Hochverdienter Sieg

EHC: Nur die Schweinsteiger-Begrüßung misslingt

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Vor den Augen von Bastian Schweinsteiger: EHC München gewinnt hochverdient 7:0 gegen schwache Schwenninger.

München - Vor den Augen von Bastian Schweinsteiger: EHC München gewinnt hochverdient 7:0 gegen schwache Schwenninger.

Hoher Besuch war da am Sonntagnachmittag beim Eishockeyspiel des EHC München in der alten Halle auf dem Oberwiesenfeld – und dann das: Panne. Stadionsprecher Stefan Schneider begrüßte mit bebender Stimme den „Fußball-Weltmeister und amtierenden Kapitän der deutschen Nationalmannschaft“. Da wusste jeder: Bastian Schweinsteiger gab sich die Ehre. „Herzlich willkommen, Sebastian Schweinsteiger“, sagte Schneider. Sebastian statt Bastian – vielleicht war’s auch ein bisschen Absicht, schließlich ist die EHC-Stimme Stefan Schneider auch der Ansager bei den Heimspielen des TSV 1860.

Die Sache mit dem nicht ganz korrekten Vornamen blieb aber der einzige Ausrutscher. Die Mannschaft des EHC München zeigte sich am zweiten Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ohne großen Wackler, sie besiegte die Schwenninger Wild Wings vor 5065 Zuschauern mit 7:0 (1:0, 3:0, 3:0). Am Freitag hatten die Münchner in Hamburg 6:3 gewonnen – somit nisten sie sich erst einmal oben an der Tabellenspitze ein.

Hamburg, obwohl momentan von einer Verletzungsserie heimgesucht, war ein echter Prüfstein, Schwenningen weniger. Die Schwarzwälder gelten als ein Team, dem man einen Platz unter den ersten Zehn (also in den Vor-Playoffs) nicht zutraut. Gleichwohl haben sie an manchen Tagen das Potenzial, eine echte Nervensäge zu sein – vorige Saison etwa haben sie als DEL-Neuling in München gleich mal gewonnen. Zwei Spieler setzten dem EHC damals schon zu: Stürmer Philipp Schlager, ein gebürtiger Münchner, der aber seit Jugendtagen bevorzugt in Baden-Württemberg (Mannheim, Heilbronn, jetzt Schwenningen) spielt und mit seinen unterm Helm hervorwehenden Haaren aussieht wie Erich Kühnhackl (wenn dieser mit zwölf Jahren beschlossen hätte, nicht mehr weiterzuwachsen). Der andere München-Spezialist bei den Schwenningern: Ex-Nationaltorwart Dimitri Pätzold, der die EHCler bisweilen schon entnervte, als er noch Hannover diente.

Pätzold stand gestern Nachmittag unter Münchner Dauerfeuer und arbeitete jede Menge Schüsse weg – erst das vierte Tor der Münchner in der 34. Minute war haltbar.

Überfordert waren die meisten von Pätzolds Vorderleuten, vor allem Kyle Greentree und Ashton Rome kassierten eine Strafzeit nach der anderen, und das häufige Spielen in Unterzahl mergelte die Wild Wings schließlich aus. Im Powerplayspiel legte der EHC schließlich das Fundament für einen klaren Sieg. Nur einmal war Schwenningen einem besseren Zwischenstand nahe: In der 22. Minute traf Daniel Hacker den Innenpfosten (in Unterzahl sogar).

Schweinsteiger sieht EHC-Kantersieg: Bilder

Schweinsteiger sieht EHC-Kantersieg: Bilder

Unter dem neuen Trainer Don Jackson werden die Tore wieder auf die naheliegende Art erzielt – nach dem alten Muster Schießen und Blenden/Abfälschen. 1:0 durch Richie Regehr, 2:0 durch Thomas Holzmann und 3:0 durch Jon DiSalvatore fielen so. Mads Christensen, Florian Kettemer, Di Salvatore mit seinem zweiten Treffer des Tages und Daryl Boyle legten in regelmäßigen Abständen bis auf 7:0 nach.

Einen starken Eindruck als Vorbereiter hinterließ Garrett Roe, der US-amerikanische Stürmer, den Don Jackson aus Salzburg mitgebracht hatte, dessen Verpflichtung bei den Fans mangels Bekanntheit aber skeptisch beurteilt worden war. Den Namen kann man sich nun merken, Nachname: Roe, nicht Roy. Vorname: Garrett, nicht Gareth. Es ist so wie mit Bastian und Sebastian.

Günter Klein

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