Yohoua trifft beim 1:1 - Kubica fliegt

+
Schieber: Serge Yohoua brauchte beim 1:0 in Kottern nur den Fuß hinzuhalten.

FC Pipinsried - Vizemeister FC Pipinsried hat sich beim Bayernliga-Aufsteiger TSV Kottern beim 1:1 einen Punkt erkämpft. Die lange Anreise brachte die Fans, die aggressive Spielweise der Allgäuer die Spieler aus Pipinsried arg ins Schwitzen. Es war eine spannende Begegnung für alle Pipinsrieder an einem Ort, den es eigentlich gar nicht gibt.

Die Abt-Arena des TSV Kottern ist bei manch auswärtigen Fans schwer unbeliebt. Wenn beispielsweise ein Pipinsrieder Fußballfan die 150 Kilometer über die Brummi-trächtige B?12 nach Kempten dehydriert und entnervt geschafft hat, dann ist er noch lange nicht in Kottern. Denn Kottern gibt's gar nicht. Die Kotterner hatten irgendwann keine Lust mehr auf eine Dorfgemeinschaft und verloren sich im Kemptener Stadtteil St. Mang. Bei den Pipinsrieder Fußballern ist die Abt-Arena seit Samstag ebenfalls schwer unbeliebt. Aus anderen Gründen. Einmal erwiesen sich die gegenerischen TSV-Akteure als unangenehme „Gehdraufs“, und dann kassierten die Vizemeister der Herzen auch noch vier Minuten vor dem Abpfiff das 1:1.

Zuvor sahen die 820 Zuschauer einen 92 Minuten andauernden Knaller, der alles zu bieten hatte. Rassige Zweikämpfe, zwei rote Karten sowie zwei tolle Tore. Das erste Ausrufezeichen setzten die nach zwei Jahren Abstinenz in die Bayernliga zurückgekehrten Kotterner (St. Manger), denn sie wären um ein Haar durch Johannes Landerer in Führung gegangen (4.). Der Angreifer hatte FCP-Keeper Georgios Blantis schon umlaufen, doch dann schoss er aus spitzem Winkel am langen Eck vorbei.

Der Gast aus dem Dachauer Hinterland ließ erstmals in Minute 16 aufhorchen. Hier aber gewaltig: Arthur Kubica umkurvte vier Kotterner nicht weniger schön, als Felix Neureuther die Torstangen beim Slalom in Kitzbühel. Die Ergebnisse sind unterschiedlich. Neureuther schoss als Sieger ins Ziel (2010 und 2014), Kubica am Ziel vorbei. Ob das den Pipinsrieder Offensivkünstler die Fassung geraubt hat, ist nicht bewiesen. Fakt ist, dass er in der 36. Minute die gelbe und nach einem üblen Foul an Landerer in der 45. Minute die gelb-rote Karte sah. Zu diesem Zeitpunkt war er aber schon der zweite Akteur, der nicht mehr mitmachen durfte. Kurz zuvor hatte Sinan Yilmaz den Pipinsrieder Serge Yohoua von hinten umgesäbelt: knallrot.

Fazit der ersten Halbzeit: Mit frühem Pressing machten es die Mannen von Trainer Kevin Siegfanz den Schäfchen von Trainer Ömer Kancan, der ein gutes Debüt als Spieler feierte, mächtig schwer.

Auch nach der Halbzeit blieben Tempo und Unterhaltungswert der Begegnung hoch. Der TSV ließ eine Großchance aus. Besser: Blantis verhinderte sie, als er einen Kracher von Gökhan Celik aus 16 Metern aus dem Kreuzeck fischte. In der 52. Minute hatte der FCP dann seine beste Szene. Philip Grahammer schmuggelte sich technisch stark in den Strafraum. Dort machte er es dem eliminierten Kubica gleich, indem er ebenfalls vier Gegenspieler austanzte. Seinen Schuss wehrte Tormann Michael Liebherr noch ab, doch gegen den Nachschuss Yohouas war der Kotterner Kapitän machtlos.

In der folgenden guten halben Stunde wogte der Kampf hin und her. Tanju Köse (TSV) sowie Manuel Eisgruber (FCP) versiebten, Thomas Berger (FCP) traf die Latte.

Und dann kam er, jener für die Gäste verhängnisvolle Freistoß in der 86. Minute: Marc Penz trat den Ball aus spitzem Winkel an den Pfosten, und den Abpraller köpfte Manuel Purschke ins linke obere Toreck – 1:1. Dabei blieb es bis zum Abpfiff von Schiedsrichter Thomas Färber aus Augsburg. Fazit: Die Pipinsrieder Fans fuhren gestärkt, aber mit gemischten Gefühlen hinter den Brummis heimwärts. Die Frage war nicht: Wann können wir überholen?, sondern: Hat der FCP einen Punkt gewonnen oder zwei verloren? Präsident Konrad Höß gab den zweifelnden Fans die Antwort: „Für unsere Truppe, in der nur noch ein paar Spieler aus der Vorsaison dabei waren, war es ein guter Auftakt. Wenn wir jetzt am Mittwoch im ersten Heimspiel gegen die DJK Vilzing auch noch ein gutes Spiel machen, bin ich voll zufrieden

Wenn am kommenden Mittwoch um 18.30 Uhr diese Begegnung angepfiffen wird, können die FCP-Fans aufatmen. Aus drei Gründen: Sie brauchen nicht zu dursten, denn das Sportheim, das noch am Dienstag geschlossen bleibt, wird wieder geöffnet sein. Die Anreise aus Altomünster, Hilgertshausen oder Indersdorf wird nur eine Handvoll Kilometer lang sein. Und Brummis gibt's auf den Kreisstraßen (fast) keine.

Werde Mannschaftsverwalter für dein Team!

Hol dir hier einen Zugang: http://statistik.fussball-vorort.de

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Trainerkarussell bei den Amateuren nimmt weiter Fahrt auf
Trainerkarussell bei den Amateuren nimmt weiter Fahrt auf
Michael Schrodi: Vom grünen Rasen in den Bundestag
Michael Schrodi: Vom grünen Rasen in den Bundestag
Pokalkracher-Derby in Fürstenfeldbruck: Ziel Halbfinale
Pokalkracher-Derby in Fürstenfeldbruck: Ziel Halbfinale
Beim FC Ismaning müssen jetzt auch die Invaliden ran
Beim FC Ismaning müssen jetzt auch die Invaliden ran

Kommentare