Unser Redakteur auf dem Eis

Eishockey-Selbstversuch mit den EHC-Stars - Video

München - Wie schwer ist eigentlich Eishockey? Und wie anstrengend ist der härteste Mannschaftssport der Welt? Unser Online-Redakteur hat es mit zwei EHC-Profis ausprobiert.

Update vom 30. April 2015: Alle Fans, die bei der 79. Eishockey-Weltmeisterschaft nicht live vor Ort in Tschechien sein können, aber dennoch "heiß auf Eis" sind, können die Eishockey-WM live im TV verfolgen. Wir haben für Sie zusammengefasst, wo die Spiele live und im Stream laufen.

Krachende Schüsse sind aus dem Olympia-Eisstadion zu hören. Die Kollegen, die mich begleiten, scherzen: „In welche Klinik sollen wir dich danach bringen? Ist das Dein letzter Drink?“ Sehr lustig! Aber kneifen gilt definitiv nicht mehr – trotz aller Nervosität. Ich wage eineinhalb Wochen vor dem Start der DEL-Playoffs den Eishockey-Selbstversuch – und das mit zwei Profis des EHC Red Bull München.

Online-Redakteur Florian Weiß wird eis-fertig gemacht.

Ab in die Katakomben, wo bereits ein Mitarbeiter mit der Ausrüstung auf mich wartet. Profis können diese innerhalb von fünf Minuten alleine anziehen, aber ich brauche da Hilfe. Nach der Skiunterwäsche mit Leggins und Thermoshirt kommen Tiefschutz, Hose und Stutzen zum Einsatz. Es folgen Brust- und Schulterschutz, Ellbogen- und Schienbeinschoner. „Früher gab es da noch Strapse“, scherzt mein Helfer. „Jetzt aber sitzt das auch so.“ Als Letztes bekomme ich Helm, Trikot, Schlittschuhe und schließlich meinen Schläger. Satte sieben Kilogramm an Equipment hab ich nun nach 20 Minuten an meinem schlaksigen Körper. Es geht in Richtung Eisfläche.

Acht Jahre nicht auf dem Eis - und gleich ein Tor!

Habe ich schon erwähnt, dass ich acht Jahre nicht mehr auf dem Eis gestanden habe? Und noch nie mit einer solchen Montur gelaufen bin? Das kann ja heiter werden...

Thomas Merl (l.) und Dominik Kahun (Mitte) mit Online-Redakteur Florian Weiß.

Am Spielfeldrand erwarten mich zwei EHC-Profis: Junioren-Nationalspieler Dominik Kahun (19) und Thomas Merl (23), die gerade ihr Eis-Training beendet haben und sich nun Zeit für mich Rookie (Anfänger) nehmen. Doch die beiden äußerst sympathischen und gut gelaunten Akteure nehmen mir meine Bedenken, zeigen mir einige Basics. Ich fange gleich richtig an und versuche mich mit ein paar Torschüssen – mit Torhüter natürlich. Gar nicht so einfach, den Puck mit Schwung auf den Kasten zu befördern. Und dabei probiere ich es nur aus dem Stand. Vor allem lässt einem der Schlussmann wirklich kaum Platz, den Puck einzunetzen! Doch dann passiert das Unfassbare: Ich überwinde den Goalie tatsächlich und treffe! Tor!

Jetzt ist endgültig das Eis gebrochen, es macht richtig Spaß! Ich versuche mich im Penaltyschießen – und lege mich erstmals aufs Eis. Naja, aufstehen und weitermachen! Aber es bleibt bei Versuchen, direkt vor dem Keeper legt es mich ein zweites Mal. Ich bedanke mich und verabschiede den Keeper, der weiter zur Video-Analyse muss.

Profis verlieren fünf Liter Flüssigkeit pro Match

Gekonntes Passspiel zwischen Profis und Rookie.

Ich liefere mir einige Pass-Stafetten mit Kahun und Merl – und merke, wie ich nach wenigen Minuten schon richtig ins Schwitzen komme. Unfassbar, wie anstrengend das ist! Die beiden EHC-Cracks machen das Ganze für Gewöhnlich in dreifachem Tempo und gefühlt hundertfacher Intensität! Bis zu fünf Liter an Flüssigkeit verliert ein Spieler pro Partie - unglaublich! Wir ziehen zu dritt einen Angriff auf, lassen den Puck laufen, ich bekomme den Pass vor das leere Tor – und verziehe! Doch den Abpraller verwerte ich eiskalt, direkt vor der Nordkurve, in der heute leider niemand steht. Egal, es gibt natürlich den obligatorischen Torjubel.

Ein tolles Erlebnis war er, dieser Selbstversuch, an dessen Ende mir Kahun und Merl attestieren, dass sie das Ganze bei einem Anfänger „schon deutlich schlechter“ gesehen haben. Ein gefühlter Ritterschlag für mich!

Mein Fazit: Hut ab vor jedem, der professionell Eishockey spielt! Die Kombination aus Eislauf und Hockey ist anspruchsvoller und anstrengender als gedacht. Ein faszinierender Sport, der verdammt viel Spaß macht! Es wird Zeit, dass die Playoffs starten!

Ich bleibe dann aber wohl doch eher lieber auf der Tribüne...

Florian Weiß

Unser Redakteur als Eishockey-Spieler beim EHC - Bilder

Unser Redakteur als Eishockey-Spieler beim EHC - Bilder

Rubriklistenbild: © Madita Tietgen

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