EHC vs. Grizzlys

EHC vs. Grizzlys: Die tz hinter den Kulissen von ServusTV

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Sendungsleiter Florian Gogel (h.) erklärt tz-Reporter Marcel Guboff den Ü-Wagen.

München - Wie läuft eigentlich so eine TV-Übertragung beim Eishockey ab? Die tz hat beim Duell EHC RB München gegen Grizzlys Wolfsburg hinter die Kulissen geschaut-

Drei Stunden sind es noch, bis es los geht im Olympia-Eisstadion zwischen dem EHC Red Bull München und den Grizzlys Wolfsburg. Dennoch stürmen schon gut zwei Dutzend Leute in die Halle. Punkt 16.45 Uhr ist Crew-Meeting beim übertragenden Sender Servus.TV.

Gut 30 Personen aus den Bereichen Technik, Ü-Wagen und On-Air-Personen lauschen den Worten von Florian Gogel. Der Leiter der Sendung geht den Ablauf durch. Was passiert in den Powerbreaks, in den Drittelpausen, im Falle einer Verlängerung. „Für die erste Overtime hätten wir einen Werbeblock von sechs Minuten“, erklärt Gogel. Für eine zweite stünden zeitlose MAZen zur Verfügung. Aufgezeichnet wird am Abend aber nichts: „Wir bleiben immer live!“

Kaum zehn Minuten dauert dieses Sitzung. „Vieles ist Routine, und in Telefonkonferenzen wurde auch schon einiges besprochen“, erklärt Gogel der tz, um anschließend das „Riesen-Monster“ genauer zu erläutern. Gemeint ist der Übertragungs-Wagen. Zehn Arbeitsplätze, über 20 Bildschirme, noch viel mehr Knöpfe. Kurzum: die Kommandozentrale. Hinter Sendechef und Regie sitzen drei Mitarbeiter für die Zeitlupen, zwei weitere hören bei den Cable-Guys genau hin. „Sie filtern das Beste heraus“, so Gogel. „Nichts geht live raus.“ Die Spieler sollen sich nicht gehemmt fühlen, etwas nicht zu sagen. Einmal, erklärt der Redaktionsleiter, ging es leicht daneben: „Einer hat sich verletzt und 'Aua' geschrien. Es sah nicht so schlimm aus, hinterher hat es sich aber als Kreuzbandriss erwiesen. Das war nicht absehbar.“ Ähnlich sensibel gehen sie mit Bildern aus der Kabine um.

Bilder: tz-Reporter hinter den Kulissen von ServusTV

Wehmut zum Abschied

Im Gespräch mit Moderator Gerhard Leinauer.

Zwei Proben stehen an, bevor es auf Sendung geht. Die technische zwei Stunden vor Spielbeginn, die zur Besprechung des Durchlaufs eine zuvor. Dazwischen wird gegessen und auch mal rumgealbert. „Vier Jahre Servus.TV – und du bist zuckerkrank“, ruft Experte Rick Goldmann Moderator Gerhard Leinauer zu. Es liegt dabei viel Wehmut in der Luft bei allen Beteiligten. Es ist einer der letzten DEL-Übertragungen des österreichischen Senders. Für die kommende Saison hat Sport1 die Free-TV-Rechte von der Telekom erworben. „Wir haben vier Jahre Eishockey mit der DEL auf ein neues Level gehoben“, sagt Servus-TV-Sportchef Philip Wolfarth. „Jetzt können andere darauf aufsetzen, und dafür wünschen wir allen Beteiligten viel Freude und Erfolg.“

Zurück zur Durchlaufprobe: Bein genaueren Hinschauen könnte man meinen, die Jungs sind live drauf. Sind sie aber nicht. „Da geht es darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Zeit wir haben“, erläutert Moderator Leinauer, der mit Experte Sven Felski durch den Abend führt. Die Themen seien zurechtgelegt, „aber die Gespräche entstehen spontan“. Was bei den Kommentatoren sowieso der Fall ist, wo Basti Schwele und Experte Goldmann ebenfalls letzte Vorbereitungen treffen. Goldmann hat dazu noch ein kleines Spielzeug vor sich: das einzige Live-Tool im Sport-TV. „Da kann ich mir während der Partie Sequenzen herauspicken und analysieren, wo ein Spieler hätte zum Beispiel besser stehen müssen“, sagt der Ex-Profi. Also auch hier gilt: alles Routine.

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