tz-Interview

Petermann-Aus beim EHC: "Ich bin überrascht"

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Felix "Flex" Petermann muss den EHC Red Bull München verlassen.

München - Felix Petermann gehört zu den Akteuren, die den EHC München verlassen müssen. Im Interview erklärt er, wie es dazu gekommen ist.

Die Regeln des Geschäfts machen auch vor einem Publikumsliebling nicht halt. Neben Alexander Barta, Benedikt Brückner, Francois Méthot, Grant Lewis, Toni Ritter und Andy Wozniewski muss auch Ex-Kapitän Felix „Flex“ Petermann den EHC RB München verlassen. Warum, das erklärt der 30-jährige Marktoberdorfer im tz-Interview.

Herr Petermann, über Ihren Namen stolpert man am meisten.

Felix Petermann: So geht es wohl vielen.

Sind Sie überrascht?

Petermann: Mir war klar, dass es unsicher ist, sonst hätte man meinen Vertrag im Laufe der Saison verlängern können. Aber die Entscheidung hat mich überrascht. Klar, ich bin lange wegen meiner Schulter ausgefallen, aber vor der Verletzung lief es gut bei mir, so sehe ich das zumindest. Die Situation ist neu für mich, bisher konnte ich mir immer aussuchen, wo ich spielen will. Jetzt werde ich Mitte April an der Schulter operiert und brauche einen neuen Verein. Aber ich kenne das Geschäft seit vielen Jahren, so ist das eben, ich komme klar.

Wie hat der Verein Ihr Aus begründet?

Petermann: Die Gespräche liefen ehrlich und direkt. Das war in Ordnung, damit kann ich leben. Der Trainer hat gesagt, dass er mit mir nicht als einer der ersten sechs Verteidiger plant. Das ist aber mein Anspruch, damit war der Käse gegessen. Es wird in München sicher einen größeren Umbruch geben, in den Planungen war für mich kein Platz mehr. Aber der Schock vom Freitag ist verdaut.

Gehen Sie im Streit?

Petermann: Nein, ich gehe nicht im Zwist, sondern mit vielen verdammt guten Erinnerungen. Ich habe keinen Grund, auf den Verein zu schimpfen und wünsche ihm alles Gute. Die Entscheidung steht, so ist das Geschäft. Wenn ich es ein bisschen früher gewusst hätte, wäre es gut gewesen, aber die Gespräche werden eben meist nach der Saison geführt.

Sie haben einen Sohn, Familie Petermann muss wohl umziehen…

Petermann: Im Moment wohnen wir direkt an der Isar, die Stadt ist uns in den vergangenen fünf Jahren ans Herz gewachsen, sie ist unsere Heimat geworden. Wie es weitergeht, steht noch nicht fest. Aber zum Glück steht meine Familie zu 1000 Prozent hinter mir und geht mit mir dorthin, wo ich meine Schlittschuhe schnüre. Darüber bin ich sehr froh.

Neben Uli Maurer sind Sie der Einzige, der schon im ersten DEL-Jahr dabei war.

Petermann: Vom Spaß am Eishockey war das die geilste Zeit. Wir waren Aufsteiger, niemand hat mit uns gerechnet, und nach ein paar Wochen waren wir plötzlich Tabellenführer. Hätten wir uns nicht so blöd angestellt, hätten wir es in die Playoffs geschafft. Die Mannschaft hatte viele coole Typen. Buchi (Martin Buchwieser, Anm. d. Red.) ist durch die Decke gegangen, mit Sebastian Ellwing, der eine Wahnsinnssaison gespielt hat, habe ich heute noch Kontakt. Und mit Stephane Julien hatte ich einen Partner neben mir in der Abwehr, von dem ich sehr viel gelernt habe, er war eine unglaubliche Persönlichkeit. Auch das Derby gegen Augsburg 2011 in der ausverkauften Olympiahalle werde ich nie vergessen.

Heute wundern sich viele, warum Sie den Verein verlassen müssen. 2010 haben sich viele gewundert, dass Sie nach München gegangen sind.

Petermann: Dafür muss ich dem EHC heute noch danken. Ich hatte schon einen Vertrag in Frankfurt unterschrieben, aber die Lions waren plötzlich insolvent. Gleich am nächsten Tag hatte ich Pat (Cortina, d. Red.) und Winki (Christian Winkler) am Telefon.

Jetzt geht die Ära zu Ende, wir wünschen viel Erfolg für die Zukunft.

Petermann: Danke. Nach der Operation verbringe ich den Sommer in der Reha und dann komme ich zurück, hoffentlich stärker als je zuvor. Dann sehen wir uns wieder am Oberwiesenfeld, nur in einem anderen Trikot.

Interview: Mathias Müller

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