Wolratshausen verliert gegen den TSV Rain und Trainer Stier beinahe die Beherrschung

Wolfratshausen: Coach Stier unzufrieden mit Schiedsrichter

Da war die Wolfratshauser Welt noch in Ordnung: Marian Knecht (Mi.) erzielt nach einer guten Stunde das zwischenzeitliche 2:2. In der hektischen Schlussphase verlor der BCF zwei Spieler und die Partie schließlich mit 3:4. - FOTO: HANS LIPPERT

Das 3:4 gegen den TSV Rain brachte bei Marco Stier das Fass zum Überlaufen. Der Cheftrainer des BCF Wolfratshausen verpasste sich nach der ereignisreichen Partie einen Maulkorb – als Selbstschutz. 

Wolfratshausen: Seit 13 Monaten schwingt Marco Stier das Zepter in Farchet. Erstmals seit Amtsantritt war der 33-jährige nahe dran, die Beherrschung zu verlieren.

Stier machte seinem Namen alle Ehre: er schnaubte und tobte. „Mir tut es so leid für die Jungs. Sie kämpfen, spielen gut, aber verlieren wieder.“ Stier hätte auf der Pressekonferenz viel zu sagen gehabt. Wäre er diesem Drang nachgekommen, hätte der aufgewirbelte Staub ganz Farchet bedeckt – und natürlich die für die Bayernliga zuständige Schiedsrichter-Innung auf den Plan gerufen. Denn ausnahmslos darum ging es. Doch Stier hielt an sich: „Wenn ich jetzt etwas sage, werde ich lebenslang gesperrt.“

Doch ist der selbstverhängte Maulkorb zugleich ein Fingerzeig dessen, was der BCF-Coach gerne losgeworden wäre. Er unterstellte Schiedsrichter Philipp Vecera vorsätzliche und gravierende Fehlentscheidungen. In der Tat muteten einige Entscheidungen sehr merkwürdig an, und waren selbst ohne Blick durch die Vereinsbrille schwer nachvollziehbar. Jona Lehr beispielsweise legte im Sechzehner den Ball quer auf Angelo Hauk, der wurde von hinten umgelaufen – kein Elferpfiff. Den mehrmaligen Verdacht eines Handspiels seitens der Gäste – ebenfalls im Strafraum – bestätigte der Unparteiische ebenfalls nicht. Mulmig wurde es Stier, als der Unparteiische bei Marian Knechts Solo auf das Rainer Gehäuse Wolfratshausen den Vorteil nahm, nur um dem BCF einen Freistoß und einem Gegenspieler die gelbe Karte zuzusprechen. Auf der anderen Seite zuckte der Spielleiter beim vermeintlichen Vergehen von Musti Kantar keine Sekunde, um auf Strafstoß zu entscheiden. Stier achtete auf die Reaktion der Gästespieler und kommentierte die Szene: „Keiner wusste warum.“

Stier übt seit Wochen den Schulterschluss mit seiner Mannschaft. Angesichts der Umstände musste diesmal sogar ein Superlativ herhalten. „Das war vielleicht unser bestes Spiel, wir haben Rain auseinandergenommen.“ Eine unvollkommene Angelegenheit, ob der perfiden Pfiffe des Spielleiters. Knechts Torinstinkt war es zu verdanken, dass der BCF aller Fehlentscheidungen zum Trotz weiter gut im Spiel war. Ein Patzer von Kantar an der Torauslinie sowie Ballglück beim Konter brachten die Gäste in der Schlussphase scheinbar komfortabel in Front. Farchet kam nach einem Foul an Mitch Rödl via Strafstoß noch einmal heran. Doch einmal mehr stand Vecera im Blickpunkt. Nach einer für Stier „richtig geilen Grätsche“, stellte der Referee BCF-Verteidiger Lars Nummer mit Rot vom Platz. Jetzt lagen die Nerven blank an der Kräuterstraße. Enzo Potenza eilte heran, protestierte, flog ebenfalls vom Platz. Rains Spieler intervenierten. „Sie haben sich fremdgeschämt“, betonte Stier. Die bedächtige Analyse des peinlich berührten TSV-Trainers Karl Schreitmüller stützt diese These. Vecera nahm den Platzverweis zurück und schickte Potenza mit Gelb Rot runter. Souverän war das beileibe nicht. Stier würde zu gern offizielle Protestnoten Richtung Verband schicken. Doch wiegelte Abteilungsleiter Manfred Fleischer zum wiederholten Male ab. „Wir sprechen nicht mit einer Stimme“, bedauerte Stier.

BCF Wolfratshausen – TSV Rain 3:4 (1:2)

Tore: 1:0 (2.) Knecht, 1:1 (20.) Cosic (FE), 1:2 (39.) Krabler, 2:2 (68.) Knecht, 2:3 (78.) Skoro (ET), 2:4 (88.) Käser, 3:4 (90) Hauk (FE).

Schiedsrichter: Philipp Vecera (TuSpo Roßtal). – Gelbe Karten: Kantar, Potenza, Rödl – Knötzinger, Schüler, J. Müller, S. Müller. – Gelb-Rote Karte: Potenza (90., BCF). – Rote Karte: Nummer (90., BCF).

 Zuschauer: 100. BCF: Heep, Rödl, Kantar, Nummer, Skoro, Potanza, Lehr, Puta, Schnabel (62. Reitl), Knecht, Hauk.

Quelle: fussball-vorort.de

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