Haching ärgert sich über "zwei verlorene Punkte"

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Kampf war Trumpf im Unterhachinger Sportpark (l. Hachings Thomas Hagn).

SpVgg Unterhaching - Wie beim 0:0 im Hinspiel musste sich die SpVgg Unterhaching auch zum Rückrundenstart gegen Holstein Kiel mit einem Unentschieden begnügen. Beim 1:1 am Samstag gaben die Hachinger kurz vor Schluss noch den Sieg aus der Hand.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel verlief diesmal nicht wie üblich. Erst gibt da normalerweise der Gäste-Trainer sein Statement zu den 90 Minuten ab, dann der Coach des Heimteams, zwei, drei Nettigkeiten für den Gegner inklusive. Anschließend beantworten sie ein paar Fragen, geben sich die Hand - man kennt sich meistens aus irgendwelchen Lehrgängen - schöne Heimfahrt, auf Wiedersehen. Diesmal entgleisten Kiels Trainer Karsten Neitzel mittelschwer die Gesichtszüge, als er seine Analyse beendet hatte und Christian Ziege anfing zu sprechen. Unterhachings Chefcoach hatte dem vorangegangenen Drittliga-Match das Prädikat Fußballspiel abgesprochen - und damit dem Gegner aus dem Norden die Fähigkeit dazu.

Die SpVgg hatte sich für diese 90 Minuten, erzwungen durch die Spielweise des Gegners, selbst ihrer Philosophie verweigert. „Wir versuchen immer Fußball zu spielen“, sagte Ziege, „das war heute nicht so einfach gegen diese wuchtige Mannschaft.“ Dass seinem Team von Holstein Kiel ein Spiel aufgezwungen worden war, das er unverholen als „lang, weit, bumm, rauf und runter“ bezeichnete, gefiel dem Hachinger Trainer nicht. „Mit Fußball hatte das wenig zu tun.“ Aber: Es war wie eine bestandene Reifeprüfung, dass die junge SpVgg sich für eine Partie aus den üblichen einstudierten kreativen Modellen befreite und einem Gegner Paroli bot, der all das nicht vorhatte, was Unterhachings Kicker Tag für Tag üben. „Das war gegen unseren Fußball-Stil“, so Ziege, „und ich ziehe meinen Hut davor, dass meine Mannschaft das angenommen hat. Sie hört von mir immer, dass sie Fußball spielen soll, das ging diesmal nicht.“

Unterm Strich zählen freilich ohnehin nur die Punkte. Dass es nur einer wurde gegen Kiel, war im Prinzip ungerecht. Dominik Wiedemann hatte die SpVgg mit einem Traumtor in Führung gebracht, als er in der 30. Minute aus 15 Metern abzog und sein strammer Schuss im Netz zappelte. Zwei bessere Chancen hatte im ersten Druchgang Kiel, für das Schäffler völlig freistehend aus drei Metern übers Tor schoss (16.) und später aufs Tor köpfen konnte, weil der diesmal wacklige Michael Zetterer zu spät kam (42.). Im zweiten Durchgang köpfte Kapitän Mario Erb am Tor vorbei (53.), dann lief Lucas Hufnagel alleine aufs Tor der Gäste zu, wurde aber noch abgedrängt (60.). In der 77. Minute hätte Schiedsrichter Storks auf Handelfmeter für Unterhaching entscheiden können, der Pfiff blieb aus. Kurz darauf fiel das 1:1, weil der eingewechselte Breitkreutz noch keinen Bewacher bekommen hatte. Er köpfte aus einem staunenden Grüppchen von drei Hachinger Verteidigern den Ausgleich. Mehr hatte Kiel nicht zu bieten, machte sich aber trotzdem mit einem Zähler auf die 900 Kilometer lange Heimreise.

„Zwei verlorene Punkte“, sagte Stürmer Andreas Voglsammer folgerichtig, „die Enttäuschung überwiegt.“ Aber: Es gab schon genügend Spiele, in denen Hachings einstudierte Darbietungen zu sehen waren, am Ende aber nichts Zählbares blieb. Ein Punkt war in einem „Fußballspiel, das keines war“ (Ziege) diesmal eigentlich kein Makel.

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Quelle: fussball-vorort.de

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