich die Drillinge wohl nie so nahe. Obwohl sie alle für den Sportverein kickten, legten ihre Eltern in weiser Voraussicht fest, sie möglichst weit voneinander zu trennen, denn sonst wäre die Rivalität unter den Drein zu groß geworden. Also musste Lukas ins Tor, Josef in die Abwehr und Maximilian ins Mittelfeld beziehungsweise in den Angriff. „Ich glaube, dass unsere Mama nicht so begeistert ist, dass wir jetzt gegeneinander spielen.“

Maximilian weiß von den Nöten seiner Mutter, weil ein ehernes Familiengesetz gebrochen wird. Während viele andere Spieler im Laufe der Jahre andere Aufgaben innerhalb des Teams übernahmen, blieben die Welzmüllers ihren Positionen treu. „Die Eltern haben ein gutes Händchen bewiesen“, stellt Josef fest. Seine Mutter und sein Vater hatten früh beschlossen, ihre Kinder individuell nach ihren Neigungen zu fördern.

Maximilian wollte schon mit elf Jahren Fußball-Profi werden. „Es war ein sehr brutaler und steiniger Weg“, erinnert sich Josef an die Laufbahn seines Bruders, der einst bei den Missionsbenediktinern in St. Ottilien Latein und Altgriechisch paukte. Eigentlich war es eine echte Odyssee durch Süddeutschland. Von der A-Jugend des TSV 1860 München wechselte der Erstgeborene der Drillinge zum FSV Frankfurt und von dort zu Greuther Fürth. Als er wieder nach Oberbayern zur SpVgg Unterhaching zurückkehrte, hielt es ihn dort nicht lange, und er wechselte nach Aalen.

„Vor diesem Weg habe ich unglaublichen Respekt“, gibt Josef zu. Anders als sein älterer Bruder ging er in Nymphenburg aufs Gymnasium, wo auch Lukas die Realschule besuchte. Aber Josef ist ein naturwissenschaftlicher Typ, und Fußballer werden wollte er eigentlich nie. Als er sich vor fünf Jahren eine schwere Knieverletzung zuzog, prophezeiten ihm die Ärzte, dass er niemals mehr richtig Fußball spielen würde. Aber er kämpfte sich wieder heran. „Es war der größte Moment in meinem Fußballleben, als ich mit Josef nach seiner Operation in Inning wieder auf dem Platz stand und wir ein paar Bälle schlugen“, erinnert sich Maximilian. Danach arbeitete sich Josef weit nach oben und wurde in Unterhaching sogar zum Kapitän. „Es freut mich unglaublich, dass ich dieses Privileg genießen kann, wieder Fußball zu spielen“, sagt er. Er sieht seine Karriere jetzt nur noch als Geschenk. Sie wäre ohne seinen Willen und ohne seinen Bruder Maximilian jedoch nicht möglich gewesen. „Ich habe ihm alles zu verdanken“, sagt er, „er ist mein großes Vorbild.“ Das heißt aber nicht, dass er dem Älteren am Samstag irgendetwas schenken wird.

Quelle: fussball-vorort.de

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