Ziege: "Wir müssen daraus lernen"

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„Arminia Bielefeld ist nicht die Mannschaft, mit der wir uns messen können“: Der 0:4-Niederlage beim Drittliga-Primus will SpVgg-Trainer Christian Ziege keine allzu große Bedeutung beimessen.

SpVgg Unterhaching - Tabellenführer Arminia Bielefeld war für die SpVgg Unterhaching am Samstag eine ganze Nummer zu groß. Die Gäste gingen auf der Alm mit 0:4 unter und müssen zudem für das nächste Spiel drei Gelbsperren verdauen.

Die Partie, in der sich die Hachinger 90 Minuten vollkommen harmlos präsentierten, war schon zur Pause beim Stand von 3:0 entschieden. Der Spitzenreiter der Dritten Liga konnte sich sogar den Luxus leisten, etliche Stammspieler im zweiten Durchgang zu schonen. Die klare Überlegenheit der Bielefelder musste auch SpVgg-Trainer Christian Ziege, 2010 für rund ein halbes Jahr selbst Coach bei der Arminia, zugeben: „Wir haben heute verdient verloren. Bielefeld war uns in puncto Zweikampf, Robustheit und Cleverness überlegen.“

Als die Gastgeber in der 6.?Minute das 1:0 erzielten, hatten sie bereits zwei Chancen vergeben und damit eindrucksvoll ihre derzeitige Ausnahmeform unterstrichen: Seit einem halben Jahr verlor Bielefeld kein Heimspiel mehr, acht der vorangegangenen neun Partien wurden gewonnen. Zunächst konnte Torhüter Stefan Marinovic noch gegen Klos klären, anschließend kratzte Alon Abelski einen Kopfball von Mast von der Linie. Dann brachen alle Dämme.

Drittliga-Toptorjäger Klos setzte sich beim Kopfball gegen zwei Bewacher durch und traf zur Führung für die Arminia. Mit seinem 18. Saisontreffer setzte er sich an der Spitze der Torschützenliste weiter ab. Acht Minuten später senste Kapitän Mario Erb den in den Strafraum eingedrungenen Mast um, Ulm verwandelte den fälligen Elfmeter zum 2:0. Kurz vor der Pause erhöhte Schuppan auf 3:0, wieder kam er im Hachinger Strafraum völlig frei an den Ball.

Immerhin eine Torchance hatten sich die überfordert wirkenden Gäste in der ersten Halbzeit erspielt. Dominik Widemann zielte nach tollem Zuspiel von Danilo Dittrich Zentimeter am Bielefelder Tor vorbei. Eine zweite gab es im zweiten Abschnitt, als Lucas Hufnagel mit seinem Schuss aus spitzem Winkel den Pfosten traf (81.). Zweimal blitzte jene Gefährlichkeit auf, die die junge Hachinger Mannschaft zu ihren Erfolgen verhalf – diesmal gegen den abgeklärten Tabellen-Ersten der Liga eindeutig zu wenig.

Wenigstens blieb der SpVgg eine Rekord-Niederlage erspart, weil die Hausherren angesichts des am Mittwoch anstehenden DFB-Pokal-Viertelfinales gegen Werder Bremen früh den Schongang einschalteten. Lediglich der vierte Treffer fiel noch, als sich van der Biezen vollkommen frei im Hachinger Strafraum wiederfand und locker einschieben konnte. Da waren bereits 86 Minuten gespielt.

„Es ist uns nicht gelungen, das abzurufen, was wir können und auch beim 4:1 in Großaspach noch gezeigt haben“, sagte Stürmer Dominik Widemann. „Nach dem frühen Doppelschlag war es natürlich extrem schwer zurückzukommen, auch wenn wir kurz vor der Pause die Chancen dazu hatten.“

„Leider sind wir sehr früh nach einer Standardsituation in Rückstand geraten. Das hat Bielefeld natürlich in die Karten gespielt“, sagte Torhüter Stefan Marinovic, der gleich klarstellte: „Die zweite Halbzeit war zwar etwas offener, allerdings geht der Sieg für Bielefeld definitiv in Ordnung.“

Allzu große Bedeutung wollte man bei der SpVgg der zwölften Saisonniederlage nicht beimessen. „Bielefeld ist nicht die Mannschaft, mit der wir uns messen können“, meinte Trainer Christian Ziege, „wir müssen das Spiel schnell abhaken, daraus lernen und uns auf die zukünftigen Aufgaben konzentrieren.“ Schlusswort Dominik Widemann: „Bielefeld hat gezeigt, was eine Topmannschaft ausmacht. Wir müssen uns jetzt auf das wichtige Heimspiel gegen Köln konzentrieren und unsere Punkte in anderen Spielen machen.“

Der nächste Gegner Fortuna Köln, der am kommenden Samstag im Unterhachinger Sportpark gastiert, ist übrigens die einzige Mannschaft, die Bielefeld seit dem 1. November 2014 besiegen konnte. Fehlen werden in dieser Partie gleich drei Hachinger Stammkräfte, die am Samstag die fünfte Gelbe Karte sahen: Kapitän Mario Erb sowie das komplette defensive Mittelfeld-Duo Yannic Thiel und Danilo Dittrich.

Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

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