Ein Wolf mit schlesischen Wurzeln

90. Geburtstag im Kreis der Familie: der langjährige Wölfe-Fußballer Jörg Benke (sitzend re.) mit seinem Bruder Reinhard (li.) sowie (hi., v. li.) Nichte Bärbel Schumnik, Sohn Georg und Schwiegertochter Gerdi. foto: heinz richter

Wolfratshausen – 1949 stieg Jörg Benke mit dem TSV Wolfratshausen in die damalige Kreisliga auf. 1955 übernahm er für drei Jahre das Training der Wölfe und war von 1965 ab 20 Jahre lang Betreuer. Gestern feierte der gebürtige Schlesier im Familienkreis seinen 90. Geburtstag.

Auch aus den Sportlerkreisen gab es Gratulanten. Toni Deininger übermittelte die Glückwünsche der Wölfe-Fußballer und auch TSV-Vorsitzender Manfred Prankl ließ es sich nicht nehmen, zum Geburtstag zu gratulieren.

Die Wölfe 1950: (vo., v. li.) Sepp Buchwieser, Alfred Prexl, Luis Christl, (Mi., v. li.) Fred Fromm, Hans Heimbacher, Reinhard Benke, (hi., v. li.) Alfons Kriese, Hugo Immig, Paul Benke, Jörg Benke, Erich Dobiasch und Trainer Willi Simetsreiter.

Am Nachmittag wurde dann im etwas größeren Rahmen in einem Gasthaus in Icking gefeiert, dem Ort, in dem Jörg Benke 1945 mit Mutter Martha und seinen acht Geschwistern gelandet war. Die Familie stammte aus Schlesien, Benke selbst war Kriegsteilnehmer und hatte bei einer Explosion seinen rechten Arm verloren. „Als ich nach Hause kam, habe ich nicht geglaubt, dass ich noch Fußballspielen kann“, sagte er einmal. Aber der technisch hochbegabte Halbstürmer war ein robuster Typ und spielte mit seinen Brüdern Reinhard und Paul bald beim TSV Schäftlarn, ehe er am 1. Mai 1947 zum TSV Wolfratshausen wechselte. „Passt auf den mit dem einen Arm auf“, warnten die gegnerischen Trainer ihre Spieler, wenn es gegen die Wölfe ging. Der „Einarmige“ war im ganzen Oberland gefürchtet. Benke: „Ich habe damals als Halbstürmer viele Tore geschossen.“

Mit 37 Jahren beendete er seine aktive Laufbahn. Als die Wölfe 1965 in die Landesliga aufstiegen, übernahm er für 20 Jahre die Betreuung der Mannschaft. Im Laufe der Zeit musste Benke etliche Schicksalsschläge verkraften, so den Tod seiner Brüder Paul und Fredl sowie seiner Frau Elisabeth, mit der 51 Jahre lang verheiratet war und zwei Söhne hat. Auf den Fußballplatz geht der 90-Jährige nicht mehr. „Aber“, so sagte er einmal: „Wenn man so lange ein Wolf ist, dann muss man auch einer bleiben. Auch wenn man aus Schlesien kommt.“   heinz richter

Quelle: fussball-vorort.de

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