EHC beendet reguläre Saison als Zweiter

Emotionaler Wolf-Abschied - und eine verkraftbare Pleite

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Kein Durchkommen für Frank Mauer (l.) und Co.: Der EHC unterliegt in eigener Halle den Gästen aus Bremerhaven.

Der EHC München hat sein letztes Spiel der regulären Saison verloren. Das geriet angesichts der Verabschiedung von Kapitän Michael Wolf jedoch klar in den Hintergrund.

München - Auf dem Videowürfel in der Eishalle erschienen am Sonntagmittag plötzlich Gesichter, die vielen Eishockeyfans des EHC München sehr vertraut sind: Rick Goldmann, Keith Aucoin, Dominik Kahun. Sie alle hatten eine kurze Videobotschaft aufgenommen, um Michael Wolf zu loben. In dem Video tauchten auch zwei Kinder auf. Ein Mädchen, das flüsterte: „Papa, ich liebe dich.“ Und ein Junge, Wolfs Neffe, der sagte: „Jetzt ist die Zeit gekommen, wo du mir bei meinen Spielen zugucken kannst.“

Am Sonntag waren 4890 Zuschauer gekommen, um zuzusehen, wie Wolf (38), der Kapitän des EHC, das letzte Hauptrundenspiel seiner Karriere bestreitet. Sie erlebten, wie der Verein das Video mit den Grußbotschaften einspielte, wie die Fankurve ein Banner („Für immer in unserem Herzen - Danke Michi Wolf“) präsentierte, wie Christian Winkler, der EHC-Manager, gemeinsam mit Wolfs Familie aufs Eis trat, wo er seinen Kapitän „einen der größten Stürmer der deutschen Eishockeygeschichte“ nannte. Und wer genau hinsah, dem fiel auf, dass Wolf weinte.

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Niederlage zum Abschied aus der regulären Saison

Es war ein emotionaler Abschied (vorläufig natürlich, in den Playoffs wollen Wolf und der EHC weit kommen) - nur das Ergebnis passte nicht. Am 52. Spieltag, dem letzten der DEL-Hauptrunde, verlor der EHC mit 1:4 (0:2, 0:0, 1:2) gegen die Pinguins Bremerhaven. Es war immerhin zu verstehen, warum der EHC kraftlos spielte. Weil der Tabellenführer Mannheim am Freitag enteilt war, konnte der Meister seinen zweiten Platz nicht mehr verbessern. Kevin Lavallee und Alexander Friesen (beide in der neunten Minute) und Mark Zengerle (45.) schossen eine 3:0-Führung fьr Bremerhaven heraus. EHC-Keeper Danny aus den Birken bewahrte den EHC vor Schlimmeren.

Erst in der 48. Minute traf Daryl Boyle zum 1:3. In der letzte Minute erhöhte Patrick Alber wieder auf 4:1. Die Pleite dürfte Wolf, den ehrgeizigen Sportler, ärgern, aber die großen Spiele kommen noch. Christian Winkler hatte es vor dem Spiel so gesagt: „Wir wollen, dass du als Kapitän die Trophäe zum vierten Mal nach München holst.“

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Christopher Meltzer

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