Zurück zu den Grundtugenden

Florian Scheckdarf diesmal für den BCF von Anfang an stürmen. foto: hl/a

Wolfratshausen - Unter Druck in Bruck – durch einige kleinere Änderungen möchte der BCF Wolfratshausen beim heutigen Gastspiel in Fürstenfeldbruck die drohende Tristesse abschütteln.

Das verletzungsbedingte Fehlen von Karl Murböck ist für den Landesligisten aus der Flößerstadt schwer genug zu verkraften. Jetzt hat es zu allem Überfluss auch noch seinen Vertreter erwischt. Weit weniger schlimm als beim Lenggrieser, aber pausieren muss Lamine Guéye dennoch. Eine Oberschenkelverhärtung zwang den 19-jährigen im Heimspiel gegen Pipinsried vorzeitig vom Platz. Unter der Woche konnte die physiotherapeutische Abteilung die kleine Malaise „nicht in den Griff bekommen“, bedauert Andreas Brunner den Ausfall des Talents. Dem Farcheter Trainer fehlte im Vorfeld der wichtigen Partie in Bruck freilich die Motivation, um neuerlich über Verletzungssorgen zu sinnieren. „Für Lamine spielt Thaddäus Jell“ – fertig. Oder doch nicht ganz. Denn Florian Scheck, der für Max Panholzer auf rechts beginnen wird, ist eine weitere Änderung in Brunners Stammelf.

Eine Elf, die der Fußballlehrer zügig zurück auf Kurs bringen muss. Zu einseitig waren die Ergebnisse der letzten Wochen – mit Ausnahme des 3:0-Heimerfolgs gegen das Schlusslicht aus Gerolfing. Von seinen Eleven fordert Brunner Grundvoraussetzungen ein, wie etwa „sehr konzentriert in die Spiele zu gehen, höchste Laufbereitschaft zu zeigen und die schwierige Situation zu begreifen“. Für die Freunde des Nachtlebens gibt’s noch einen obendrauf: Jeder solle „private Anliegen in den Hintergrund stellen“. Der Fußballlehrer selbst kramte indes tief in der Kiste mit den „Grundtugenden“. Zum Vorschein kamen nichts anderes als diverse Selbstverständnisse, die allerdings bisweilen abhanden kommen: „Zweikämpfe suchen, sehr viel laufen und defensiv extrem gut arbeiten.“ Selbstredend spricht Brunner mit seiner Mannschaft über die jüngste Entwicklung – gar nicht mal so ergebnisabhängig. „Solche Situationen gehören im Fußball dazu.“ Gleichwohl ist „Selbstbewusstsein ein wichtiger Faktor“, weswegen die pädagogische Ressourcen des Cheftrainers in diesen Tagen häufiger abgerufen werden.

Den heutigen Widersacher betrachtet Brunner „prinzipiell als Top-Mannschaft“. Doch auch die Fürstenfeldbrucker müssen sich in dieser Spielzeit mit Verletzungen herumschlagen. Wenigstens haben sie 13 ihrer bislang 17 Habenzähler im heimischen, teuer vermarkten Stadion eingefahren. Eine Tatsache, die unter Berücksichtigung der aktuellen Gegebenheiten eher die Wolfratshauser in die Außenseiterrolle drängt. Und dennoch: Brunner möchte einen couragierten BCF sehen, der „über die gesamte Spielzeit kompakt und speziell in der Rückwärtsbewegung sehr eng steht“. Möglichkeiten, selbst produktiv in Erscheinung zu treten ergäben sich dann automatisch.

VON OLIVER RABUSER

BCF Wolfratshausen: Demmel - S.Kluge, J.Taffertshofer, Miedl, Rauch, Scheck, L.Kasperek, Jell, Pratz, Amanquah, Fischer; Klinkmüller, Linder, Gebhart, Panholzer, Haschke.

Quelle: fussball-vorort.de

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