Die Stadionsprecherinnen des FCP im Interview

"Wir machen die Musik"

+
Da sind sie daheim: Chrissi Tischner, Steffi Marschalek und Gerti Marschalek in der FCP-Sprecherkabine.

FC Pipinsried – Sie sind immer dabei. Egal ob Auswärts oder Daheim. Steffi (35) und Gerti (33) Marschalek, sowie Chrissi Tischner (33) begleiten ihren FC Pipinsried in ganz Bayern.

Bei den Heimspielen sind sie seit Jahren eine feste Konstante beim Bayernligisten aus dem Dachauer Hinterland. In ihrer Kabine auf der Tribüne übernehmen die drei FCP-Damen sowohl den Dienst der Stadionsprecherin, als auch die Befüllung des Livetickers. Wir haben mit den Drei über den FC Pipinsried, die Spieler, ihre Liebe zum Amateurfußball und den FCP-Vater Konrad Höß gesprochen.

Hallo Mädls, wie viel Jahre seid ihr beide schon beim FC Pipinsried dabei?

Steffi & Gerti: Wir sind beide seit 1994 dabei.

Chrissi: Schon ein Weilchen, ich bin später dazugekommen als die Mädels so ca. 1997.

Ihr habt schon einiges mitgemacht. Vom Fast-Abstieg in die damalige Bezirksoberliga, über den Aufstieg in die Bayernliga und der zweimaligen verpassten Relegation für die Regionalliga. Wie sehr nimmt euch der Fußball mit?

Gerti: Ich betrachte das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich wäre die Erfahrung eine coole Sache gewesen, aber von der Organisation her wäre das schon eine schwierige Sache geworden.

Steffi: Wir haben jetzt zwei Jahre eine richtig gute Rolle in der Bayernliga gespielt und auch die Begegnungen im Toto-Pokal gegen die höheren Mannschaften sind immer wieder ein Highlight. Meiner Meinung nach, spielen wir lieber eine gute Rolle in der Bayenrliga als Kanonenfutter in der Regionalliga zu sein.

Chrissi: Es ist immer wieder extrem spannend, man fiebert bei jedem Punktspiel, oder wenn es dann in der Liga gegen den Ab- oder um den Aufstieg geht mit. Man hofft und bangt immer mit, das Gemeinschaftserlebnis macht es aus, egal was passiert man bleibt immer Fan.

Welche Rolle spielt der FCP in eurem Leben?

Gerti: Wir sind einfach mit dem Verein aufgewachsen. Da ist die Identifikation natürlich sehr groß.

Steffi: Ich versuche immer bei Heimspielen mit dabei zu sein, wenn es irgendwie geht. Das wird schon in die Urlaubsplanung miteinbezogen, natürlich spielt der Verein eine große Rolle: Als ich letztes Jahr beim Spiel in Rain war und Fussball-Vorort das Spiel live streamte saß ich im Hotelzimmer und hab mitgefiebert.

Chrissi: Schon seit klein auf ist man auf dem Fußballplatz, das ist ein Teil von einem. Ohne Fußball wäre es schrecklich langweilig. Wahrscheinlich sind wir mit 80 noch auf dem Fußballplatz (lacht).

Ihr seid einer der wenigen Konstanten beim FC Pipinsried neben Konny, seiner Frau Kathi und ein paar anderen. Dürft ihr mitreden bei Entscheidungen oder lässt der Konny da niemanden mitentscheiden?

Steffi: Ja manchmal frägt der Konny schon nach unserer Meinung zu irgendeinem Thema.

Gerti: Wir dürfen unsere Meinung jederzeit miteinbringen und äußern, aber die Entscheidungen trifft der Konny.

Chrissi: Konny trifft seine Entscheidungen selbst, unsere Meinung zu manchen Themen tun wir aber schon kund.

Die Spieler beim FC Pipinsried wechseln ja durchaus von Saison zu Saison. Gibt es für euch so einen absoluten Lieblingsspieler, den ihr in eurer Zeit miterlebt habt?

Steffi: In der langen Zeit gab es viele tolle Spieler bei uns. Mich hat Tobi Strobl sehr beeindruckt. Er war sehr reif für sein Alter. Seine letzte Aktion im FCP-Dress war vielleicht etwas unbedacht, aber da waren sicher auch viele Emotionen dabei.

Gerti: Da gibt es bei mir mehrere, früher war die Identifikation mit dem Verein halt größer, aber da kann man nichts machen.

Chrissi: Da gibt’s viele. Prägend waren für mich vor allem die Zeiten von Michael Stiller, schließlich habe ich genau zu der Zeit begonnen.

