BCF Wofratshausen: Das letzte Bemühen fehlt

Mangelware waren hochkarätige Chancen für den BCF Wolfratshausen, wie in dieser Szene durch Andrej Skoro (li., mit Angelo Hauk, re. hinten). Am Ende stand ein mageres 0:0 gegen Sonthofen. FOTO: HANS LIPPERT

Eine Serie hielt: Sonthofen kann in Farchet nicht gewinnen. Ob diese Kontinuität auch für den Bayernliga- Status des BCF Wolfratshausen gilt, ist nach dem torlosen Remis offener denn je.

HPL – dieses Akronym wird in den kommenden Tagen in den Köpfen der BCF-Kicker präsent sein. Es ist die Aneinanderreihung der Anfangsbuchstaben der verbleibenden Kontrahenten Heimstetten, Pipinsried und Landsberg. Dann ist die Saison zu Ende. Und der BCF? Vielleicht auch. Man weiß es nicht. „Es sind noch neun Punkte zu vergeben, und ich bin mir sicher, wir werden einige davon holen“, kommentierte Trainer Marco Stier in einer Mischung aus Hoffnung und Trotz das bescheidene Resultat im vorletzten Heimspiel.

Es war zweifelsfrei keine ganz schlechte Partie der Flößerstädter. Beileibe aber auch keine gute. Die letzte Willenserklärung, die allerhöchste Bereitschaft für wichtige Zweikämpfe – sie fehlte gegen Sonthofen. Stier wollte das anders gesehen haben, nannte aber exemplarisch ausgerechnet Jona Lehr, dessen engagierte Leitung gegen „zwei Köpfe größere Innenverteidiger“ ohnehin kritikfern war. Immerhin: Wolfratshausen konnte den minimalen Vorsprung auf den letzten Tabellenplatz um einen Zähler vergrößern. Positives Denken kann in entscheidungsträchtigen Wochen von maßgeblicher Bedeutung sein. Weniger hilfreich hingegen ist ein mehr oder minder konzeptloses Anrennen, wie es die Farcheter im ersten Abschnitt praktizierten. Man habe der Mannschaft den „enormen Druck“ angemerkt, rekapitulierte Stier. Ein älterer Zuschauer seitlich hinter dem zum Sportheim zugeneigten Tor sah es ungleich profaner: „Not gegen Elend“.

Besagtes Elend, die Gäste aus dem Allgäu, hatten bis zur Pause leichte Vorteile. Für die Not allerdings sorgte der BCF schon selbst. Mit zwei Situationen, die eigentlich eher zum Slapstick, denn zu einem Bayernliga-reifen Torabschluss gerieten. Lehr trat hierbei jeweils als Initiator in Erscheinung. Das war soweit in Ordnung, nur im Sturmzentrum kriselte es. Und zwar ganz gewaltig. Zunächst vergab Gregoire Diep die Hereingabe, weil er statt eines Flugkopfballs oder diverser anderer Optionen das Spielgerät mit dem Knie annehmen wollte. Stier hatte Verständnis. „Der Junge ist 19 Jahre alt, das muss er lernen.“ Wobei: Diep passte alterstechnisch bestens in ein blutjunges Mittelfeld, dessen Anführer Michael Ott (23) selbst noch in der Entwicklung steckt. Von Basti Schnabel (18) und Hiroki Kotani (22) ganz zu schweigen. Gilbert Diep, immerhin schon 21 Lenze alt, war Protagonist bei der zweiten guten Gelegenheit.

Der eingewechselte Angreifer schaffte es beim Zuspiel von Lehr jedoch, den Ball aus zwei Metern an die Oberkante der Querlatte zu köpfen und gleichzeitig ins Abseits zu laufen. „Dazu braucht man nichts zu sagen“, schüttelte Stier ungläubig den Kopf. Optimismus auszustrahlen fiel dem Cheftrainer nach dem Schlusspfiff sichtlich schwer, dennoch versuchte er es. Die ausgemachte Taktik des BCF, als Kollektiv kompakt zu stehen, habe immerhin gut geklappt. Doch weiß auch Stier: „Glück gehört zum Abstiegskampf dazu.“ Und das haben sich die Farcheter an diesem Nachmittag nicht mit der nötigen Entschlossenheit erarbeitet.

BCF Wolfratshausen – 1. FC Sonthofen 0:0

Tore: Fehlanzeige. – Gelbe Karte: Rödl (BCF). – Schiedsrichter: Wolfgang Wallesch (SC Postau). – Zuschauer: 100.

BCF: Karaca – Rödl, Potenza, Nummer, Brudy, Ott, Gr. Diep (80. Skoro), Schnabel (70. Gil. Diep), Hauk, Kotani, Lehr.

Quelle: fussball-vorort.de

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