EHC führt im Finale, aber ...

48 Schüsse, nur zwei Tore - "Sind manchmal zu verspielt"

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EHC-Star Steve Pinizzotto (l.) zieht ab, Wolfsburgs Armin Wurm versucht den Schuss zu blocken.

München - Der EHC München hat vorgelegt. Aber nur 40 Stunden nach dem glücklichen Siegtor geht das Finale in Wolfsburg in Runde zwei. Die Serie verspricht zähe und enge Spiele.

Verfolgen Sie die Final-Spiele im Live-Ticker: Grizzlys Wolfsburg - EHC Red Bull München

Groß feiern konnten die Münchner Eishockeycracks ihren Premierensieg in einem DEL-Finale nicht. Nur 40 Stunden nach dem umjubelten Siegtor von Jeremy Dehner zum 2:1-Heimsieg in der Verlängerung gegen die Grizzlys Wolfsburg geht die Playoff-Serie am Sonntag (14.30 Uhr) in der Halle der Niedersachsen weiter.

„Die ganze Serie wird für uns ein Kampf“, prophezeite der US-Amerikaner Dehner nach dem erfolgreichen Auftakt des EHC für das über maximal sieben Partien gehende Meisterschaftsduell. Wolfsburgs Trainer Pavel Gross richtete den Blick gleich nach dem „plötzlichen Tod“ seiner Mannschaft am Freitagabend im Münchner Olympia-Eisstadion nach vorne. „Es war ein hartes Spiel. Am Sonntag geht es weiter“, sagte Gross. Dann wollen die Grizzlys unbedingt zurückschlagen.

Das erste Endspiel bot einen Vorgeschmack auf das, was die Fans auch in den nächsten Partien erwarten könnte. Zwei Teams, die sich mit ihren starken Abwehrreihen weitgehend neutralisieren. „Die ganze Serie wird in dem Rahmen ablaufen wie heute“, meinte Münchens Nationalspieler Frank Mauer: „Wir hatten einen guten Start in die Serie.“ Selbstkritisch merkte der Angreifer trotz 48 Torschüssen seines Teams an: „Wir sind manchmal zu verspielt.“

EHC München: Sechstes Powerplay führt zum Siegtreffer

EHC-Coach Don Jackson, der persönlich seinen sechsten Meistertitel anstrebt (nach fünf mit den Eisbären Berlin), war erleichtert nach dem engen Match mit Überlänge. Der US-Amerikaner war stolz, dass sein Team am Ende doch noch einen Weg zum Sieg gefunden hat.

Im sechsten Überzahlspiel fand Dehner bei seinem Schlagschuss nach elf Minuten und 40 Sekunden in der Verlängerung eine Lücke und konnte den starken Nationaltorhüter Felix Brückmann überwinden. „Es war ganz schön viel Verkehr vor dem Tor“, kommentierte Matchwinner Dehner.

„Der Puck ist einfach an Freund und Feind vorbeigeflogen“, schilderte Mauer die spielentscheidende Szene. Der Kanadier Jérôme Samson (12.) hatte den EHC vor 6142 Zuschauern im ausverkauften Eisstadion  in Führung geschossen. Verteidiger André Reiss (47.) glich im letzten Abschnitt für Wolfsburg aus.

EHC im Glück: "Pfosten, Pfosten - und raus"

Auch die spät aufdrehenden Grizzlys hätten als Sieger vom Eis gehen können. Aber in der vorletzten Minute der regulären Spielzeit fehlte Stürmer Mark Voakes jenes Schussglück, das Matchwinner Dehner später hatte. „Pfosten, Pfosten - und raus“, schilderte Coach Gross den Weg des Pucks, der bei dem Schuss von Voakes nicht den Weg ins Tor fand.

Die Wolfsburger verließen die Münchner Eishalle in der Nacht zum Samstag kämpferisch. „Wir sind in der Serie drin. Man hat gesehen, dass es ein heißer Kampf wird“, äußerte Stürmer Sebastian Furchner. Das Finale nimmt Fahrt auf. „Jetzt schauen wir, dass wir in Wolfsburg den zweiten Sieg holen“, konterte der Münchner Yannic Seidenberg.

Die Final-Serie zwischen dem EHC Red Bull München und den Grizzlys Wolfsburg

Spiel 1: EHC Red Bull München - Grizzlys Wolfsburg 2:1 nach Overtime

Spiel 2: Grizzlys Wolfsburg - EHC Red Bull München 4:5

Spiel 3: EHC Red Bull München - Grizzlys Wolfsburg 4:1

dpa

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