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Schon zwei Jahre ohne Heimspiel

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Otto Holländer: Der Trainer der SGM-Herren wartet auf sein erstes Heimspiel.
Otto Holländer: Der Trainer der SGM-Herren wartet auf sein erstes Heimspiel. © Archiv

Über 70 Prozent der Handballvereine in Bayern stimmten in einer Umfrage des Verbands für eine Fortsetzung der Saison.

Freising - Die Verantwortlichen folgten dieser Mehrheit und beschlossen, dass der erste Spieltag nach dem Abbruch am Wochenende 28./29. Januar 2022 erfolgen soll. In einem Rundschreiben hieß es zur Begründung, dass in allen Bezirken nahezu gleiche Bedingungen herrschen würden, die Impfquote zudem gestiegen sei.

Auch die Ausnahmeregelungen für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren – sie müssen sofern sie in der Schule getestet werden, kein 2G vorweisen – spielte dem Verband in die Karten.

Wie sehen die Landkreisvereine diesen Beschluss? Erst mal abwarten, ob es Ende Januar auch wirklich klappt, lautet die Devise von Simon Klawe, dem Trainer der Bayernligahandballerinnen der HSG Freising-Neufahrn: „Ich bin angesichts der steigenden Inzidenzen durchaus skeptisch.“ Der Verband hätte aber eine vorläufige Entscheidung treffen müssen: „Ich finde es auf alle Fälle positiv, dass es weitergehen soll.“ Vor allem die Jugendlichen müssten ihren Lieblingssport ausüben dürfen. Die HSG-Frauen bereiten sich intensiv vor, auch wenn 2G oder 2G+ zum Problem wird: „Wir können dann nicht komplett antreten, und jüngere Spielerinnen werden mehr Verantwortung übernehmen müssen,“ betont Klawe: „Die Vorfreude, dass es losgehen kann, ist trotzdem groß.“

Winkler: Nur eine Planung

Nicht mehr als eine Planung sei das Ganze nach Meinung von Echings Abteilungsleiter Bastian Winkler: „Das war Aufgabe des Verbands, nachdem 70 bis 80 Prozent der Vereine meinten, dass sie weitermachen wollen.“ Winkler sieht es kritisch: „Das Problem für mich persönlich lautet, dass man damit die Gruppe der Nichtgeimpften komplett ausschließt.“ Der Verband habe den politischen Willen übernehmen müssen, fair sei das nicht: „Vielleicht gibt es eine Phase, wo 3G wieder möglich ist. Die betroffenen Vereine müssten ihre Spiele nachholen dürfen.“ Immerhin 20 bis 30 Prozent hätten gegen eine Fortführung gestimmt: „Die dürfen nicht hinten runterfallen.“ In Eching gibt es diese Problematik kaum, für Winkler lautet die positivste Meldung sowieso: „Am wichtigsten ist es, dass die Jugend weiter trainieren darf. Der Spielbetrieb kommt da erst an zweiter Stelle.“

Saisonfortsetzung ist wichtig für die Jugend

Bei der SG Moosburg sei man auf alle Fälle für eine Fortsetzung gewesen, sagt Männertrainer Otto Holländer: „Für den Handballsport an sich und vor allem für die Jugend ist es sehr wichtig.“ Einen Vorwurf Richtung BHV hat er trotzdem. „Als es im vergangenen Jahr noch erlaubt war, hätten so viele Partien wie möglich absolviert werden müssen.“ Der Spielplan der Moosburger sah allerdings oft freie Wochenenden vor, sodass es bislang immer noch nicht zum Heimdebüt von Holländer kam: „Ein Spiel in der Albinhalle war mir noch nicht vergönnt, obwohl ich schon zwei Jahre Trainer bei den Moosburgern bin.“ 2G, 2G+ sei vollkommen egal: „Entscheidend ist, dass wir die Saison dann auch durchziehen können.“ Wie die Nachholspiele angesetzt werden und ob es letztlich nur eine einfache Runde gibt, das müsse man erst einmal abwarten.

Bernd Heinzinger

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