tz-Interview

Maurer über den Abgang von Barta: "Das schmerzt schon"

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Uli Maurer.

München - Beim EHC Red Bull München steht ein großer Umbruch bevor. Urgestein Uli Maurer spricht im tz-Interview über die Abgänge von Barta und Petermann und seinen Dienst als "EHC-Finanzminister".

Der EHC Red Bull München baut um – und dabei hat es auch Felix Petermann erwischt. Damit ist Uli Maurer der letzte Aufstiegsheld im Team - das tz-Interview:

Herr Maurer, nach dem Abgang von Felix Petermann sind Sie der letzte Mohikaner, der seit dem Aufstieg 2010 dabei ist.

Uli Maurer: Ich habe letztes Jahr einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben, deswegen hat sich bei mir die Frage jetzt nicht gestellt. Nächste Saison ist mein sechstes EHC-Jahr, ich glaube, es gibt sonst niemanden, der länger als zwei Jahre hier ist. Aber so ist das Geschäft im Spitzensport. Beim EHC werden große Ziele angestrebt, dafür wird die Mannschaft neu aufgestellt. Irgendwann muss man einen Stamm finden. In Berlin beispielsweise haben sie das vor ein paar Jahren mit Baxmann, Busch, Hördler, Rankel, Felski und Ustdorf gut vorgemacht.

Der EHC baut seine Mannschaft halt um Uli Maurer.

Maurer: (lacht) Nein, ganz sicher nicht. So ein Prozess kann eben ein bisschen dauern. Es ist immer ein schmaler Grat, wenn man 15 oder 20 neue Jungs zusammenschmeißt. Ich bin der Meinung, dass sich im Team Freundschaften entwickeln müssen, damit es auf dem Eis stimmt.

Martin Buchwieser ist ein Spezl von Ihnen – und sonst?

Maurer: Mit Jochen Reimer habe ich mich super verstanden. Auch der Abgang von Alex Barta schmerzt. Und dann natürlich Felix, mit ihm habe ich früher in Nürnberg gespielt und jetzt fünf Jahre beim EHC. Durch den Wechsel von Lowbudget zu einem höheren Etat muss sich der Kader noch einpendeln.

Apropos Geld, Sie sind „EHC-Finanzminister“ und führen die Mannschaftskasse. Sie haben Ihren Platz sicher.

Maurer: Wenn das so einfach wäre... Ich fürchte, da wäre ich ersetzbar. Im Profigeschäft ist man froh, wenn man einen Vertrag hat, auch wenn das die Öffentlichkeit nicht so wahrnimmt.

Wie war die letzte Saison aus Sicht der Mannschaftskasse?

Maurer: Wie in den Jahren davor, wir sind in den Playoffs ja nicht besonders weit gekommen. Ich war auch in Augsburg für die Finanzen zuständig, so viel Geld wie bei unserem Finaleinzug 2010 hatte ich nie mehr in der Kasse. Das liegt nicht an den Strafen, die machen nur einen geringen Teil aus, sondern an den Sponsoren. Die haben bei Erfolg verständlicherweise eher die Spendierhosen an.

Im Sommer fahren Sie ja mit Buchwieser, den Kink-Brüdern und Skifahrer Felix Neureuther jedes Jahr in einen fast schon legendären Männerurlaub. Geht sich das auch dieses Jahr aus?

Maurer: Schwierig. Meine Freundin und ich erwarten im Mai Nachwuchs. Der ganze Sommer ist darauf ausgerichtet. Im nächsten Jahr bin ich vielleicht wieder dabei.

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