Final-Ticket gelöst

Red Bulls vom Schockzustand in die Jubeltraube

+
Franky Mauer war im fünften Spiel gegen die Haie doppelt für den EHC erfolgreich.

München - Es ist geschafft, der EHC Red Bull München steht erstmals im Finale der DEL-Playoffs. Dabei wissen Franky Mauer und Co. nach dem vierten Sieg gegen Köln gar nicht so richtig, wie ihnen geschieht.

Verfolgen Sie die Final-Spiele im Live-Ticker: Grizzlys Wolfsburg - EHC Red Bull München

Franky Mauer musste etwas eingestehen. „Ich hatte mich schon ein bisschen auf die Verlängerung eingeschossen“, sagte der Stürmer des EHC Red Bull München. Wen wundert's? Schließlich hatte Dragan Umicevic den Kölner Haie 34 Sekunden vor dem Ende des fünften Duells in der Halbfinal-Serie den Ausgleich beschert. Da hatte wohl jeder in der ausverkauften Olympia-Eishalle damit gerechnet, dass sich die Rheinländer in die Verlängerung retten. Doch die Rechnung hatten sie ohne Mauer gemacht, der nur elf Sekunden später den 5:4-Sieg und damit den Einzug ins Finale perfekt machte.

Das ganze war auch eine Frage der Mentalität. Doch hängende Köpfe? Ja, die gab es, aber eben nur für einen winzigen Augenblick. Auch bei Don Jackson. Nachdem er zu seinem Co-Trainer Matt McIlvane geblickt hatte, stellte der Headcoach fest: „Wir waren geschockt.“ Auch Mauer, der schon zum 2:0 erfolgreich war, hätte nicht mehr „mit so einer Großchance“ gerechnet. „Aber“, ergänzte der 27-Jährige, „manchmal ergeben sich die Sachen schneller, als man denkt. Dann muss man bereit dafür sein, und glücklicherweise war ich in dem Moment bereit. Viel Zeit zum Überlegen war da nicht, was manchmal ja auch gar nicht so schlecht ist. Aber es war auch gut vorbereitet.“ Mads Christensen war ebenfalls überrascht. „Ich habe gesehen, dass er gar nicht so hart geschossen hat“, berichtete der Däne, der das zwischenzeitliche 3:1 erzielt hatte. „Dann wurde es plötzlich laut, es war der Wahnsinn. Da denkt man nicht mehr, da freut man sich nur noch.“ Wie eben ein Großteil der 6142 Zuschauer, das nach Mauers Siegtreffer außer Rand und Band war.

Jackson lobt fantastische Reaktion

Doch diese Mentalität, diesen Charakter zeigten die Münchner nicht nur in diesen 34 Sekunden. Denn die Haie gaben sich in der gesamten Partie nicht auf, bissen sich immer wieder zurück, erzielten immer wieder das Anschlusstor und hielten das Duell bis zur letzten Sekunde spannend. 3:1 und München ist auf Kurs? 4:2? Alles kein Schock für die Kölner. Was die Münchner aber nicht nervös werden ließ. „Die Reaktion war fantastisch“, lobte Jackson. „Wir haben immer darauf geantwortet, wenn sie ein Tor erzielt haben. Das war ein super Beispiel für das Team-Selbstvertrauen.“

Trotzdem wird dieses Spiel fünf noch etwas in Erinnerung bleiben. „Das war ein aufregendes Finish und ein großartiger Sieg“, sagte Jackson, während Christensen meinte: „Das passiert nicht oft.“ Für Doppeltorschütze war es schlichtweg nur unfassbar. „Aber wie sagt man so schön: Solche Geschichten schreibt eben nur der Sport.“ Eben von dieser wollen sich die Red Bulls nun kurz erholen, ehe am Freitag gegen die Grizzlys Wolfsburg, die das Ticket mit einem 2:1 in Spiel 6 gegen Nürnberg lösten, am Oberwiesenfeld die Final-Serie startet. „Das“, so Christensen, „wird noch einmal härter als das Halbfinale.“

Die Final-Serie zwischen dem EHC Red Bull München und den Grizzlys Wolfsburg

Spiel 1: EHC Red Bull München - Grizzlys Wolfsburg 2:1 nach Overtime

Spiel 2: Grizzlys Wolfsburg - EHC Red Bull München 4:5

Spiel 3: EHC Red Bull München - Grizzlys Wolfsburg 4:1

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Mayenscheins steiler Aufstieg - Pinizzotto zurück
Mayenscheins steiler Aufstieg - Pinizzotto zurück
"Drei Kilo Leberkas auf Sieg!"
"Drei Kilo Leberkas auf Sieg!"
Pleite im Topspiel: EHC unterliegt Nürnberg in den Schlussminuten
Pleite im Topspiel: EHC unterliegt Nürnberg in den Schlussminuten
EHC mit Kantersieg bei DEG, Berlin weiter im freien Fall
EHC mit Kantersieg bei DEG, Berlin weiter im freien Fall

Kommentare