Zickler und Santa Cruz mit Ladehemmung

- Allmählich wird die Tabelle der Regionlliga Süd übersichtlicher. Zuletzt stand der am 5. März ausgefallene Spieltag auf dem Programm: Dabei konnte Offenbach durch den 3:1-Auswärtssieg in Elversberg die Tabellenführung ausbauen. Der hessische Traditionsverein hat aktuell zehn Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz. Im Verfolgerduell gewann Siegen mit 2:0 gegen den SV Wehen. Die Sportfreunde zählen jetzt zu den heißesten Kandidaten auf den zweiten Aufstiegsplatz. Sogar der Tabellensechste FC Augsburg, der noch zwei Nachholspiele bestreiten muss, kann nach dem 2:1 in Darmstadt ein wenig von der Zweiten Liga träumen.

Bei den vielen Nachholspielen während der Woche kamen in den Regionalligen Nord und Süd wieder zahlreiche Profis zum Einsatz. Die Vereine nützten die Gelegenheit, Reservisten und Rekonvaleszenten Spielpraxis zu verleihen. Dies ging aber nicht überall gut: So stand beim FC Bayern in der Partie gegen Koblenz viel Prominenz auf dem Spielberichtsbogen: Dies begann bei Kahn-Stellvertreter Michael Rensig, über Abwehrspezialist Samy Kuffour bis zu den Angreifern Roque Santa Cruz und Alexander Zickler. Die Profis konnten aber auch nicht verhindern, dass es nur zu einer Nullnummer reichte.

Trainer Hermann Gerland war nach der Partie stocksauer: "Wer keine Tore schießt, der kann nicht gewinnen." Dabei bezog sich der Amateur-Coach auf die klägliche Chancenverwertung von Zickler und Santa Cruz, die allerdings auf dem holprigen Rasen im "Grünwalder Stadion" auch technische Probleme hatten. Gerlands Zorn richtete sich zudem auf die Einwechselspieler: "Die jammern mir die Ohren voll, dass sie nicht spielen dürfen, wenn ich sie dann bringe, sehe ich nicht viel." Jetzt hofft der "Tiger", dass sein Team am Sonntag (15 Uhr, Stadion Grünwalder Straße) gegen den Basler-Klub Jahn Regensburg eine stärkerer Leistung bringt als zuletzt gegen Koblenz.

Für die Amateure des TSV 1860 geht der Kampf um den Klassenerhalt nach dem 1:1 in Hoffenheim weiter. "Wir haben aus den letzten drei Spielen immerhin fünf Punkte geholt, es war aber ein verkrampftes Spiel, die Abwehr ist gut gestanden, doch im Angriff fehlte die Durchschlagskraft", lautet das Fazit von Löwen-Trainer Alfons Higl, der sich immerhin über den Führungstreffer von Nicky Adler (21.) freuen konnte. "Jetzt haben wir am Samstag in Aalen das nächste Endspiel um den Klassenerhalt", meinte Higl.

Die Abstiegsfrage wird aber, wie in den letzten Jahren, zum Teil am grünen Tisch entschieden. Der SC Feucht hat keine Lizenz beantragt und steht als Absteiger in die Bayernliga fest, aber auch in Regensburg fürchten viele Fans, dass es schwer sein dürfte, die erneute Zulassung für die dritte Liga zu bekommen. Zuletzt war der Plan gescheitert, zusammmen mit einem Finanzdienstleister eine Millionen-Anleihe auf den Markt zu bringen. Daraufhin erklärte das gesamte Präsidium den Rücktritt zum 30. Juni. "Der DFB muss endlich den Vereinen helfen, sonst gibt es neben den Amateurteams der Profiklubs kaum noch Vereine, die sich die Regionalliga leisten können", befürchtet Jahn-Teamchef Mario Basler.

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