Duell der besonderen Art

Welzmüllers voller Vorfreude: "Ganze Familie ist heiß"

Drei Brüder, drei Fußballer: (v.l.) Josef, Maximilian und Lukas Welzmüller am heimischen Ammersee. Foto: Archiv rmf

Es ist ein Duell der ganz besonderen Art. Josef Welzmüller, Kapitän der SpVgg Unterhaching, trifft am Samstag beim Auswärtsspiel in Aalen auf seinen Drillingsbruder Maximilian. Zum ersten Mal in seiner Profikarriere, die einst in der Jugend beim SV Inning gemeinsam begann.

Die Gefühlslage bei Welzmüller ist daher hörbar: Aufgeregt. Erstmals gegen seinen Bruder zu spielen, eine eher spannende oder komische Situation? „Beides“, sagt der 27-Jährige, „die Vorfreude ist schon riesig. Vor allem hätte ich nie gedacht, dass wir uns mal auf Augenhöhe begegnen.“

Der Weg der beiden, die als Kinder zusammen mit dem dritten Drillingsbruder Lukas gleich drei Kicker in der Familie stellten, schien eher so vorgezeichnet: „Max war immer der Fußballer, bei mir war’s eher der akademische Weg.“ Doch es kam viele Jahre später anders.

Alle drei Welzmüllers wurden Fußballer, spielten in Inning, dann beim SC Fürstenfeldbruck. Schließlich trennten sich die Wege. Lukas blieb im Amateurbereich, steht heute beim Landesligisten SV Mering im Tor. Maximilian ging zu 1860, schnupperte erste Profiluft beim FSV Frankfurt und in Fürth. Den Durchbruch schaffte er dann bei der SpVgg Unterhaching. 68 Drittliga-Spiele bestritt er zwischen 2012 und 2014, war auch Kapitän der Hachinger – und wechselte just nach Aalen, als sein Bruder Josef vom SV Heimstetten in den Sportpark kam. Und der nächste Welzmüller wurde, der den Schritt ins Profigeschäft meisterte – und auch Kapitän der SpVgg wurde. Dass sie sich erstmals auf dem Platz begegnen, ist nicht erst seit kurzem ein Gesprächsthema: „Seit wir aufgestiegen sind, reden wir nur noch darüber“, berichtete Josef, „alle in der Familie sind heiß.“

Nun steht vor dem Aufeinandertreffen am Wochenende Josef in der Tabelle der Dritten Liga als Tabellen-Fünfter kurioserweise sogar vor seinem ältesten Bruder Maximilian und dem VfR Aalen (Elfter). „Die Favoritenrolle wollen wir nicht unbedingt auf uns nehmen“, sagt der Hachinger Kapitän, „aber einen leichten Vorteil haben wir natürlich schon.“ Und nach Rücksprache mit seinem Bruder, der die jüngste Heimpleite der SpVgg gegen Paderborn selbst im Sportpark verfolgt hatte, fügt er hinzu: „Max gibt zu, dass das für Aalen kein leichtes Spiel wird. Er kennt Haching ja auch und hat viele Spiele von uns gesehen.“

Bleibt bei den Welzmüllers noch ein Traum offen: Dass sie einmal wieder seit Jugendtagen zusammen auf dem Platz stehen. „Das wird auf jeden Fall nach der Profikarriere passieren“, verrät der Unterhachinger Abwehrchef, „dann wollen wir nochmal alle drei zusammen beim SV Inning spielen. Aber natürlich wäre auch vorher ganz schön. Das wäre die Krönung.“ Ist das auch realistisch? „Dann käme jedenfalls eher Unterhaching in Frage als Aalen“, grinst Josef, „Max liebäugelt auf Dauer schon damit, wieder in die Heimat zu kommen.“

Vorerst allerdings sind die beiden Gegner: Am Samstag in Aalen treffen 156 Drittliga-Einsätze auf 30. Üblicherweise gilt bei guten Freunden oder sogar Geschwistern die Ansage, dass für 90 Minuten die Freundschaft ruht. Im Falle Welzmüller klingt es irgendwie anders. Natürlich will jeder mit seinem Team gewinnen, aber es klingt etwas ganz anderes durch. Trotz ihrer 27 Jahre und einiger Spielzeiten im Profifußball sind sie vor dem Spiel am Samstag vor allem eines: Aufgeregt – wie damals als Kinder in Inning.

Quelle: fussball-vorort.de

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