Ex-Haching Coach bezieht Stellung

Ziege: "Habe mir das gut überlegt"

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Wo führt die Reise des Christian Zieges hin?

SpVgg Unterhaching - Am Mittwoch ist Christian Ziege (43) überraschend als Cheftrainer der SpVgg Unterhaching zurückgetreten. Nun bezieht der ehemalige Nationalspieler Stellung.

Da sich tags drauf auch der Co-Trainer Francisco Copado aus dem Verein verabschiedete, leitete Claus Schromm die Trainingseinheit am Donnerstagvormittag.

Der frühere Ex-Haching-Cheftrainer soll bis zum Spiel in Osnabrück (5. April) den Posten übernehmen. Anschließend wird entschieden, ob Schromm bleibt oder die Nachfolge anderweitig vergeben wird. Im tz-Abschiedsinterview spricht Christian Ziege über die Gründe für sein Aus, seine Pläne für die Zukunft und seine Wünsche für den Verein.

Herr Ziege, wann haben Sie für sich beschlossen, in Haching aufzuhören?

Ziege: Das war für mich nicht spontan, sondern ein langer Prozess. Ich habe mir das gut überlegt.

Was war der Grund für den Entschluss?

Ziege:  Der Verkauf von Stürmer Andreas Voglsammer (im Winter nach Heidenheim, d. Red.) hat sich doch viel stärker auf die Mannschaft ausgewirkt als ich gedacht hätte. Die anderen jungen Spieler haben immer sehr von ihm profitiert. Das fehlt jetzt eben.

Und wieso haben Sie sich gerade jetzt für den Rücktritt entschieden?

Ziege:  Wenn ich den Jungs nicht mehr zu 100 Prozent die Überzeugung vermitteln kann, dass sie mit mir den Klassenerhalt schaffen, dann macht es keinen Sinn zu bleiben. Noch steht die Mannschaft über dem Strich, ist zwei Punkte von den Abstiegsplätzen entfernt.

Wie hat das Team reagiert?

Ziege: Die Spieler waren sehr überrascht.

Wird man Sie weiter regelmäßig im Sportpark antreffen?

Ziege: Natürlich würde ich gerne die Spiele der Mannschaft sehen. Vor Ort zu sein, ist aber keine gute Idee, glaube ich.

Und wie geht es für Sie persönlich weiter?

Ziege (lacht):  Erstmal werde ich versuchen, ein paar Tage lang nicht an Fußball zu denken. Das ist gar nicht so einfach. Und dann würde ich gerne Pep Guardiola über die Schulter schauen.

Sie wollen ein Praktikum beim FC Bayern machen?

Ziege: Mir würde es schon reichen, wenn ich ihn einfach beim Training sehe und verstehe, was er macht. Ich glaube, dass ich da noch unglaublich viel lernen kann.

Ist auch eine Rückkehr zum DFB denkbar?

Ziege: Man soll nie nie sagen. Aber gerade kann ich mir das nicht so gut vorstellen.

Wieso nicht?

Ziege: Klar ist es schön, dass man sich beim DFB die besten Spieler zusammensuchen kann. Allerdings hat man jedes Mal nur drei bis vier Trainingseinheiten. Das ist sehr, sehr wenig Zeit, um etwas zu verändern. Auf der anderen Seite hatte ich als U18-Coach auch oft Phasen, in denen ich sehr wenig zu tun hatte.

In Haching war das anders.

Ziege (lacht):  Auf jeden Fall. Das hat mir auch immer Spaß gemacht. Man kann da sehr viel mehr bewegen und entwickeln.

Das Interview führte Sina Ojo.

Quelle: fussball-vorort.de

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