Stürmer Trevor Parkes im tz-Interview

EHC-Star Parkes: "Ich mag die dreckigen Treffer"

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Trevor Parkes beim Interview im Olympiapark

Trevor Parkes gilt als unbequemer Gegner. Ein Ruf, der dem Stürmer des EHC Red Bull München gefällt. Im Interview spricht er über sein Spiel und sein neues Leben in München.

München- Trevor Parkes gilt als unbequemer Gegner. Ein Ruf, der dem Stürmer des EHC Red Bull München gefällt. Der 27-Jährige kam in diesem Sommer aus Augsburg und ist schon jetzt einer der besten Scorer der Münchner. Am Freitag trat Parkes mit seinen Kollegen zum Spitzenspiel bei den Adler Mannheim an, steuerte dem 5:4 (1:2, 2:1, 1:1, 0:0, 1:0)-Erfolg nach Penaltyschießen ein Tor bei, konnte allerdings nach einem harten Check gegen die Bande nicht weiterspielen. Ob er Sonntag (14.00 Uhr) beim Heim-Derby gegen Ingolstadt einsatzfähig ist, ist noch nicht klar. Die tz hatte den Kanadier vorab zum Interview getroffen.

Herr Parkes, momentan absolvieren Sie und Ihr Team einen echten Spiele-Marathon…

Parkes: Das stimmt. Wir haben nahezu jeden zweiten Tag ein Spiel und das ist natürlich fordernd. In solchen Phasen muss man ganz besonders auf den eigenen Körper achten, gut essen, Regenerationszeiten einbauen und viel schlafen. Ich brauche da schon so meine acht Stunden vor einem Spiel (lacht).

Sie gehören derzeit zu den besten Scorern Ihres Teams. Was bedeuten Ihnen Statistiken?

Parkes: Wenig, was zählt, ist der Sieg. Aber ich liebe es natürlich, Tore zu schießen. Ich mag die dreckigen Treffer. Ich versuche immer, ein Spieler zu sein, gegen den man nicht spielen will. Dabei nutze ich natürlich auch meine Physis. Das ist das Spiel, das mir liegt. Wenn ich mich in die Nähe des gegnerischen Tores bewege, sollen die anderen Teams wissen, dass es jetzt ungemütlich wird.

Parkes: John und ich verstehen uns sehr gut

Don Jackson sagte, Sie und Ihr Stürmer-Kollege John Mitchell seien wie Brüder.

Parkes: So fühlt sich das wirklich an. Wir verstehen uns sehr gut – auf und neben dem Eis. Ich hoffe, dass wir darauf aufbauen können.

Sie haben Ende ­September bereits einmal gegen Ihr ehemaliges Team Augsburg gespielt. Wie war das für Sie?

Parkes: Ich hatte es ­zuvor gar nicht so erwartet, aber ich war etwas angespannter als sonst. Normalerweise versuche ich, nicht zu viel Emotionen vor einem Spiel zuzulassen. Aber es war schon verrückt, plötzlich einige meiner alten Teammitglieder als Gegner zu sehen. Ich hatte eine tolle Zeit in Augsburg und wir sind wirklich zusammengewachsen. Als das Spiel aber begonnen hatte, war das alles vergessen und ich bin sehr froh, dass wir siegen konnten.

Am Sonntag geht es gegen Ingolstadt. Sind für Sie – als Kanadier – ­bayerische Derbys auch etwas Besonderes?

Parkes: Als ich nach Deutschland gekommen bin, wusste ich nicht, wie die Derbys hier aussehen, was sie bedeuten. Mittlerweile kann ich sagen, dass wirklich eine besondere Atmosphäre herrscht. Das geht mit den Fans los, die eine Wahnsinns-Stimmung machen. Diese Spiele bringen besonders viel Spaß.

Parkes kam vor zwei Jahren nach Deutschland

Sie sind vor zwei Jahren zum ersten Mal nach Deutschland gekommen. War die Umgewöhnung schwer?

Parkes: Es gab schon einige Momente, die nicht einfach waren. Beim Einkaufen war ich beispielsweise erst einmal völlig überfordert. Ich koche abends häufig für mich selbst und habe verzweifelt nach bestimmten Zutaten gesucht (lacht). Aber ich habe mich sehr schnell wohlgefühlt. Sowohl in Augsburg, als auch jetzt in München. Es gibt hier so viel zu entdecken, neue Restaurants auszuprobieren usw.

Haben Sie bereits einen Lieblingsplatz?

Parkes: Da gibt es einige. Da ich in der Nähe des Olympiaparks wohne, sind wir häufig in Schwabing unterwegs. Ich glaube, selbst, wenn wir jeden Tag in einem anderen Restaurant essen gehen würden, hätten wir Ende der Saison nicht alle besucht.

Was vermissen Sie an Ihrer Heimat Kanada?

Parkes: Natürlich meine Familie. Aber sie kommt mich meistens in der Weihnachtszeit besuchen. Meine Eltern lieben die Weihnachtsmärkte in Deutschland. Ansonsten fehlt mir nicht viel. Vielleicht der Kaffee von Tim Horton’s (kanadische Café-Kette, d. Red.), wobei der Kaffee hier auch wirklich gut ist.

Sie wohnen in der Nähe der Niagara-Fälle. Sind Sie im Sommer häufig in der Natur?

Parkes: Ich liebe es Golf zu spielen, daher bin ich häufig auf dem Golfplatz. Die Niagara-Fälle sind ein unglaublich beeindruckender Ort. Aber um ehrlich zu sein, bin ich viel zu selten da. Ich habe das Gefühl, das ist häufig so, wenn man in der Nähe eine Touristenattraktion lebt (lacht).

Interview: Lena Meyer

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