Red Bulls starten in die Playoffs

Mission Meisterschaft: Das ist die EHC-Playofftaktik

München - Der EHC Red Bull München startet als Topfavorit auf die Meisterschaft in die Playoffs. Die Co-Trainer zeigen die Taktik, die zum Titel führen soll.

Tabellenerster, die drittmeisten Siege (25), die zweitwenigsten Niederlagen (14), die drittmeisten Tore geschossen (160), am zweitwenigsten Gegentore gefangen (124) – die Vorrunde des EHC Red Bull München war überragend. Bis auf einen kleinen Makel: Das Überzahlspiel! In 215 Power-Play-Minuten schossen die Münchner nur 37 Tore, mit dieser Erfolgsquote von 17,2 Prozent rangiert der EHC nur auf Platz elf der 14 DEL-Mannschaften.

Die EHC-Co-Trainer Matt MacIlvane (l.) und ­Derek Mayer.

In den Playoffs soll sich das ändern. Die sogenannten Specialteams sind „ein sehr wichtiger Bestandteil“ in den K.o.-Spielen, bestätigt Co-Trainer Derek Mayer und erklärt zusammen mit Matt McIlvane am Laptop und an der Tafel die Playofftaktik. Das Stichwort ist Pressure-Hockey. „Immer wenn der Gegner die Scheibe hat, wollen wir sofort attackieren und unangenehm sein. Je aggressiver man ist, desto genauer muss man sein und da hilft uns das Video“, sagt McIlvane. Besondes schmuck ist der kleine Videoraum in den Katakomben der Eishalle nicht, aber wichtig, denn während eines Spiels analysieren und schneiden die Nachwuchstrainer Ron Chyzowski und Matt Nee jede Szene. Mayer, McIlvane und Cheftrainer Don Jackson instruieren mit den Infos die Mannschaft. „In einer Videominute stecken ein bis zwei Stunden Arbeit, es ist sehr aufwendig, aber es lohnt sich“, so Mayer. Ihre Schwäche im Überzahlspiel wollen sie mit folgender Taktik verbessern.

Umbrella: Die Spieler positionieren sicher in Schirmformation, zwei in der Nähe des Tores, einer an der blauen Linie und zwei auf außen. „Die Scheibe darf nicht zu lange an einer Stelle bleiben, damit sich die gegnerische Mannschaft nicht umstellen kann und muss in Richtung Tor“, sagt Mayer. Die Stürmer sollen „Traffic“ (Verkehr) verursachen, um dem Goalie die Sicht zu nehmen.

Derek Mayer ­erklärt die ­Überzahl-Taktik Double Swing.

Double Swing: Ein Verteidiger zieht hinter dem eigenen Tor das Spiel auf. Die vier weiteren Spieler versuchen mit einheitlichem Tempo und auf gleicher Höhe vor ihm aus dem eigenen Drittel zu laufen. Ziel ist, immer eine Zwei-auf-Eins-Situation zu kreieren und in die Überzahl-Aufstellung im Angriffsdrittel zu kommen. Klappt das nicht, spielt der Verteidiger die Scheibe tief.

EHC vor den Playoffs - Bilder vom Training und aus der Kabine

EHC vor den Playoffs - Bilder vom Training und aus der Kabine

Playoff-Debakel soll sich nicht wiederholen

Vergangene Saison flog der EHC Red Bull München im Viertelfinale (Modus „best-of-seven“) sang und klanglos gegen Wolfsburg (0:4) aus den Playoffs – obwohl man in der Hauptrunde alle vier Spiele gegen die Niedersachen gewonnen hatte. Am Dienstag starten die Münchner im Heimspiel gegen Straubing (19.30 Uhr, wir berichten im Live-Ticker) erneut in die Mission Meisterschaft. Pikant: Der EHC ist Vorrundensieger, verlor aber alle vier Partien gegen die Niederbayern. Zu Hause unterlag die Truppe von Trainer Don Jackson 2:3 und 0:1, auswärts mussten sich das Team um Kapitän Michael Wolf 2:5 und 1:2 geschlagen geben. Sorgen macht sich deswegen niemand.

„In meiner Karriere hatte ich viele solcher Situationen. Es bedeutet gar nichts, es ist nur entscheidend, wenn man nichts aus den Niederlagen lernt. Aber das machen wir gerade“, sagt Jackson. „Straubing spielt sehr kompakt, hält die neutrale Zone eng und lauert auf Konter“, weiß Yannic Seidenberg. Deswegen lautet Jacksons Devise: „Ein bisschen weniger Risiko eingehen.“ Auf den Punkt bringt es Steve Pinizotto: „Es gilt, das Momentum auf unsere Seite zu bekommen.“

Wie Sie die DEL Playoffs 2016 live sehen, erfahren Sie im TV Guide. Außerdem haben wir für Sie alle wichtigen Infos, Regeln sowie den Spielplan zu den DEL Playoffs 2016 zusammengefasst.

mm, fw

Rubriklistenbild: © sampics / Stefan Matzke

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