Je weniger Personal, desto größer die Moral

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Positive Nachrichten konnten FC-Trainer Reiner Leitl (l.) und sein Co Christian Conrad, der ab der 75. Minute sogar selbst auflief, aus Karlsfeld vermelden. Die Miesbacher hatten sich gut geschlagen und mit viel Einsatz ein Unentschieden erkämpft.

Karlsfeld/Miesbach - Das Schlusslicht wehrt sich: FC Miesbach erkämpft bei Eintracht Karlsfeld mit riesigem Einsatz ein 2:2-Remis

VON HANS-PETER KOLLER

Wer den FC Miesbach in der Bezirksoberliga bereits abgeschrieben hatte, sollte schleunigst seine Meinung ändern. Am Samstag hat sich die Elf von FC-Trainer Reiner Leitl trotz großer personeller Sorgen ein 2:2-Remis auf dem Kunstrasen in Karlsfeld erkämpft und war am Sieg sogar nahe dran.

Als Markus Nowotny, der sich bei einem Zweikampf am Knie verletzt hatte, in der 81. Minute vom Platz getragen wurde, stand die personelle Ampel des FC bereits auf Rot. Das Wechselkontingent war zwar noch nicht erschöpft, die Ersatzbank aber leer. Und das, obwohl der 25-jährige Bernhard Ringer erstmals in seiner Karriere vom Anpfiff weg eingesetzt worden war und mit Christian Conrad sogar der Co-Trainer seine Fußballschuhe geschnürt hatte.

Für die Platzherren kam erst hier - zehn Minuten vor Schluss - der Zeitpunkt, durchzuatmen, denn die Miesbacher hatten die zweite Halbzeit mit einer starken kämpferischen Leistung und immens viel Laufarbeit dominiert. ,,Das Trainingslager hat sich rentiert", erkannte Abteilungsleiter Siegi Hacker, ,,jeder einzelne war topfit." Selbst Trainer Leitl fand angesichts der Kampfkraft seiner Burschen lobende Worte: ,,Echt stark. Eigentlich hätten wir gewinnen müssen. Wir hatten die besseren Chancen und mehr Spielanteile." Dies allerdings nur in der zweiten Halbzeit.

Die Platzherren waren früh zum Auftakttreffer gekommen. Der Miesbacher Mittelfeldspieler Martin Rosenberger schoss Tobias Brielmeier an, und von dessen Schienbein prallte der Ball ab. Luigi Marseglia vom TSV nahm das Geschenk an, drang bis zur Grundlinie vor und bediente den in der Mitte mitgeeilten Michele Lombardi, der cool zum 1:0 (5.) einschob. Den Ausgleich hatte Siegi Heiß vor Augen, den Thomas Breiherr steil geschickt hatte (10.). Etwas abgedrängt, war der Winkel beim Abschluss aber zu spitz.

Im Gegenzug zeigte der FC-Keeper Benjamin Edenhofer bei einem Kopfball von Michael Dietl gute Reflexe. Das 1:1 (12.) leitete Edenhofer mit einem weiten Abschlag ein. Thomas Sifferlinger lockte einen Verteidiger mit einem Sprint am Flügel aus der Mitte heraus. So war der Weg frei für Heiß, der mit einem scharfen Schuss ins lange Eck traf. Der 24-Jährige lief aufgrund der personellen Probleme bis zur Einwechslung von Christian Conrad in der 75. Minute im Angriff neben Michael Feicht auf und fiel dort durch großen Einsatz auf.

Feicht war es schließlich, der das 2:1 (14.) mit einer scharf getretenen Ecke vorbereitete. Breiherr verlängerte per Kopf, und Nowotny kam mit einem wuchtigen Kopfball zum Erfolg. Als der Karlsfelder Robert Krämer nicht angegriffen wurde, fiel der 2:2-Ausgleich (24.) durch einen Schlag aus 20 Metern. Bis zum Pausenpfiff herrschte reges Treiben zwischen den 16-ern, wobei die Hausherren noch zu einem Lattenknaller (32.) von Krämer kamen.

Nach dem Seitenwechsel gelang es den Miesbachern, das Tempo zu erhöhen. Feicht scheiterte von der Strafraum-Kante aus am Torwart (63.), und Sifferlinger köpfte hauchdünn über die Latte (78.). Conrad, der eine Feicht-Flanke nur um Zentimeter rechts am langen Pfosten vorbei setzte, zeigte, dass seine Kopfball-Qualitäten auch nach einjähriger Abstinenz vom aktiven Fußball in der Bezirksoberliga allgegenwärtig sind (80.). Selbst in Unterzahl, nachdem der Ausfall Nowotnys nicht kompensiert werden konnte, drängten die Miesbacher auf den Siegtreffer. ,,Das war ein Unentschieden der besseren Art. Darauf werden wir aufbauen", bilanzierte Leitl zufrieden.

TSV Eintracht Karlsfeld - FC Miesbach 2:2

Torfolge: 1:0 (5. Michele Lombardi), 1:1 (12.) Siegi Heiß, 1:2 (14.) Markus Nowotny, 2:2 (24.) Robert Krämer.

FC Miesbach: Edenhofer, Heiß, Nowotny, B. Mayer, Feicht, Brielmeier, Rosenberger, Sifferlinger, Breiherr, T. Meyer (75. Oberlechner), B. Ringer (75. Conrad).

Quelle: Merkur.de

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