Der EHC-Sheriff räumt auf

Pinizzotto: "Gegen Straubing muss man hart spielen"

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Steve ­Pinizzotto trifft Sean O’Connor, dessen Helm wegfliegt.

München - Mit seinem Gordie Howe Hattrick war Steve Pinizzotto der Mann des Abends beim 5:0 des EHC Red Bull München zum Playoff-Auftakt gegen Straubing. Er gibt sich entspannt.

Von seiner Betriebstemperatur war er schnell wieder herunter. Steve Pinizzotto stand locker in Badelatschen da, sachlich und ruhig. Zuvor, beim 5:0 des EHC Red Bull München zum Auftakt des Playoff-Viertelfinals gegen die Straubing Tigers, war er richtig heißgelaufen. Sinnbildlich dafür war die Aktion in der 23. Minute, als er und Sean O’Connor sich ordentlich auf die Mütze hauten, nachdem der Straubinger seinen Kontrahenten jenseits des Geschehens verbal provoziert hatte. Pinizzotto musste zwölf Minuten in die Kühlbox, für den Bad Boy der Tigers war die Partie wegen übertriebener Härte und unsportlichem Verhaltens sogar vorzeitig beendet. Fürs zweite Duell ist er obendrein gesperrt. Groß beschäftigen wollte sich „der Mann mit der Hausordnung“, wie Stadionsprecher Stefan Schneider ihn nennt, aber nicht. „Zeitverschwendung“, meinte der 31-Jährige trocken. „Ich weiß nicht, was ich über diesen Typen sagen soll. Im nächsten Spiel muss ich mir um ihn jedenfalls keine Gedanken machen.“

Der Konflikt mit O’Connor war nicht der einzige mit Pinizzotto, aber der Kanadier war clever, blieb bei seinen „Energie-Ausbrüchen“, wie Don Jackson sie nannte, meist im Rahmen des Vertretbaren. „Er hat einen guten Job gemacht“, lobte der Coach, und Kapitän Michi Wolf ergänzte: „Er hatte genau das richtige Timing.“ Ganz anders sah es Straubings Trainer Larry Mitchell. Vier Lehren habe er gezogen. Eine davon hat mit dem EHC-Stürmer zu tun: „Wir haben gelernt, dass Pinizzotto der bestbezahlte Spieler in der DEL ist, das hat er ständig zu unserer Bank herübergerufen.“ Darüber konnte der Münchner nur lächeln: „Ich bin nicht der Einzige, der so was tut. Aber ich fokussiere mich auf das Eis und sorge mich nicht um solche Dinge.“

Von einer überharten Spielweise wollte übrigens niemand etwas wissen. „Die Spiele sind jetzt auf einem anderen Level“, sagte Pinizzotto. „Und gegen Straubing muss man hart spielen.“ Gegen jene Mannschaft, gegen die die Red Bulls in der Hauptrunde nicht eine Partie gewonnen hatten. „Es war wichtig, dass wir mal mit einer Führung gegen Straubing spielen konnten“, erklärte Wolf. „Dann müssen sie aufmachen und können nicht so spielen, wie sie es haben wollen.“ Auch das erste Tor hatte der EHC Pinizzotto zu verdanken. Der „Sheriff“ war eben in mehrfacher Hinsicht auf Betriebs­temperatur.

Am Freitag steht dann Spiel zwei der Best-of-seven-Serie an, dann in Straubing. Wir berichten natürlich wieder im Live-Ticker.

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