Rückschlag

Minikrise: Dezimierter EHC verliert erneut

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Garrett Roe (Mitte) und Shawn Belle im Duell.

München - Erneuter Rückschlag für den EHC: Die Münchner haben nach einer bisher tollen Saison nun bereits das dritte Spiel in Serie verloren.

Gekämpft wie die Löwen, stark gespielt – und trotzdem verloren. Der EHC Red Bull München unterlag Sonntag Abend in einem packenden Spiel der Düsseldorfer EG mit 2:3 und hat nach einer bisher tollen Saison nun bereits das dritte Spiel in Serie verloren. Den Bullen, die trotz der Niederlage Zweiter bleiben, fehlen derzeit ganze neun Spieler – Lücken, die unmöglich zu stopfen sind.

Dennoch legte das Team von Don Jackson gegen Düsseldorf los wie die Feuerwehr. Di Salvatore tauchte alleine vor dem überragend haltenden EG-Goalie Beskorowany auf, der zum Leidwesen der EHC-Fans parieren konnte. Es kam noch schlimmer: In Unterzahl kam Martinsen halblinks zum Schuss, der abgefälscht irgendwie seinen Weg in das von Niklas Treutle tadellos gehütete Gehäuse fand (09:05). Die Bullen spielten unbeeindruckt weiter und kamen über den agilen Christensen, der nach einem Gestocher am schnellsten reagierte, zum verdienten Ausgleich (18:47).

Das zweite Drittel gestaltete sich ausgeglichen, der EHC hatte allerdings Glück, das ein Düsseldorfer Schuss nur an die Latte prallte.

Das Schlussdrittel wurde zu einem echten Krimi, der die Nerven der 5350 Zuschauer auf eine harte Probe stellte. Auf dem Eis wurde um jeden Zentimeter gekämpft, auf den Rängen spürte die Nordkurve, dass ihre Verein sie jetzt brauchte – und sorgte für eine tolle Atmosphäre. Der EHC erspielte sich ein Übergewicht und schien das Momentum auf seiner Seite zu haben. Sogar in Unterzahl wagte man eigene Angriffe und presste den Gast in deren Hälfte.

Als München wieder komplett war, drängte der Tabellenzweite auf die Führung. Roe und Christensen vergaben Riesenmöglichkeiten. Mitten in die Drangphase der Bullen erzielte Düsseldorfs Dmitriev das unverdiente 2:1 (53:14).

Jetzt warfen die Bullen in den letzten Minuten alles nach vorne. Jackson brachte für Treutle den sechsten Feldspieler, um noch dominanter zu spielen – und wurde postwendend für seine Risikobereitschaft bestraft. Kurt Davis traf das verwaiste EHC-Gehäuse aus großer Distanz (57:49). 1:3!

Die Entscheidung? Keineswegs. Die Bullen spielten weiterhin nach vorne und witterten ihre Chance, als man nach zwei Zeitstrafen gegen am Ende provokant spielender EG'ler, drei Feldspieler mehr auf dem Eis hatte – Jackson ließ weiterhin ohne Torwart spielen!

Der EHC erhielt zusätzlich einen Penalty. Sparre vergab das Duell gegen Beskorowany und damit die Chance doch noch einmal heran zu kommen.

Drei Sekunden vor der Schlusssirene gelang Boyle mit einem fulminanten Schlagschuss doch noch der Anschlusstreffer – zu spät; die dritte Niederlage in Serie war besiegelt.

Mit hängenden Köpfen verließen die stak kämpfendenden Bullen das Eis – auch am EHC-Anhang geht die Minikrise nicht spurenlos vorbei. Auf dem U-Bahnsteig kam es nach Provokationen von Düsseldorfer-Fans zu einem kurzen Handgemenge. Eine Flasche flog, erst Passanten konnten die Grobiane trennen.

München zeigt Nerven. Die beste Reaktion wäre ein Sieg am Dienstag in Iserlohn!

Maxi Schmeckel 

EHC München - Düsseldorfer EG 2:3 (1:1, 0:0, 1:2)

Schiedsrichter: Daniels/Schimm (Gelsenkirchen/Waldkraiburg)

Zuschauer: 5350

Tore: 0:1 Martinsen (9:05), 1:1 Christensen (18:47), 1:2 Dmitriev (53:14), 1:3 Davis (57:49), 2:3 Boyle (59:57)

Strafminuten: 4 / 12

sid

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