Ungewohntes Gefühl an Heiligabend

EHC verliert auch in Bremerhaven - droht in der DEL die Wachablösung?

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Derek Joslin (li.) und Kollegen mussten in Bremerhaven den nächsten Rückschlag einstecken.

Der EHC Red Bull München holt an diesem Wochenende nur einen Zähler und verliert weiter an Boden auf Spitzenreiter Adler Mannheim. Die Favoritenrolle ist der Meister in der DEL vorerst los.

München/Bremerhaven - Für den EHC Red Bull München ist es ein seit drei Jahren nicht mehr gekanntes Gefühl, der Meister verbringt Heiligabend nicht auf Rang eins der DEL. Stattdessen findet er sich in der Verfolgerrolle wieder, muss die aktuellen Überflieger der Adler Mannheim jagen. Die Kurpfälzer haben sich nach ihrem Komplettumbruch in der Führungsebene im Sommer unter Neu-Coach Pavel Gross zum Top-Favoriten auf den Titel gemausert. Das bewiesen sie nicht zuletzt mit dem 3:1 am Freitag und zwei Wochen zuvor beim 1:0-Erfolg in München. Der Hunger der Adler auf den ersten Meistertitel seit 2015 ist spürbar, vor allem im ersten Drittel vom Freitag seien die Mannheimer laut EHC-Coach Don Jackson „frischer und entschlossener“ gewesen. „Sie haben gezeigt, dass sie uns schlagen können. Es ist klar, dass wir uns in einigen Bereichen verbessern müssen.“ Droht die Wachablösung in der DEL? 

Zumindest die Formkurve spricht derzeit für die Quadratestädter, Mannheim holte in den letzten zwei Wochen rund doppelt so viele Punkte wie die Red Bulls. Hinzu kommen die mangelhaften Auswärtsauftritte der Münchner, die aus den letzten sechs Gastspielen lediglich sechs Punkte holen konnten und somit nur auf Rang sieben der Auswärtstabelle liegen. Auch am Sonntag beim 3:4 (1:2, 0:1, 2:0, 0:1) nach Verlängerung in Bremerhaven taten sich die Red Bulls schwer und ließen erneut Punkte liegen. Es war die bereits dritte Saison-Pleite gegen die Norddeutschen. Das beste Team auswärts sind übrigens die Adler Mannheim. 

Besserung muss schon bald her

Sorgen macht man sich auf Münchner Seite aber noch nicht. Yasin Ehliz sagte, man habe in den beiden Heimspielen gegen Mannheim „eindeutig mehr Chancen gehabt. Solange wir in den Playoffs die Dinger reinmachen, ist alles gut.“ Dafür müsste dann aber auch das Powerplay des EHC deutlich besser werden, da hakt es seit Wochen. Nur Wolfsburg und Straubing sind in eigener Überzahl ungefährlicher als der Titelverteidiger – im Gegensatz zu Mannheim, das auch in dieser Wertung der Liga-Krösus ist. Ein weiterer Faktor für die derzeitige Entwicklung: Die Münchner landeten zuletzt zu oft auf der Strafbank und machten sich somit das Leben schwerer. 

Die Besserung soll und muss bereits in den nächsten Spielen her, die Gegner heißen Ingolstadt, Berlin, Wolfsburg und Nürnberg.

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