Zwei Zentimeter = Tiefschnee? „Lächerlich!“

Vorsicht, kein Phantom: Das sind – auf dem Kunstrasenplatz – die angeblich nicht existierenden Räumfahrzeuge der Gemeinde Unterhaching. Foto: Gemeinde Unterhaching

Unterhaching - Räumt die Gemeinde Unterhaching den neuen Kunstrasenplatz im Sportpark nicht richtig? Diesen Vorwurf hatte unterschwellig die SpVgg geäußert. Jetzt ruderte der Fußballverein zurück.

Dass es im Dezember mal schneit: ganz normal. Dass die Unterhachinger Fußballer trotzdem täglich trainieren müssen: Profi-Alltag in der 3. Liga. Doch unter welchen Bedingungen? Übers „Training im Tiefschnee“ war am Donnerstag gelästert worden, weil die Gemeinde angeblich über keine adäquaten Gerätschaften verfüge, um den neuen, fast 500 000 Euro teuren Kunstrasenplatz vom Schnee zu befreien. Von einer „unglücklichen Situation“ sprach SpVgg-Teamchef Manuel Baum, weil die Profis den Schnee selbst hätten platt treten müssen, um fürs Spiel bei Hansa Rostock zu üben (wir berichteten).

Im Unterhachinger Rathaus kam derlei Kritik gar nicht gut an. „Wir sind ziemlich verschnupft“, ärgert sich Wolfgang Ziolkowski, Leiter des Ordnungsamts. „Wenn mit der Schneedecke etwas nicht passt, soll die SpVgg bitteschön unseren Sportamtsleiter anrufen statt sich in einer Pressekonferenz öffentlich aufzuregen.“ Außerdem liege die SpVgg in der Sache falsch: „Es gibt kein Räum-Problem, und es stimmt auch nicht, dass uns die nötigen Gerätschaften fehlen würden.“ Im Gegenteil, „der Platz ist von der Gemeinde so geräumt worden wie mit dem Verein abgesprochen“. Um den immerhin eine halbe Million Euro teuren Kunstrasen (den die SpVgg übrigens mit ausgewählt hat) zu erhalten und bestmöglich zu pflegen, müsse eine zwei Zentimeter hohe Schneeschicht quasi als Schutz belassen werden. „Sonst verzieht sich die Unterlage, die Fasern würden beschädigt und Granulat mit abgeräumt“, so Ziolkowski. Und überhaupt, zwei Zetimeter Schnee: „Für Profis war das noch nie schädlich!“

Auch Feuerwehr-Kommandant Josef Gmeinwieser, der 20 Jahre lang Leiter der Sportanlagen war („Ich weiß, wovon ich rede“), schüttelt den Kopf: „Tiefschnee? Ich brech’ zusammen. Lächerlich! Die Gemeinde tut wirklich alles für die SpVgg - wie deren Trainer, die auf einer Sänfte durch den Ort getragen werden, jetzt daherreden, das ist nicht in Ordnung.“

Manni Schwabl, der Präsident der SpVgg, beeilte sich , die Wogen zu glätten. „Ein Trainer will halt immer optimale Bedingungen. Da darf man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen“, entschuldigte er sich im Namen des Vereins und betonte: „Wir sind der Gemeinde Unterhaching sehr dankbar, dass wir diesen modernen Kunstrasenplatz bekommen habe. Es gibt von unserer Seite überhaupt keine Kritik.“

Ein anderes Platz- und Wetterthema ist die Rasenheizung im Stadion - vor einer Woche beim Heimspiel gegen Darmstadt 98 funktionierte sie nicht, weshalb die Trainer und freiwillige Helfer zu Schneeschiebern greifen mussten. „Die Rasenheizung funktioniert einwandfrei, wird aber nur auf Anforderung der SpVgg eingeschaltet“, sagt Rathaus-Sprecher Simon Hötzl. Laut Schwabl indes habe vor dem Darmstadt-Spiel „ein Teil gefehlt, die Rasenheizung funktionierte nicht“. Inzwischen laufe sie aber, um beim Heimspiel gegen Wehen-Wiesbaden (15. Dezember) beste Bedingungen zu bieten.

Martin Becker

Quelle: fussball-vorort.de

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