Interview

EHC vor Playoff-Aus: "Leiden Sie sehr, Herr Petermann?"

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Aktuell verletzt: EHC-Spieler Felix Petermann.

München - Vor dem EHC-Showdown in Wolfsburg (und dem möglichen Playoff-Aus) verrät Spieler Felix Petermann, woran es aktuell beim EHC RB München hapert.

Vor acht Tagen sprach Trainer Don Jackson vom Titel, Am Dienstagabend in Wolfsburg (ab 19.30 Uhr bei uns im Live-Ticker) steht der EHC RB München beim Stand von 0:3 in der Best-of-Seven-Serie vor dem Playoff-Aus. „Wir müssen rausgehen, als wäre es das letzte Spiel unserer Karriere“, sagt Jackson. Woran es hapert, erklärt der verletzte Publikumsliebling Felix Petermann im tz-Interview.

Herr Petermann, ich nehme an, Sie sind überrascht und leiden mit?

Petermann: Ich bin nicht nur überrascht, sondern konsterniert. Für mich ist es extrem frustrierend die Spiele auf der Tribüne anzuschauen. Am Sonntag haben Wille und Einsatz gestimmt, aber es fällt uns sehr schwer in den entscheidenden Raum vor dem gegnerischen Tor zu kommen. Die Wolfsburger laufen viel, verteidigen sehr clever und machen kaum Fehler. Man könnte sagen, sie schlagen uns mit unseren eigenen Waffen.

In der Hauptrunde hat der EHC viermal gegen Wolfsburg (6:1, 5:0, 3:0, 2:1) gewonnen. Was lief da noch besser?

Petermann: Da haben wir das Spiel mehr beherrscht, jetzt fehlen die Druckphasen. Die Stürmer halten den Puck nicht mehr so gut, dadurch werden die Verteidiger an der blauen Linie weniger mit einbezogen. Es gelingt uns nicht über 40 oder 50 Sekunden ein Momentum zu kreieren. Je länger es im Laufe einer Partie nicht läuft, desto komplizierter spielen wir. Von außen rede ich mich leicht, aber die Jungs sehen das genauso. Heute Abend ist es fünf vor zwölf, es zählt nur der Sieg. Aber so lange das Spiel nicht abgepfiffen ist, bin ich optimistisch.

Einen 0:3-Rückstand konnte noch nie jemand umbiegen.

Petermann: Wahrscheinlich gab es auch noch nie einen Viertelfinalisten mit neun Verletzten. Keine Frage, es wird schwer, aber oft ist es nicht leicht, den Sack in einer Serie zuzumachen.

Auch Topscorer Garrett Roe zählt zu den Verletzten. Wie schlimm wiegt sein Ausfall?

Petermann: Ihn zu ersetzen, ist unglaublich schwer. Im Powerplay war er die zentrale Figur, deswegen tun wir uns jetzt in der Überzahl auch so schwer. Zudem fehlt mit Mads (Christensen, Anm. d. Red.) ein weiterer treffsicherer Spieler. Aber es hilft nichts, wir müssen daran glauben, dass wir das Ding noch drehen können.

Wie wichtig wäre ein Knotenlöser?

Petermann: Das heutige erste Drittel ist das wichtigste der ganzen Saison. Wir müssen loslegen wie die Feuerwehr und zur Not auch mal ein riskantes Pressing spielen. Einfach volle Kanne drauflos. Wenn wir in Führung gehen, kehrt das Selbstvertrauen zurück.

Falls der EHC noch weiterkommt, werden wir Sie noch auf dem Eis sehen?

Petermann: Meine Schulterverletzung hat sich leider anders entwickelt als erhofft. Ich mache viel Individualtraining, aber mit dem Mannschaftstraining wird es noch dauern.

Interview: Mathias Müller

Unser Redakteur als Eishockey-Spieler beim EHC - Bilder

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