Was war euer kuriosestes Spiel in eurer Zeit als Stadionsprecherin beim FC Pipinsried, das euch nie aus dem Kopf gehen wird, und warum?

Gerti: Für mich ganz klar das Spiel gegen die Profis von 1860 München, damals noch unter Chefcoach Werner Lorant. Später ist er dann noch bei uns in der Sprecherkabine gestanden und hat uns die Bude vollgequalmt (lacht).

Steffi: Da fallen mit zwei Spiele ein. Zum einen das 2:6 gegen Garching, Realität und Erwartung lagen da einfach so weit auseinander. Aber auch unser Heimspiel im Mai 2014 gegen die SpVgg Hankofen-Hailing, als urplötzlich ein Sturm aufkam und einen Baum umgeknickt hat, der dann auf das Spielfeld gefallen ist. Damit rechnet man im Leben nicht und dann der erste Schock und die Hoffnung dass da keiner drunter liegt. Spieler und Zuschauer haben den Baum dann entfernt und die Partie wurde weitergespielt.

Chrissi: Kuriosestes Spiel… das ist eine gute Frage. Davon gibt es im Laufe der Zeit sehr viele, jedes einzelne ist auf seine Art und Weise anders.

Euer Chef Konrad Höß hat ja beim FCP gerne alle Zügel in seiner Hand. Wie ist da die Absprache mit Euch. Gibt es klare Vorgaben von ihm oder habt ihr freie Hand in eurer Arbeit?

Gerti: Wir mussten schon lange kämpfen um unsere Vorstellungen durchzusetzen.

Steffi: Inzwischen dürfen wir aber machen was wir wollen in unserem Bereich.

Chrissi: Wir untereinander sind gut aufeinander abgestimmt, jeder hat seine Aufgabe und weis anzupacken wenn Not am Mann ist.

Kommt man auf die Anlage des FC Pipinsried, so laufen seit Jahren immer die gleichen Schlager während die Mannschaften sich aufwärmen. Wer ist für die Musik verantwortlich: Ihr oder Konny?

Chrissi: So viel alten Schlager gibt’s nicht mehr, die CDs sind „vergraben“, mittlerweile gibt es aktuellere Musik.

Steffi: Naja, bis ich in die Sprecherkabine komm, legt der Konny schon immer seine Schlager ein, doch dann wird aktuelle Musik aufgelegt.

Im Sommer gab es wieder einmal einen großen Umbruch beim FC Pipinsried. Wie beurteilt ihr diese Geschehnisse, was alles passiert ist?

Steffi: Es wäre alles zu schön gewesen um wahr zu sein. Aber man muss auch einmal verlieren können, ich sehe das als Reifungsprozess. Natürlich ist es aber für uns sehr schade, dass so viele Spieler gegangen sind.

Gerti: Ich sehe das genauso. Es war eine schöne Zeit und wir sind stolz auf das Erreichte.

Chrissi: So ist es im Fussball, es verändert sich schnell etwas, das ist der Lauf der Dinge.

Wie seht ihr die aktuelle sportliche Situation des FC Pipinsried?

Gerti: Wir wollen das nicht vergleichen. Die Mannschaft kennt sich noch nicht. Ich sehe aktuell zwar schon einen Leistungseinbruch im Vergleich zur vergangenen Saison aber die Mannschaft braucht Zeit. Jetzt ist es für alle Außenstehenden einfach zu kritisieren.

Steffi: Jede Saison ist ein Neuanfang. Nach kann man nichts über die aktuelle Leistung sagen, da muss man schon so bis zu den Spieltagen zehn bis 15 waren. Aber egal wie, in Pipinsried wird es sicher weitergehen.

Chrissi: Geben wir der Mannschaft noch etwas Zeit, das wird schon werden.

Info:Dieses Interview erscheint in Ausschnitten im Auftaktmagazin zur neuen Saison am 29. August in den Dachauer Nachrichten.

 

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Ismaning-Coach Elfinger: "Kein finales Spiel"
Ismaning-Coach Elfinger: "Kein finales Spiel"
Endspurt vor der Winterpause: Schmöller dosiert Training
Endspurt vor der Winterpause: Schmöller dosiert Training
SVH-Coach Schmitt adelt Team: "Ein Top-Spiel. Hut ab!"
SVH-Coach Schmitt adelt Team: "Ein Top-Spiel. Hut ab!"
Faber: "Mehr ist derzeit einfach nicht drin"
Faber: "Mehr ist derzeit einfach nicht drin"

Kommentare